Friederike Mayröcker
ich bin in der Anstalt - Fusznoten zu einem nichtgeschriebenen Werk

ich bin in der Anstalt
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 24.05.2010
Gebunden, 190 Seiten
ISBN: 978-3-518-42166-6

Inhalt

ich bin in der Anstalt nennt Friederike Mayröcker, die »Grande Dame der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« (Süddeutsche Zeitung), ihre neue Prosaschrift – ein Buch der Betrachtungen von Körperlichkeit und Körperempfinden, ein Tasten nach den ständig sich verschiebenden Grenzen von Innen und Außen, ein Versuch ihrer Auflösung im Moment des Schreibens, radikal und schonungslos:
 

»ich habe die Staubkrankheit, in Eschen laufend, ich wache auf mit dem Wort ZWISCHENGEBIRGE, wir fahren im Lift abwärts und ich ziehe 1 grünes Haar aus dem Ärmel seines schwarzen Mantels, Nixe mit grünen Haaren, der alte grüne Steingutteller mit den grünen Seerosenblättern, vor Wochen auseinandergebrochen, wieder geklebt, aus groszelterlichen Beständen oder weiter zurück, etwas wie Wollust über die Seerosenblätter zu streichen, imaginiere, wie sie, die längst Hingegangenen, ihre Speisen darauf verzehrt hatten, vermutlich Kuchenstücke, Bäckereien, denn es gab kein Leid in der Tiefe ihrer Schritte, ich heize, neige (dazu), überstürzt zu handeln, zu antworten, in Eschen laufend, und trug grünes Reisig unter den Augen, nämlich Rousseau, ›ich liebe es, mich mit Nichtigkeiten zu befassen, 100 Sachen anzufangen und keine zu Ende zu bringen, oder den ganzen Tag wirr und planlos zu vertändeln‹, mit grünen Ziegenblättern, etc.«

Pressestimmen

»Ich bin in der Anstalt ist ein ergreifendes Buch und hoffentlich nicht das letzte der Dichterin Friederike Mayröcker.«

Otto Böhmer, Die Zeit

»ich bin in der anstalt ist ein großes und radikales Alterswerk, unerbittlich und sehr zart, allem Lebendigen so zugeneigt wie der Poesie, die es für immer aufbewahrt.«

Maike Fessmann, Deutschlandradio Kultur

»Ihre Poesie hat die Grenzen zwischen den Gattungen längst aufgehoben, sie kennt kein hierarchisches Muster, nur wechselnde Formen, die gleichermaßen produktiv sind. ich bin in der anstalt ist ein großes poetisches Buch über die Lust am Leben.«

Paul Jandl, Die Welt

»Der vorheerschende Eindruck aber, den dieses Altersbuch macht, ist der eines überaus lebendigen, kaum je zur Ruhe kommenden Gewusels der Gedanken, Gespräche, Geräusche, ein Kaleidoskop aus gesehenen und erinnerten Bildern. Statt eine Geschichte zu erzählen, erzählt es en passant von seiner eigenen Entstehung, von der um das Schreiben herumgebauten Welt, aus der es hervorgegangen ist. ... So entsteht im Voranrücken der Ziffern von 1bis 243 ein Porträt der Autorin als alter Dame. Man betrachtet es gern.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»Mayröcker betätigt sich in dem 2010 erschienenen Buch als schonungslose Chronistin des eigenen Verfalls - zumal des körperlichen. Sie tut dies akribisch und mit nachgerade masochistischem Ehrgeiz, der empfindsame Leser schmerzen dürfte. Diese Transferleistung macht das Buch zur bewegenden Bestandsaufnahme...Jene klinische Präzision, mit der Mayröcker ihre selbstquälerischen Diagnosen vornimmt, sucht ihresgleichen in der deutschsprachigen Literatur. Man merkt dem preisgekrönten Prosawerk zudem wohltuend an, dass seine Autorin in allen literarischen Gattungen beheimatet ist. Eine Art poetisches Gesamtkunstwerk...«

Hendrik Werner, Weser-Kurier

»Das ist ein Buch, das einem noch lange nachgeht. Friederike Mayröcker hat 243 >Fusznoten< zu Papier gebracht und damit ihr >nichtgeschriebenes Werk< in ein geschriebenes verwandelt. Entstanden ist das wohl eindringlichste, traurigste, persönlichste Buch der großen Dichterin.«

Bettina Schmidt, Sächsische Zeitung

»… ein persönliches und literarisches Schuld- und gleichzeitiges Glaubensbekenntnis an die Poesie. Eine Konfession von beispielloser Schonungslosigkeit, Authentizität und poetischer Intensität.«

Michaela Schmitz, Rheinischer Merkur

»Nach und nach und anders als in den anderen Büchern Mayröckers fühlt man sich ’in der Anstalt’ ganz auf das Nebensächlichste, das zugleich das Wesentlichste ist, konzentriert. … Mayröckers Buch ist aufrichtiger als diese Wirklichkeit, es ist aufrichtiger als die Gepflogenheiten in den diversen ’Anstalten’, durch die wir uns alle bewegen und in denen die Tränen abgeschafft oder für das große Drama eingesetzt werden. … Wie schön, dass Mayröckers ’Reisen’ einen so langen Atem haben. Sie sind immer dieselben und immer andere, und alle zusammen ein einziges, unsterbliches, beinahe unendliches Buch.«

Andrea Winkler, Die Presse

»Das Alterswerk einer großen Autorin mit jungem Geist. Konkret und poetisch, ehrlich, brutal und voll Wärme.«

Ditta Rudle, Buchkultur Wien Herbst 2010

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