Ralf Rothmann
Im Frühling sterben - Roman

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Erschienen: 20.06.2015
Leinen, 234 Seiten
ISBN: 978-3-518-42475-9

Spiegel Bestseller Hardcover

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»Es sind mitunter beinahe übersinnliche Bilder, die in Rothmanns Roman plausibel klingen und unbedingt möglich und vor allem schön.«

Volker Weidermann, Der Spiegel 25/2015

 

Inhalt

»Sprach ich meinen Vater in der Kindheit auf sein starkes Haar an, sagte er, das komme vom Krieg; man habe sich täglich frischen Birkensaft in die Kopfhaut gerieben. Ich fragte nicht weiter nach, hätte wohl auch, wie so oft, wenn es um die Zeit ging, keine genauere Antwort bekommen. Die stellte sich erst ein, als ich Jahrzehnte später Fotos von Soldatengräbern in der Hand hielt und sah, dass viele Kreuze hinter der Front aus jungen Birkenstämmen gemacht waren.«

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich - »Fiete« - Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...

In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! ...

»Es sind mitunter beinahe übersinnliche Bilder, die in Rothmanns Roman plausibel klingen und unbedingt möglich und vor allem schön.«

Volker Weidermann, Der Spiegel 25/2015

 

Inhalt

»Sprach ich meinen Vater in der Kindheit auf sein starkes Haar an, sagte er, das komme vom Krieg; man habe sich täglich frischen Birkensaft in die Kopfhaut gerieben. Ich fragte nicht weiter nach, hätte wohl auch, wie so oft, wenn es um die Zeit ging, keine genauere Antwort bekommen. Die stellte sich erst ein, als ich Jahrzehnte später Fotos von Soldatengräbern in der Hand hielt und sah, dass viele Kreuze hinter der Front aus jungen Birkenstämmen gemacht waren.«

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...

In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«

Alle Kommentare

Das Buch habe ich in zwei Tagen gelesen, es hat mich in seinen Bann gezogen und es hat mich tief berührt. Ich gehöre zu der Kindergeneration der damaligen Kriegsteilnehmer und ich wunderte mich immer über das seltsam, verschlossene Verhalten meine Vaters (Jahrgang 26), wenn es um das Erlebte dieser Zeit ging. Keine Heldengesänge, keine Abenteuergeschichten, keine Begeisterung oder Kameradschaftsgefasel. Herr Rothmann hat den Nerv getroffen und produziert beim Lesen im Kopf die Bilder, die wir nicht mehr sehen müssen. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen; erstaunlich wie präzise und tiefgründig der Autor formuliert. Ein großes Kompliment dem Autor, denn so ein Buch war überfällig.
Wolfgang Stuchlik, 19.01.2017
Danke, dass es endlich einen Autor gibt, der das Grauen des Krieges und die Sprachlosigkeit der Elterngeneration in Worte fasst. Großen Respekt auch vor der Reherchearbeit, die dazu gehörte. Und nicht zuletzt Glückwunsch an Ralf Rothmann, dass er endlich die Beachtung bekommt, die er schon lange verdient.
Helmut Schmid, 14.09.2016
Dieser Roman ist ein weiteres Beispiel für Rothmanns Erzählkunst. Und man fragt sich, ob einem die Schrecken des Krieges nicht in einer Weise präsentiert werden, die nicht zuletzt an Grimmelshausen erinnert. Nur dieser hat zuvor die Absurdität des Krieges so eindrücklich dargestellt wie Rothmann: Ein Offizier, der über den Genitiv philosophiert, in einer Endzeit. Allein das ein Symbol für das unfassbar Absurde des Frühjahrs 1945.
Reiner Girstl, 10.08.2016
Ein Buch, das mich auch persönlich sehr betroffen gemacht hat. Wie viele Menschen meiner Generation (*1955) mag es geben, deren Väter nach Kriegsende ein Leben ohne die Möglichkeit, ihre Erlebnisse auf irgendeine Art verarbeiten zu können, weiterleben mussten und die gar nicht in der Lage waren, ihren Kindern viel darüber zu berichten...
Gerhard Schaufler, 05.01.2016
Sehr geehrter Herr Rothmann,

ich möchte mich bei Ihnen für Ihr Buch "Im Frühling sterben" herzlich bedanken.

