Amos Oz
Geschichten aus Tel Ilan

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler
Geschichten aus Tel Ilan
Leseprobe » Bestellen »


D: 16,80 €
A: 17,30 €
CH: 24,50 sFr

Erschienen: 21.09.2009
Gebunden, 187 Seiten
ISBN: 978-3-518-42067-6

Inhalt Inhaltsverzeichnis

Tel Ilan ist ein kleiner Ort irgendwo im nördlichen Israel. Umgeben von Weinbergen und Obsthainen, erinnert hier noch manches an die Gründergeneration, doch neben den baufälligen Unterkünften für Saisonarbeiter finden sich heute Galerien, Boutiquen und Restaurants, das unspektakuläre und provinzielle Tel Ilan lebt mittlerweile mehr von Wochenendtouristen und Schnäppchenjägern als von Landwirtschaft. Amos Oz erzählt in seinem neuen Buch von den Einwohnern dieses kleinen Kosmos, ihren unerfüllten Sehnsüchten, ihrem Scheitern, von Menschen, die zwischen dem, was hätte sein können und wohl nie sein wird, ihr scheinbar durch und durch alltägliches Leben führen.

In Eine Geschichte von Liebe und Finsternis erzählt Amos Oz, wie Sherwood Anderson ihm »die schreibende Hand löste«. Auf Geschichten aus Tel Ilan trifft zu, was Amos Oz über dessen Winesburg, Ohio schrieb: ein Zyklus von Erzählungen aus dem Leben eines kleinen Ortes, »der Komödie mit Tragödie, Alltagseinerlei mit Poesie vereint«.

 

Pressestimmen

»Unglaublich, wie Amos Oz in simplen Biografien Lebenswirklichkeiten verdichtet. Wie er unbedeutende Leute am gottverlassenen Ort zu Protagonisten heutiger Daseinsweisen macht. Wie er die beklemmende Kälte und drückende Dunkelheit in allem Wohlstand ortet, die Sinnlosigkeit in einem komfortablen, mehr und mehr entleerten Leben. [...] Verblüffende, erstaunliche Geschichten.«

Roland Mischke, Freie Presse

»Das neue Buch von Amos Oz ist ein besonders zartes und sensibles Zeitdokument des Lebens und Alltags im heutigen Israel.«

Winfried Stanzick, literaturkritik.de

»Amos Oz' wunderbare Geschichten aus Tel Ilan erzählen, über die Grenzen seines Landes hinaus, von einer existentiellen Erfahrung: Einsamkeit.«

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Amos Oz ist heute, mit siebzig, ein Meister, der diskret und ohne effekthascherisches Virtuosentum sämtliche Register des Erzählens aus allen Zeiten und Zivilisationen beherrscht und aus dem unspektakulären Leben eines Dorfes wie Tel Ilan kleine Epen formt.«

David Signer, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Wehmut, Warten, Nostalgie, das sind die Themen aller Dorfbewohner ... Ein bitteres, ein böses Buch, das, wenn man es politisch liest, das Ende aller Hoffnungen im Lande Kanaan besingt. Geschichten aus Tel Ilan von Amos Oz: erbarmungslos, brillant. Oz ist zurückgekehrt zu seinen Kammerspielen.«

Jochanan Shelliem, Hessischer Rundfunk

»Wie in seinem großen Roman ›Eine Geschichte von Liebe und Finsternis‹ [...] stehen auch hier familiäre Beziehungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch die ›Geschichten aus Tel Ilan‹ schlagen nicht den großen Bogen quer durch die eigene Familiengeschichte und die Geschichte des aus Europa vertriebenen Judentums, sie bleiben im Kleinen. In gewisser Weise kann man diesen Geschichtenband als das kongeniale Pendant zu Amos Oz' größtem Roman bezeichnen. [...] Wer hautnah miterleben will, wie ein großer Autor aus dem allgemein Üblichen das Besondere macht, sollte dieses Buch mit einem kleinen Seitenblick aufs Handwerk lesen. Da verschränken sich Rückschau und Vorausblick fast in jedem Satz mit der Gegenwart zu einem höchst anschaulichen Erzählen, das sich des Präteritums bedient, um die Figuren direkt vor das Auge und Ohr des Lesers zu stellen.«

Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

»Amos Oz zeichnet in sieben Novellen Tscheschow'sche Menschen, die es in das heutige Israel verschlagen hat. Was sie von den Erfolgsmenschen aus der Großstadt unterscheidet, sind ihr Witz, ihre Träumerei, ihre Menschlichkeit. Das Buch ... setzt dem Israel der Zeit nach 1949 ein beeindruckendes, traurig stimmendes Denkmal. Gleichzeitig gelingt es Oz einmal mehr, dem modernen israelischen Alltag Poetisches abzuringen. Er ist der große Chronist des israelischen Lebens.«

Focus

»Sieben der acht meisterlich erzählten, oft tragikomischen Geschichten drehen sich um das 100 Jahre alte israelische Dorf Tel Ilan, eine Erfindung des 70-jährigen Amos Oz. Der lässt einige seiner Figuren gleich in mehreren Geschichten auftauchen. So ist formal ein lockerer Roman entstanden und inhaltlich ein verblüffend glaubhaftes Dorfpanorama mit Menschen, die verzweifelt nach dem Glück suchen.«

Tobias Wenzel, Deutschlandradio

»Alle Geschichten, realistisch angelegt, fesseln zuerst durch ihre dichte Atmosphäre - aus der heraus Oz sie plötzlich ins absurd Unheimliche umschlagen lässt. Einflüsse von Sherwood Anderson sind hier ebenso spürbar wie von dem hebräischen Schriftsteller Agnon oder von Kafka. Und natürlich das reiche Wissen eines siebzigjährigen Autors, dass ein ganz normales Leben immer auch als Roman gelesen werden kann - wenn man es nur richtig beschreibt.«

Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur

»Amos Oz führt den Leser in ungewöhnliche Situationen, schlägt ihn in seinen Bann, vermeidet aber jede Dramatisierung. Das ist das Besondere an dem fiktiven ›Tel Ilan‹ mit seinen Mandel- und Olivenbäumen in schönen Gärten: Die Geschichten zeigen Israel in einem Licht, wie man es bisher nicht kennt. Jeder wird in seiner Eigenart respektiert. ...  Eine Liebeserklärung an Israel. Es ist schön, dieses unaufgeregte Buch zu lesen und sich in die wachsende Spannung hineinziehen zu lassen.«

Wolf Peter Schnetz, Literatur in Bayern

»Ein Kosmos voller melancholischer Menschen entsteht, die in unheimliche, tragische und komische Ereignisse verwickelt sind. Im Hintergrund das Panorama des alten Dorfes Tel Ilan. ... Und noch viel älter als das Dorf sind die Geschichten seiner Bewohner, die man nie vergessen wird.«

Silke Wodniok, Radio Darmstadt

»Wie kaum einem anderen gelingt es Oz, der schon seit Jahren immer wieder zu den Anwärtern auf den Literaturnobelpreis zählt, auf poetische Weise die psychische Situation seines Landes, die Stimmung in Israel auf den Punkt zu bringen.«

Nürnberger Zeitung

»Die Erzählungen stimmen nachdenklich, traurig, und obwohl sie fremd wirken, erscheinen sie im gleichen Atemzug beunruhigend vertraut. Mit wenigen wiederkehrenden Bildern, die er wie mit gezielten, präzise gewählten Pinselstrichen vor unseren Augen entstehen lässt, schafft Amos Oz eine intensiv spürbare Umgebung und gelingt es ihm, die LeserInnen in den Bann seiner Erzählung zu ziehen.«

Adriana Stern, aviva-berlin.de Dezember 2009

Kommentare

Tolles Buch, mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Herbert Müller, 15.11.2010

Kommentieren