Sigrid Damm
Goethes letzte Reise

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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 01.10.2007
Gebunden, 365 Seiten
ISBN: 978-3-458-17370-0

Inhalt

Ich war immer gerne hier… ich glaube es kommt von der Harmonie in der hier alles steht, Gegend, Menschen, Clima, Thun und Lassen. Viele Male hat Goethe im Lauf seines Lebens sein thüringisches Arkadien aufgesucht. Die Reise, die er mit seinen Enkeln Wolfgang und Walther vom 26. bis 31. August 1831, zu seinem 82. Geburtstag, ein halbes Jahr vor seinem Tod, nach Ilmenau unternimmt, ist eine Reise im Wissen um gezählte Tage. »«

Hier, Thüringer Wald, hat Goethes Gespräch mit der Erde, hat sein naturwissenschaftliches Interesse begonnen, ausgelöst durch die Verantwortung für den Ilmenauer Bergbau. Das schönste lyrische Ergebnis dieses Gesprächs, das berühmte Gedicht »Über allen Gipfeln«, hat er 1780 an die Wand einer Bretterhütte auf dem Kickelhahn geschrieben.

In den sechs Augusttagen 1831, die den Handlungsrahmen für Sigrid Damms Buch abgeben, erinnert sich Goethe an seine Frau Christiane, an die böhmischen Bäder, wo er zum letztenmal die Liebe erlebte, bis er, zurückgewiesen von der jungen Ulrike von Levetzow, sich seines Alters verzweifelt bewußt wird. Er antwortet darauf mit seiner großen Dichtung, der »Marienbader Elegie«. Goethe denkt an sein Werk, an den »Faust« vor allem und den Entschluß, ihn zu versiegeln, er reflektiert sein Verhältnis zum Veloziferischen seiner Zeit und zur Julirevolution 1830 als der größten Denkübung seines Lebens.


Wie in allen ihren Büchern bringt uns Sigrid Damm auch den Alltag nahe: Goethe als bis zuletzt großzügiger Gastgeber, der sein culinarisches Regiment mit Seltenheiten illustriert. Sie schildert bisher kaum berührte Seiten in Goethes Leben: sein schwieriges Verhältnis zu seinem Sohn in den letzten Jahren und das freudige zum kleinen Volk im zweiten Grade, zu seinen Enkeln, die er ...

Inhalt

Ich war immer gerne hier… ich glaube es kommt von der Harmonie in der hier alles steht, Gegend, Menschen, Clima, Thun und Lassen. Viele Male hat Goethe im Lauf seines Lebens sein thüringisches Arkadien aufgesucht. Die Reise, die er mit seinen Enkeln Wolfgang und Walther vom 26. bis 31. August 1831, zu seinem 82. Geburtstag, ein halbes Jahr vor seinem Tod, nach Ilmenau unternimmt, ist eine Reise im Wissen um gezählte Tage. »«

Hier, Thüringer Wald, hat Goethes Gespräch mit der Erde, hat sein naturwissenschaftliches Interesse begonnen, ausgelöst durch die Verantwortung für den Ilmenauer Bergbau. Das schönste lyrische Ergebnis dieses Gesprächs, das berühmte Gedicht »Über allen Gipfeln«, hat er 1780 an die Wand einer Bretterhütte auf dem Kickelhahn geschrieben.

In den sechs Augusttagen 1831, die den Handlungsrahmen für Sigrid Damms Buch abgeben, erinnert sich Goethe an seine Frau Christiane, an die böhmischen Bäder, wo er zum letztenmal die Liebe erlebte, bis er, zurückgewiesen von der jungen Ulrike von Levetzow, sich seines Alters verzweifelt bewußt wird. Er antwortet darauf mit seiner großen Dichtung, der »Marienbader Elegie«. Goethe denkt an sein Werk, an den »Faust« vor allem und den Entschluß, ihn zu versiegeln, er reflektiert sein Verhältnis zum Veloziferischen seiner Zeit und zur Julirevolution 1830 als der größten Denkübung seines Lebens.


Wie in allen ihren Büchern bringt uns Sigrid Damm auch den Alltag nahe: Goethe als bis zuletzt großzügiger Gastgeber, der sein culinarisches Regiment mit Seltenheiten illustriert. Sie schildert bisher kaum berührte Seiten in Goethes Leben: sein schwieriges Verhältnis zu seinem Sohn in den letzten Jahren und das freudige zum kleinen Volk im zweiten Grade, zu seinen Enkeln, die er verwöhnt und für die er – nach dem Tod des Sohnes – die Vaterstelle einnimmt.

Die Reise nach Ilmenau ist eine Fahrt in die Vergangenheit, zu übersehen: das Dauernde, das Verschwundene. Ebenso, wie er die Entwicklung der Weltgeschichte beurteilt – Die Welt wird heiterer, jene düstere Elemente klären sich auf, entwirren sich, der Mensch greift nach ihnen, sie auf andere Weise zu gewältigen – begegnet Goethe mit Heiterkeit und Gelassenheit auch seinem eigenen herannahenden Tod.

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