Tomas Venclova
Gespräch im Winter - Gedichte

Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig und Durs Grünbein. Mit einem Nachwort von Durs Grünbein.
Gespräch im Winter
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 29.10.2007
Gebunden, 132 Seiten
ISBN: 978-3-518-41913-7

Die Übersetzung wurde gefördert von »Books from Lithuania«

Inhalt

Ein Dichter kehrt nach Jahrzehnten der erzwungenen Abwesenheit zurück in das polnisch-litauisch-weißrussische Grenzgebiet und blickt über das »schmale geduldige Land, von der Nacht schon erdrückt« - eine Landschaft, in deren von Geschichtsgewalt verzerrten Zügen das zarte Gesicht des im Wassers sich spiegelnden Kindes kaum mehr zu ahnen ist.
Tomas Venclova zählt wie seine Freunde Joseph Brodsky und Czeslaw Milosz zu den wichtigsten osteuropäischen Lyrikern des 20. Jahrhunderts, deren Werk zum größten Teil im amerikanischen Exil entstand. Trotz Übersetzungen ins Englische, Russische, Polnische und Deutsche ist dieser größte Dichter litauischer Sprache bisher nur Kennern ein Begriff. Mit Brodsky, der ihn bis zu seinem Tode unermüdlich propagierte, teilt er die Liebe zu den metaphysical poets, zur Dichtung Mandelstams - vor allem aber die Verpflichtung, so zu schreiben, daß man von den Vorgängern, die einen die poetische Rede gelehrt haben, verstanden wird.
Zum 70. Geburtstag des Dichters erscheint eine repräsentative Auswahl aus seinem lyrischen Werk. Venclovas Erkenntnisorgan ist das Ohr. Metrum, Reim, Klang und eine raffinierte Strophenstruktur sind seine Ausdrucksmittel. Durs Grünbein und Claudia Sinnig stellen sich den Herausforderungen einer Übersetzung, die dem formalen Reichtum dieser Dichtung gerecht zu werden versucht.
 
»Berühre das Gras nun, das kühle, der Kindheit./Hier bist du zu Haus. Dreifach soll rauschen das Meer/ In der Muschel der Nacht. Daß die Gnade dich finde:/ Einer neuen Ära, die keine Posten mehr braucht,/ Einer Luft, die sich sehnt nach der einzelnen Stimme.«
 
Die Übersetzung wurde gefördert von »Books from Lithuania« aus Mitteln des Kulturministeriums der Republik Litauen.

Pressestimmen

»Von allen litauischen Schriftstellern ist Venclova der internationalste – und wohl der bedeutendste der heute lebt. Im Vorjahr ist sein großer Essay über Vilnius erschienen, und ab November kann man seine Gedichte endlich auch in einer gültigen Übersetzung auf Deutsch lesen.«
Cornelius Hell, Die Furche
»Die Suhrkamp-Edition mit den Nachdichtungen Durs Grünbeins verzichtet auf ohnehin nicht zu erreichende Akkuratesse und hält sich an die innere Struktur der Verse: »so wahrheitsgetreu , nüchtern und trocken wie nur möglich.« Ergänzt durch frühe Verse wie »Hidalgo«, das wie eine Initialzündung seines Lebens und Schaffens wirkte, und erweitert durch die jüngsten »Heimkehrer«-Gedichte, die in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends entstanden sind, liegt nun eine aussagekräftige Gedichtauswahl vor.«
Dorothea v. Törne, Literarische Welt
»Gespräch im Winter ist kein umfangreicher Band, und doch wiegt er schwer: Denn die darin enthaltenen zweiundfünfzig Gedichte von Tomas Venclova decken die Quintessenz eines Lebenswerks ab, wie man es nur selten zu lesen bekommt. Wir bewundern die Verse von Joseph Brodsky und Czeslaw Milosz, mit denen Venclova eng befreundet war. Aber was wissen wir über den Dritten im Bunde, den Litauer aus Klaipeda? Spät erst, aber nicht zu spät, wird er uns jetzt zur Entdeckung, als ein moderner Klassiker im besten Sinne des Wortes. Was vor allem den beiden Übersetzern Claudia Sinnig und Durs Grünbein zu verdanken ist, die es meisterlich verstanden haben, den mit Metrum und Reim operierenden Langgedichten einen adäquaten deutschen Tonfall zu geben.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

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