Stephan Thome
Grenzgang - Roman

Grenzgang
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D: 22,80 €
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CH: 32,90 sFr

Erschienen: 17.08.2009
Gebunden, 454 Seiten
ISBN: 978-3-518-42116-1

»In keinem Roman wohnt man so gern wie in diesem. Keiner hat mehr Charme. Der Debütant des Jahres.«

Elmar Krekeler, Die Welt

 

Inhalt

Alle sieben Jahre steht Bergenstadt kopf: Man feiert Grenzgang, das traditionelle dreitägige Volksfest, und dabei werden nicht nur die Gemeindegrenzen abgeschritten. Auch abends im Festzelt wird ausprobiert, wie weit man gehen kann. Alle sind dabei, nur zwei stehen am Rand: Thomas Weidmann und Kerstin Werner. Er ist nach gescheiterter Uni-Karriere als Lehrer ans Gymnasium Bergenstadt zurückgekehrt. Sie versorgt nach gescheiterter Ehe ihre demenzkranke Mutter und hat Ärger mit ihrem pubertierenden Sohn. Vor sieben Jahren beim letzten Grenzgang sind sich die beiden schon einmal begegnet, und damals ist etwas passiert, woran sich die beiden auch noch bei diesem Fest nur mit gemischten Gefühlen erinnern.

Grenzgang ist das furiose Debüt eines jungen Autors, der von Anfang an aufs Ganze geht: Spannungsreich und voller überraschender Wendungen erzählt Stephan Thome von der Jagd nach dem Glück, die seine Figuren aus Berlin und Köln in die hessische Provinz und von dort in einen Swinger-Club an der Frankfurter Peripherie führt. Schnell wird klar, wie leicht vermeintliche Sicherheiten abhanden kommen können und wie dünn das Eis ist, auf dem Lebensentwürfe gründen – und daß es trotzdem keine Alternative zum Kampf um das eigene Glück gibt.

Pressestimmen

»Wann hat man zuletzt einen Erstling gelesen, der künstlerisch so souverän, der menschlich so reif wirkt wie der Roman dieses 37-jährigen Außenseiters, der als promovierter Sinologe in Taipeh lebt und den noch kein Mensch kennt? ...  Wer Thomes Roman liest, gepackt, gebannt, bezaubert und verführt, kann sich vor allem eines Eindrucks nicht erwehren: Ein großer Meister seelischer Zwischentöne steht vor dir.«

Tilman Krause, Die Welt

»Selten hat man das schleichende Scheitern im Leben so faszinierend erzählt bekommen wie von Stephan Thome, der sich mit seinem ersten Buch »Grenzgang« auf Anhieb als ernstzunehmender Autor etabliert hat. ... Die Flucht aus der eigenen Biographie ist ein Lieblingsthema der Literatur. Thome findet dafür eine eigene Tonart, so taufrisch wie die Landschaft des gewählten Schauplatzes.«

Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Stephan Thome erweist sich als Meister der Dialogkunst. Er spürt den inneren Widersprüchen und ambivalenten Haltungen seiner Figuren nach, zeigt, wie Menschen die eigenen Grenzen und die der anderen ausloten. Und das Erstaunlichste: Der Autor ist ein Debütant, »Grenzgang« sein erster Roman. ... Lange hat es in der deutschen Literatur kein derart reifes Debüt gegeben.« Volker Hage, Der Spiegel

Volker Hage, Der Spiegel 34/2009

»Thome schafft wie lange niemand die Verklärung [des] Gewöhnlichen: Er macht durch seine Schilderungen, seine Dialoge und, am meisten, durch seine inneren Monologe das Alltägliche auf eine unaussprechbare, aber sehr fühlbare Lebenswahrheit hin durchsichtig. Nie schielt er aus der Gegenwart auf den Handlungsfortgang, kaum je ist er vorhersehbar. Und doch ordnen sich seine Gegenwartsfragmente ... zu einem enorm überzeugenden, sinnlich leuchtenden und tief empfundenen Ganzen. Stephan Thome gibt seiner Totalität analytischen Tiefgang, er lässt die richtigen Dosen Satire und Humor einströmen. Am meisten aber singt er, ohne es je zu sagen, ein unerhörtes Loblied der Liebe und der Familie. Ist dieses Buch denn makellos? Ja, das ist es...«

Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag

»Man möchte attestieren, dass mit diesem Roman die deutsche Literatur endlich den Schritt von der Dorfliteratur zum US-amerikanischen Vorstadtroman geschafft hat.«

Dirk Knipphals, literataz

»Stephan Thome erzählt uns den Blues. Sein fulminanter Roman ›Grenzgang‹ dimmt das Licht weg. Übrig bleibt ein trübes Leben. Viel Alltag, wenig Spektakuläres. Wenige Träume, wenig Hoffnungen. Viele Enttäuschungen, viel Lebenserfahrung. Und der Blick in den Spiegel.«