Sie haben Wörter zum Leben erweckt, die ich zuletzt vor 40 Jahren gehört habe. Noch treffender kann man Geruch, Licht, Farben und Stimmungen der damaligen bäuerlichen Lebenswirklichkeit, des Kriegsgeschehens und der Nachkriegszeit nicht zum Ausdruck bringen.

Es gibt heute sonst niemanden, der in vergleichbarer Weise die damalige angstdurchsetzte Beziehungsstruktur von Nachbarn und Freunden, verseucht von Denunzianten, Überzeugungstätern und am System leidenden darstellen könnte.

Ich hoffe, dass Ihr Buch viele Leser finden wird, da nunmehr die letzten Zeitzeugen, insbesondere solche, die noch berichten wollen, am Ende ihres Lebens angelangt sind.

Haben Sie herzlichen Dank und lassen Sie uns Leser auch in der Zukunft am Reichtum Ihrer Sprache partizipieren.

Mit freundlichem Gruß,

Engelbert Kölker
Engelbert Kölker, 22.10.2015
»Ralf Rothmann ... hat mich restlos von seiner literarischen Bedeutung überzeugt. ... Seine Prosa erscheint mit lyrischer Eleganz und Eindringlichkeit, seine Charaktere wirken nicht bloß authentisch, sie sind real, wie sie uns da aus den Zeilen entgegentreten. Das Leid: unermesslich, und dennoch kann man sich nicht schützen vor dem Weiterlesen. Danke.«
Rebecca Seewald, 25.08.2015
»Nicht nur die apokalyptische Geschichte der letzten Kriegstage ist ›grandios‹ dargestellt, sondern insbesondere die Verzahnung mit autobiographischen Elementen des Autors überragend und in dieser Form literarisch einzigartig!«
Jörg Waschatz, 17.08.2015
»Es ist Ralf Rothmanns schonungsloser Realismus, der Im Frühling sterben zu einem außergewöhnlichen Stück deutscher Literatur macht. ... Es ist ein Mahnmal gegen das Vergessen, gegen die Grausamkeit des Kriegs, gegen wahnsinnige Befehle, gegen falsches Ehrgefühl, gegen die Diktatur des Bösen. Im Frühling sterben von Ralf Rothmann ist große Literatur.«
Gérard Otremba, soundsandbooks.com, 12.07.2015
»Ralf Rothmanns kleiner, eindringlicher Roman ist ... in großartiger Weise gelungen, ohne ein Wort zu viel und mit einer Anschaulichkeit, die einem die Haare zu Berge stehen lässt, und die uns drastisch vor Augen führt, was es einmal bedeutet hat, Deutscher zu sein.«
Felix Richter, Amazon-Rezensent, 12.07.2015
»›Im Frühling sterben‹ ist kein Buch der Woche, kein Buch des Monats und kein Buch des Jahres. Rothmanns Werk ist weit mehr: ein Buch für heutige und kommende Generationen, ein erschütternder Anti-Kriegsroman, der auch in vielen Jahren noch gelesen werden muss...«
Constanze Matthes, zeichenundzeiten.com, 03.07.2015
»Harten Tobak und brillante Erzählkunst präsentiert uns der Träger des Walter-Hasenclever-Literaturpreises des Jahres 2010 hier. Erzählt wird die Geschichte zweier Jungs aus Norddeutschland, die kurz vor Kriegsende noch zwangsrekrutiert werden. Eindringlich erzählt Rothmann über eine Zeit, in der die Welt für die beiden Freunde untergeht. Einer der beiden kommt mit dem Leben davon, Ralf Rothmanns Vater, dessen reale Erlebnisse der Sohn in diesem exzellenten Roman verarbeitet.«
Walter Vennen, 25.06.2015
»Ein wichtiger Roman, der uns die Schrecken des Krieges und des Naziterrors vor Augen führt und die Frage aufwirft, warum der Mensch zu Gewalt neigt. Ein Antikriegsroman, der sich vor Vergleichen mit der großen Literatur nicht scheuen muss. Unbedingt Lesenswert!«
Hauke Harder, leseschatz.wordpress.com, 23.06.2015

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