Das Kind, das am 28. August 1749, als die Uhr Mittag schlug, in einem Frankfurter Bürgerhaus von einer achtzehnjährigen Mutter unter großen Anstrengungen geboren wurde, »war schwarz und schien zunächst tot«; so berichtet uns Thomas Mann. - Dieser dramatische, doch wenig spektakuläre Beginn eines Genies liegt im tiefen 18. Jahrhundert; nicht zu ahnen, welch ungeheurer Lebensbogen diesem Johann Wolfgang Goethe vorgeschrieben sein würde.
22. März 1832: Massen von Geschichte hatten sich vorbeigewalzt. Der Siebenjährige Krieg, der Unabhängigkeitskampf Amerikas, die Französische Revolution, der Aufstieg und Fall Napoleons, die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches, ein Jahrhundertwechsel mit dem Eintritt in ein neues, ein bürgerliches Maschinenzeitalter haben seinen Geist bestürmt. Als der Geheimrat von Goethe mit dreiundachtzig Jahren in Weimar stirbt, da waren Napoleon, Beethoven und Hegel tot, dagegen studierte Bismarck bereits in Göttingen, Karl Marx in Berlin und Richard Wagner komponierte seine erste Oper.
Goethes Werke reflektieren die kaum überbietbare Spannweite seines Lebens, das uns in Teilen sehr nah, in seinen Anfängen unendlich fern zu sein scheint. Das »Phänomen« Goethe wird von Hans Mayer in seiner ganzen Bedeutung für die Literatur und das Geistesleben bis in unsere Zeit analysiert. Das Werk (vom
Werther bis zum Abschluß von
Wilhelm Meister und
Faust) und das Leben (die Jugendzeit, Weimar, die Reisen und die Staatsgeschäfte) werden in ihrer engen Verschränkung gezeigt, die wechselseitigen ...
Das Kind, das am 28. August 1749, als die Uhr Mittag schlug, in einem Frankfurter Bürgerhaus von einer achtzehnjährigen Mutter unter großen Anstrengungen geboren wurde, »war schwarz und schien zunächst tot«; so berichtet uns Thomas Mann. - Dieser dramatische, doch wenig spektakuläre Beginn eines Genies liegt im tiefen 18. Jahrhundert; nicht zu ahnen, welch ungeheurer Lebensbogen diesem Johann Wolfgang Goethe vorgeschrieben sein würde.
22. März 1832: Massen von Geschichte hatten sich vorbeigewalzt. Der Siebenjährige Krieg, der Unabhängigkeitskampf Amerikas, die Französische Revolution, der Aufstieg und Fall Napoleons, die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches, ein Jahrhundertwechsel mit dem Eintritt in ein neues, ein bürgerliches Maschinenzeitalter haben seinen Geist bestürmt. Als der Geheimrat von Goethe mit dreiundachtzig Jahren in Weimar stirbt, da waren Napoleon, Beethoven und Hegel tot, dagegen studierte Bismarck bereits in Göttingen, Karl Marx in Berlin und Richard Wagner komponierte seine erste Oper.
Goethes Werke reflektieren die kaum überbietbare Spannweite seines Lebens, das uns in Teilen sehr nah, in seinen Anfängen unendlich fern zu sein scheint. Das »Phänomen« Goethe wird von Hans Mayer in seiner ganzen Bedeutung für die Literatur und das Geistesleben bis in unsere Zeit analysiert. Das Werk (vom Werther bis zum Abschluß von Wilhelm Meister und Faust) und das Leben (die Jugendzeit, Weimar, die Reisen und die Staatsgeschäfte) werden in ihrer engen Verschränkung gezeigt, die wechselseitigen Entwicklungen aus der tiefen Kenntnis sowohl des Lebens wie der Werke Goethes erläutert.