Frank Pommer, Die Rheinpfalz

»Wenn das ein Provinzroman ist, dann ist diese Provinz eine Welt im Kleinen, ein gut ausgeleuchtetes Panorama deutscher Befindlichkeiten unserer Tage.«

Tilman Krause, Die Welt

»Literarische Debüts fallen in der Regel durch Frische und Unbekümmertheit auf und die Dringlichkeit des Erzählenmüssens. Ein Erstling aber, der durch tiefe Menschenkenntnis besticht, durch kompositorische Klugheit und eine fast altmeisterliche Sprache, kurz: durch Reife - das ist sehr selten. Hier ist es der Fall.«

Martin Ebel, Tages-Anzeiger

»Thome hat ein untrügliches Gespür für die biografischen Reflexe seiner Figuren. Er erfindet Protagonisten, wie sie in Romanen inzwischen sehr selten sind ... Wie aus feinsinniger Beobachtung ohne belletristische Publikationserfahrung stilistisches Können wird, dafür hat Thome eine außergewöhnlich sichere Formel gefunden.«

Astrid Kaminski, Berliner Zeitung

»Stephan Thome legt eine so unverbrauchte Frische an den Tag, als hätte er das Genre gerade selbst erfunden. ... Wenn diesem Roman ein unsterbliches Verdienst zukommt, dann ist es der, die Gefühlsbetäubung bundesdeutscher Wohlstandsprofiteure am Beispiel zweier besonders durchschnittlicher und besonders liebenswerter Exemplare dieser Spiezies ohne jede Überheblichkeit anschaulich zu machen.«

Iris Radisch, Die Zeit Literaturbeilage

»Wie es dem 1972 geborenen Stephan Thome gelingt, die Innenwelt einer Frau auszuleuchten, ist atemberaubend und selten in der Literatur. Ein Glücksfall. ... Zudem erweist sich Thome als ein Meister des Dialogs und der stilsicheren, niemals prüden und zugleich niemals ordinären Schilderung von Sex. ... Möge also die Internet-, Kultur- und Club-Bohème der Großstädte vorerste weiter im eigenen Saft schmoren. In der Provinz spielt jetzt die Literatur.«

Philipp Haibach, Welt Kompakt

»Es ist ein schönes, ein trauriges, ein erstaunlich reifes, und sogar ein großes Buch von all den Sehnsüchten und Hoffnungen, mit denen sich die Menschen auf den Weg machen, von den Enttäuschungen, die sie erfahren, dem kurzen Glück, das sie erleben. Und von der langen Einsamkeit, die dann oft kommt, und jener kleinen Chance, die manchmal bleibt.«

Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau

»Stephan Thome ist eine Art Ausdauersportler der Literatur. Die Hartnäckigkeit, mit der er sich beobachtend an seine Figuren hängt, lässt ihn auch noch die Empfindung nach der Empfindung entdecken. ... Es ist erstaunlich: Trotz aller kalten Präzision der Beobachtung gelingt ihm ein unerhört warmer Roman, beseelt von den Sorgen und Nöten derer, die er beschreibt, und an keiner Stelle je abfällig. Man hätte das Thema auch anders bearbeiten können: als Farce, als ironische Abrechnung mit der Dumpfheit ländlicher Traditionen, als grelles Spektakel, das alle lächerlich macht und in den Abgrund zieht. Thome gelingt das Gegenteil: Er nimmt ein für seine Bergenstädter.«

Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse

»Stephan Thome schreibt gute und wortkarge Dialoge - hinter den einsilbigen Wortwechseln seiner Romangestalten tun sich riesige Hallräume des Ungesagten auf. Die Roman-Struktur, diese Puzzle- und Stichproben-Technik in Zeitsprüngen, bleibt reizvoll bis zum Schluss, weil sie den Leser mal dümmer, mal klüger sein lässt als die Romanhelden. Gelegentlich weiß der Leser bereits Dinge, von denen die Figuren noch nichts ahnen. Gelegentlich ist es umgekehrt. Spannend zu lesen ist es immer.«

Sigrid Löffler, Rundfunk Berlin Brandenburg

»Thome will das Leben zeigen, wie es ist. Und das gelingt ihm – mit einer Kunstfertigkeit, einer technischen Virtuosität, einem Charme – in einem Maße, die ziemlich selten geworden ist. Dieser Roman lebt.«

Elmar Krekeler, Die Welt

»Thome hat es mit »Grenzgang« vollkommen zu Recht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises verschlagen. Denn wie er die Chronologie der Grenzgänge bricht, Geschichten kommentiert, die erst Kapitel später geschildert werden, ohne dass es einen beim Lesen aus der Kurve trägt, wie er Nebenfiguren ernst nimmt, wie er Dialoge schreibt, wie er den Grenzgang als Echoraum, als Kommentar benutzt, wie er dramatische Korrespondenzen zwischen außenweltlichen und innerseelischen Ereignissen herstellt, wie er Seelenpanoramen auslotet; ... das nimmt einem manchmal schon den Atem.«

