Bertolt Brecht, Helene Weigel
"ich lerne: gläser + tassen spülen" - Briefe 1923–1956

Herausgegeben von Erdmut Wizisla
ich lerne: gläser + tassen spülen
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D: 26,95 €
A: 27,70 €
CH: 36,90 sFr

Erschienen: 12.11.2012
Gebunden, 402 Seiten
ISBN: 978-3-518-41857-4

Inhalt

Erst seit jüngstem gehört die »Brecht- Sammlung Victor N. Cohen« dem Brecht-Archiv, einschließlich zahlreicher unbekannter Briefe, die Brecht während seines amerikanischen Exils Mitte der vierziger Jahre von der Ostküste der USA an Helene Weigel, mit der er seit 1929 verheiratet war, nach Kalifornien geschickt hat.
In einer ersten Bestandsaufnahme zum Jahreswechsel 1923/24 schreibt Brecht an und über die junge Schauspielerin: »H W / (zu deutsch: Havary)«; von ihr getrennt herrschen bei ihm »Starke Langeweile / 90 % Nikotin / 10 % Grammophon«. Immer wieder bestürmt er sie: Fragen nach einem Zimmer oder einer Wohnung, nach Büchern und Artikeln oder nach Autopreisen und der Wiederbeschaffung von verlorenen Papieren; er erkundigt sich nach ihren Rollen und Auftritten und nach der Resonanz von Publikum und Kritik; er berichtet über die Arbeitan seinen eigenen Stücken oder darüber, daß er »mit viel Nikotin wenige Sonette hergestellt« habe.
Nach der Flucht aus Deutschland Anfang 1933 geht es immer wieder um Orte, an denen Brecht weiterarbeiten kann, um die Mühsale einer Familie im Exil, um zwei Kinder, die ihre Muttersprache nur noch zu Hause hören, und um die Nöte einer Schauspielerin, die fünfzehn Jahre lang ohne Bühne ist. Und deren Briefen wir hier zum ersten Mal begegnen.

 »Liebe Helli,
ich lerne: gläser + tassen spülen, boden fegen, abfälle wegschaffen, rühreier und suppen machen, alles als autodidakt. Ich fühle mich dir sehr gewogen, wenn ich gläser spüle, daß du das nun so lange gemacht hast, unter anderem.«

Pressestimmen

»Die erstmals komplett vorgelegte Korrespondenz Brecht/Weigel gleicht einer Rhapsodie: Anschwellend, zart, abschwellend, dräuend, aufgischtend, mal dröhnen Kommandos wie Pauken, mal wispern die Schlagzeugbesen, und mal streichelt der Violinbogen. Wir erleben das Wunder einer Lebensliebe ohne Lebenslüge.«

Fritz J. Raddatz, Die Zeit

»Hoch zu loben ist die sorgsame Erläuterung der Briefe durch Erdrnut Wizisla, den Leiter des Berliner Brecht-Archives.«

Thomas Borchert, Heilbronner Stimme

»Brecht und Weigel führten keine symbiotische Beziehung, vielmehr war es eine >große Liebesbeziehung< (Weigel), von deren nicht kleinen Spannungen und Krisen die Briefe auch erzählen.«

Stefan mahlke, sonntaz

»Für Kenner und Liebhaber sind die Briefe eine willkommene Ergänzung des bisherigen Wissensstands. Der frische Blick auf Brecht und die Seinen ist mit diesem ausführlich kommentierten Briefband wieder möglich geworden.«

Armin Ayren; Cornelia Krauß, Stuttgarter Zeitung

»Die sorgfältig und ausführlich kommentierte Ausgabe stellte Erdmut Wizisla zusammen. Er leitet das Bertolt-Brecht-Archiv. Die Briefe sind das Dokument einer schönen und sperrigen Künstlerehe und Zeugnis der schwierigen Jahre im Exil.«

Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung

»Nun liegt also auch diese prominente Künstlerehe so umfangreich dokumentiert vor wie derzeit möglich, die Briefe sind eine reizvolle Ergänzung für die Gemeinde.«

Niels Beintker, BR "Diwan"

»Man spürt die Nöte, die Einsamkeit und die Heimatlosigkeit. Beeindruckend.«

Berliner Morgenpost

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