Serhij Zhadan
Hymne der demokratischen Jugend

Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr
Hymne der demokratischen Jugend
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Erschienen: 24.01.2011
suhrkamp taschenbuch 4217, Broschur, 185 Seiten
ISBN: 978-3-518-46217-1

Inhalt

Seit einigen Jahren wimmelt es in der ukrainischen Metropole Charkiw von Leuten mit ausgefallenen Geschäftsideen und dem Gespür für Marktlücken. Die einen gründen die Bestattungsfirma „House of the Dead“ und blamieren sich mit ihren Power-Point-Präsentationen in Budapest. Andere widmen sich den „Besonderheiten des Organschmuggels“ und handeln an der EU-Außengrenze mit Visa und Prostituierten. Mit ihren genialen Einfällen besiegen sie ihre existentielle Verzweiflung – zumindest vorläufig.
Serhij Zhadan, Chronist seiner Generation,  erzählt von den Abenteuern der Transformationszeit: aggressiv, temporeich und witzig.

Pressestimmen

»Das Prinzip ist die Drastik, die Handlungsführung mäandernd bis grotesk, die Sprache jugendlich bis jargonhaft, der Humor schwarz wie der Galgen. … Selten ist vom Sinnlosen und Entsetzlichen so heiter und enthusiastisch erzählt worden.«

Iris Radisch, Die Zeit

»Auf jedes neue Buch von Serhij Zhadan darf man gespannt sein, denn diese kühnste Stimme der jungen ukrainischen Literaturszene weiss so lebensprall, verrückt und poetisch zu erzählen, dass man sich ihrem Sog nur schwer entziehen kann. Mit seinen fünfunddreissig Jahren hat Zhadan schon zahlreiche Gedicht-, Erzählbände und Romane veröffentlicht (u. a. ›Depeche Mode‹ und ›Anarchy in the UKR‹); nun ist  – in der fulminanten Übersetzung von Juri Durkot und Sabine Stöhr – sein Geschichtenband ›Hymne der demokratischen Jugend‹ erschienen. ... Die Geschichten – oft verschachtelt und von verschiedenen Erzählern wiedergegeben – sind so halsbrecherisch und komisch, so wahnwitzig, traurig und temporeich, dass einem beim Lesen schwindlig wird. Doch das ist Methode, ebenso wie die satirische Übertreibung und die poetische Melancholie, die bei Zhadan eine aparte Verbindung eingehen.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Es ist die strukturelle Anarchie der postkommunistischen Ära, die es dem Ukrainer Zhadan angetan hat und aus deren Auswüchsen er prächtige Pointen schlägt. ... Zhadan erzählt auf rasant-absurde Weise von Menschen, die im galoppierenden Kapitalismus irgendwie Halt zu finden versuchen und trotzdem ihren Stolz bewahren.«

Christoph Schröder, KulturSpiegel September 2009

»Bald läuft es einem kalt den Rücken runter, bald lacht man auf. Ein bitteres, zwiespältiges Vergnügen sind diese Texte. Zhadans Humor ist schwarz und brachial. ... Diese wilden Geschichten spielen zwar in der Ukraine, aber Kälte, Rücksichtslosigkeit und Habgier, die hier geschildert werden, die treiben den entfesselten Kapitalismus als Motor überall an.«

Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

»Serhij Zhadan zündet hier ein so wahnsinniges wie komisches Feuerwerk, das farbenfroh vor den Augen des Lesers verglüht. ... In Zhadans Geschichten wird viel getrunken und noch mehr gelabert, und ständig passiert etwas Neues, Unvorhergesehenes. Es sind atemlose Erzählungen mit einem traurigen Grundton, über den ein hochkomischer Irrsinn ständig triumphiert.«

Ferdinand Quante, WDR 5 Bücher

»Wenn Scheherazade nicht im Orient der Märchenzeit gelebt hätte, sondern im ostukrainischen Charkiw am Ende des zweiten Jahrtausends, dann würden ihre nächtlichen Erzählungen vielleicht so klingen wie die von Serhij Zhadan.«

Catharina Koller, Literaturen September 2009

Audiobeiträge

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