Elmar Krekeler, Die Welt

»Grenzgang - was für ein fantastischer Name für einen Roman. ... Lakonische Alltagsprosa mit einem genauen Blick für das Scheitern von Lebensentwürfen, das eine erdrutschartige Dramatik entwickeln kann.«

Hamburger Abendblatt

»Spannend, gewitzt, klug und mit einem fantastischen Gespür für Dialoge erzählt Thome vom mählichen Verblassen der Sehnsüchte, von den Gestrandeten der Provinz, den unglücklichen Spätheimkehrern.«

STERN

»Noch ein Provinzroman? Ja, aber einer, der zu den Besten des Fachs zählen kann.«

Marc Peschke, hr-online.de

»Seine Liebesgeschichte zwischen den beiden urbanen Außenseitern auf dem Land - Thomas Weidmann und Kerstin Werner - erzählt der Autor handwerklich solide mittels Vor- und Rückblenden. Die Vorkommnisse während der einzelnen Grenzgänge schildert er souverän und spannungsreich. Zu Hochform läuft Stephan Thome aber auf, wenn er den rasenden Stillstand des ländlichen Alltags einfängt: Genau beobachtet und bis in die feinste dialektale Verästelung hinein präzise beschrieben.«

Tamara Tischendorf, NDR

»Thome ist ein Erzähler, der seinen 450-Seiten-Roman sehr genau komponiert hat: Wir wissen immer schon ein bisschen mehr über die Zukunft der Figuren als sie selbst: Der Autor führt uns seine Protagonisten in Sieben-Jahres-Schritten vor. Er entnimmt Stichproben aus der Biografie, und immer zum Grenzgangfest – 1985, 1992, 1999, 2006 und 2013 – scheint etwas weiterzurücken, scheint sich etwas zu erneuern, scheinen neue Weichen gestellt zu werden. Die sieben Jahre sind der Takt, in dem erzählt wird, die Grenzgangfeste geben dem Roman seine Form. Dabei geht Stephan Thome nicht chronologisch vor, sondern springt raffiniert zwischen den Zeiten hin und her, so dass die Komplexität seiner Figuren schichtweise freigelegt wird – immer ein bisschen mehr, ein bisschen tiefer, bis sie verlorener und zugleich würdevoller erscheinen.«

Ulrich Rüdenauer, Tagesspiegel

»Das Debüt des 37-jährigen Thome, der selbst in der hessischen Provinz aufwuchs, erzählt von Einsamkeit und von Verlorenheit, von der Mühsal des Alltags in der Lebensmitte und vom Scheitern. Doch gleichzeitig ist ›Grenzgang‹ eine Entwicklungsgeschichte ... . Es sind keine glamourösen Emanzipationsprozesse. Doch sie sind umso glaubwürdiger, weil sie in größere Lebenszufriedenheit münden.«

Katja Thimm, Kultur Spiegel 10/2009

»Wer seinen Roman Grenzgang liest, ein furioses Werk zur Geschlechterproblematik unserer Zeit, stockt manchmal und fragt sich: Woher weiß der junge Mann das alles? Wie kann er Gefühle so gut schildern, als habe er sie schon viele Male erlebt und durchlitten? Ein Debüt von solcher Reife hat es lange nicht gegeben, punktgenau platziert vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Situation, mit Arbeitslosigkeit für Akademiker, seriellen Beziehungen und Scheidungen und fortwährender Jagd nach Glück.«

Roland Mischke, Westdeutsche Allgemeine Zeitung Juli 2009

»Dieser Provinzroman ist äußerst raffiniert konstruiert. Die Grundstruktur ist durch den immer wiederkehrenden Grenzgang vorgegeben. Ein Haufen Personal tritt dabei auf. Doch drei Figuren rücken mehr und mehr ins Zentrum. [...] In kurzen, grandios beschriebenen Szenen wird die Entwicklung seiner Figuren sichtbar. [...] Das Buch ist wahrlich ein großer Wurf, ist ebenso kraftvoll wie resignativ.«

Sigrid Lüdke-Haertel, Strandgut 08/2009

»Selten hat jemand so schön über das Suchen und Finden der Liebe geschrieben.«

myself September 2009

Audiobeiträge

Kommentare

Ein wirklich gelungenes Buch mit einer präzisen, literarisch reifen Sicht auf das geschilderte Milieu - ich kann es beurteilen, denn ich habe meine Jugend in "Bergenstadt" verbracht!
Michael, 09.12.2009

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