Thomas Meinecke
Hellblau - Roman

Hellblau
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D: 20,99 €
A: 21,50 €
CH: 29,90 sFr

Erschienen: 03.09.2001
Gebunden, 336 Seiten
ISBN: 978-3-518-41266-4

Inhalt

Tillmann verbringt den Sommer in North Carolina. Ein Hurrikan zieht auf. Ein Leuchtturm wird verschoben. Auf dem Meeresboden ruhende Kriegsschiffe bilden die Kulisse für Tauchgänge. Ein hellblauer Badeanzug, ein westafrikanisches Gewand, in Form gebrachte Augenbrauen. Reagan besucht Bitburg. Jüdische Jungen, die den Blues singen, der Antisemitismus der Black-Power-Bewegung und die »Frauen fremder Völker«. Abschiebungen von Asylbewerbern, Streit um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern, schwarze Aliens. Chicago, Detroit, Mannheim, Berlin, Krakau. Das ist der Kosmos des neuen Meinecke.
Nachdem der Autor in The Church of John F. Kennedy Konzepte nationaler Identität in Frage gestellt und seine Figuren im Roman Tomboy in »gender trouble« gebracht hat, kreiselt Hellblau um die Konstruktion ethnischer Identität. Was ist ein Europäer, Afrikaner, Amerikaner, der jüdische Mann? Welche Folgen hat der transatlantische Sklavenhandel für die heutige Technomusik? Was – überhaupt – kann eine Technoplatte erzählen? Und wie politisch ist das? Inwiefern kann die Sängerin Dana International als ehemaliger Junge den Staat Israel beim Grand Prix de la Chanson repräsentieren? Und welche Farbe hat eigentlich Mariah Carey? Tillmann und seine Freundinnen Yolanda und Cordula tauschen E-Mails, Faxe, Platten und Bücher aus. Meinecke vernetzt die Perspektiven seiner Denk-Figuren zu einem polyphonen Textgeflecht.

Pressestimmen

»In den famosen Romanen Thomas Meineckes sieht (Eckhard) Schumacher die Möglichkeit dargestellt, ein Leben aus der leidenschaftlich-dilettantischen Beschäftigung mit Bruchstücken von Wissen und akademischen Diskursen, mit Songs und kulturellen Artefakten, aber auch mit den unabweisbaren Fragen nach der eigenen Identität und dem eigenen Weg in der Welt ästhetisch zu realisieren. Bücher wie Tomboy oder Hellblau erscheinen in diesem Licht wie eine Antwort auf Musils Versuch, die Welt hinter den uferlosen Diskursen wiederzuerlangen: als stellten sie die Frage, wie eine lebendige Welt inmitten der Diskurse zu gewinnen sei, nachdem Dilettantismus zum Schicksal geworden ist.«

Michael Adrian, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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