Cass R. Sunstein
Gesetze der Angst - Jenseits des Vorsorgeprinzips

Aus dem Amerikanischen von Robin Celikates und Eva Engels
Gesetze der Angst
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 19.03.2007
Gebunden, 343 Seiten
ISBN: 978-3-518-58479-8

Inhalt

Angst gehört zum menschlichen Leben wie die Luft zum Atmen. Sie schärft unsere Aufmerksamkeit für potentielle Gefahren, weshalb wir gut beraten sind, unsere Ängste und Befürchtungen ernst zu nehmen. Aber wie soll der Rechtsstaat auf Ängste seitens der Bevölkerung etwa vor dem Terrorismus oder vor der Gentechnik reagieren? Dieser Frage sowie dem prekären Verhältnis zwischen Ängsten, Gefahren und dem Recht widmet der amerikanische Rechtsphilosoph Cass R. Sunstein seine vielbeachtete Seeley Lecture, aus der dieses Buch hervorgegangen ist.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das sogenannte Vorsorgeprinzip, das zunehmend an politischem Einfluß gewinnt und mit dem Regierungen ihren Anspruch legitimieren, auf allen gesellschaftlichen Ebenen gegen potentielle Gefahren vorbeugen zu können und zu dürfen – auch wenn keineswegs immer ausgemacht ist, daß diese überhaupt jemals zu einer realen Bedrohung werden. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele weist Sunstein nach, daß dieses Prinzip nicht nur unhaltbar ist, sondern auch neue Gefahren birgt. Unhaltbar ist es, weil es auf der Illusion einer risikofreien Gesellschaft beruht; gefährlich ist es, weil es einer Gesetzgebung Vorschub leistet, die die Freiheitsrechte der Bürger erheblich beschneidet und je nach politischem Kalkül bestimmte Ängste, etwa vor terroristischer Bedrohung, forcieren, andere hingegen, z. B. vor der Umweltzerstörung, herunterspielen hilft. Sunstein plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit sogenannten Worst-Case- Szenarien, entwirft ein Modell zur realistischen Beurteilung von Risiken und zeigt, wie freie Gesellschaften vernünftig mit realen und nur gefühlten Bedrohungen, mit dem unauflösbaren Widerspruch zwischen Sicherheit und Freiheit umgehen können, ohne die Grundrechte der Bürger zu opfern.

»Ein hochintelligentes und anregendes Buch.« Times Literary Supplement

»Demokratische ...

Inhalt

Angst gehört zum menschlichen Leben wie die Luft zum Atmen. Sie schärft unsere Aufmerksamkeit für potentielle Gefahren, weshalb wir gut beraten sind, unsere Ängste und Befürchtungen ernst zu nehmen. Aber wie soll der Rechtsstaat auf Ängste seitens der Bevölkerung etwa vor dem Terrorismus oder vor der Gentechnik reagieren? Dieser Frage sowie dem prekären Verhältnis zwischen Ängsten, Gefahren und dem Recht widmet der amerikanische Rechtsphilosoph Cass R. Sunstein seine vielbeachtete Seeley Lecture, aus der dieses Buch hervorgegangen ist.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das sogenannte Vorsorgeprinzip, das zunehmend an politischem Einfluß gewinnt und mit dem Regierungen ihren Anspruch legitimieren, auf allen gesellschaftlichen Ebenen gegen potentielle Gefahren vorbeugen zu können und zu dürfen – auch wenn keineswegs immer ausgemacht ist, daß diese überhaupt jemals zu einer realen Bedrohung werden. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele weist Sunstein nach, daß dieses Prinzip nicht nur unhaltbar ist, sondern auch neue Gefahren birgt. Unhaltbar ist es, weil es auf der Illusion einer risikofreien Gesellschaft beruht; gefährlich ist es, weil es einer Gesetzgebung Vorschub leistet, die die Freiheitsrechte der Bürger erheblich beschneidet und je nach politischem Kalkül bestimmte Ängste, etwa vor terroristischer Bedrohung, forcieren, andere hingegen, z. B. vor der Umweltzerstörung, herunterspielen hilft. Sunstein plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit sogenannten Worst-Case- Szenarien, entwirft ein Modell zur realistischen Beurteilung von Risiken und zeigt, wie freie Gesellschaften vernünftig mit realen und nur gefühlten Bedrohungen, mit dem unauflösbaren Widerspruch zwischen Sicherheit und Freiheit umgehen können, ohne die Grundrechte der Bürger zu opfern.

»Ein hochintelligentes und anregendes Buch.« Times Literary Supplement

»Demokratische Regierungen kümmern sich um Ängste, aber auch um Fakten.«

Pressestimmen

»Wichtig sind die Gesetze der Angst als Darlegung von Entscheidungsproblemen, über die das tägliche Schwadronieren der Politik und der Massenmedien hinweggeht. Man kann sich zwar nicht vorstellen, dass die Menschheit ihr Überleben zu einer besonders vordringlichen Frage macht. Aber Sunstein bringt die Fragen des globalen Wohlfahrtstaates wenigstens in eine Form, in der sie gestellt werden könnten. Das Erdklima wird sich erwärmen, es wird ungemütlicher und wir - genauer: viele von uns - werden ärmer werden ... Was soll's, es ist nicht zu ändern, man kann nur darauf achten, sich keine Illusionen darüber zu machen. Sunsteins Buch ist ein Beitrag zu solcher Bewusstheit.«
Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Nach Sunsteins brisanter Einschätzung unterliegt die Risikopolitik in Europa und den USA zunehmend den Gesetzen der Angst, statt in vernünftiger Weise Gefahren zu kalkulieren und zu regulieren. ... Mediendemokratien, mit ihrem hohen Bedarf an Prägnanz, Emotionalität und Anschaulichkeit, sind besonders anfällig für hysterische Reaktionen auf Risiken. Ohne ein ausgeklügeltes institutionelles System der Kontrolle und des Ausgleichs besteht die Gefahr, dass sich Bevölkerung und Regierung zu einer dysfunktionellen Angstgemeinschaft zusammenschließen. Besondere Sorgen bereitet Sunstein, dass die Gesetze der Angst in Zeiten des Terrors zunehmend zu Regulierungen führen, die bürgerliche Freiheitsrechte in übermässiger Weise beschneiden.«
Neue Zürcher Zeitung

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