Rainald Goetz
Johann Holtrop. Abriss der Gesellschaft. Roman

Johann Holtrop. Abriss der Gesellschaft. Roman
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D: 19,95 €
A: 20,60 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 10.09.2012
Leinen, 343 Seiten
ISBN: 978-3-518-42281-6

»Eine brillante Machtanalyse. Für mich der Buchpreis-Gewinner des Jahres.«

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Wütend schritt ich voran.«

Als die Winter noch lang und schneereich und die Sommer heiß und trocken waren – Da stand der schwarzgläserne Büromonolith sinnlos riesig in der Nacht, am Ortsrand von Krölpa, Krölpa an der Unstrut, dahinter die Wälder, die Krölpa nördlich zur Warthe hin abgrenzten, da leuchtete einsam, böse und rot das glutrote Firmenlogo von Arrow PC oben am Dach über dem düsteren Riesen, aus schwarzem Stahl und schwarzem Glas gemacht, die rote Schrift darüber, ein Neubau, so kaputt wie Deutschland in diesen Jahren, so hysterisch kalt und verblödet konzeptioniert wie die Macher, die hier ihre Schreibtische hatten, sich die Welt vorstellten, weil sie selber so waren, gesteuert von Gier, der Gier –

Ein Chef stürzt ab. JOHANN HOLTROP erzählt die Geschichte eines Chefs aus Deutschland in den Nullerjahren. Der charismatische, schnelle, erfolgreiche Vorstandsvorsitzende Dr. Johann Holtrop, 48, seit drei Jahren Herr über 80.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von fast 20 Milliarden weltweit, ist aus der Boomzeit der späten 90er Jahre noch ganz gut in die neuen, turbulenten, wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gekommen. Die Handlung setzt ein im November 2001 und erzählt in drei Teilen, wie im Lauf der Nullerjahre aus Egomanie und mit den Widerständen wachsender Weltmissachtung, der Verachtung der Arbeit, der Menschen, der Gegenwart und des Rechts, ganz langsam und für Holtrop selber nie richtig klar erkennbar, ein totaler Absturz ins wirtschaftliche Aus, das persönliche Desaster und das gesellschaftliche Nichts wird, so abgrundtief und endgültig, wie sein früherer ...

»Eine brillante Machtanalyse. Für mich der Buchpreis-Gewinner des Jahres.«

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

»Wütend schritt ich voran.«

Als die Winter noch lang und schneereich und die Sommer heiß und trocken waren – Da stand der schwarzgläserne Büromonolith sinnlos riesig in der Nacht, am Ortsrand von Krölpa, Krölpa an der Unstrut, dahinter die Wälder, die Krölpa nördlich zur Warthe hin abgrenzten, da leuchtete einsam, böse und rot das glutrote Firmenlogo von Arrow PC oben am Dach über dem düsteren Riesen, aus schwarzem Stahl und schwarzem Glas gemacht, die rote Schrift darüber, ein Neubau, so kaputt wie Deutschland in diesen Jahren, so hysterisch kalt und verblödet konzeptioniert wie die Macher, die hier ihre Schreibtische hatten, sich die Welt vorstellten, weil sie selber so waren, gesteuert von Gier, der Gier –

Ein Chef stürzt ab. JOHANN HOLTROP erzählt die Geschichte eines Chefs aus Deutschland in den Nullerjahren. Der charismatische, schnelle, erfolgreiche Vorstandsvorsitzende Dr. Johann Holtrop, 48, seit drei Jahren Herr über 80.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von fast 20 Milliarden weltweit, ist aus der Boomzeit der späten 90er Jahre noch ganz gut in die neuen, turbulenten, wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gekommen. Die Handlung setzt ein im November 2001 und erzählt in drei Teilen, wie im Lauf der Nullerjahre aus Egomanie und mit den Widerständen wachsender Weltmissachtung, der Verachtung der Arbeit, der Menschen, der Gegenwart und des Rechts, ganz langsam und für Holtrop selber nie richtig klar erkennbar, ein totaler Absturz ins wirtschaftliche Aus, das persönliche Desaster und das gesellschaftliche Nichts wird, so abgrundtief und endgültig, wie sein früherer Aufstieg unwiderstehlich, glorios und plötzlich gewesen war. Das war Ihr Leben, Johann Holtrop! Was sagen Sie dazu?

Pressestimmen

»Rainald Goetz, dessen Werk sich wie das keines anderen deutschsprachigen Gegenwartsschriftstellers aus der offenen Auseinandersetzung mit der Realität und ihren Protagonisten speist, hat mit Johann Holtrop, das geschrieben, was seit Jahren immer wieder von ihm erhofft, in Andeutungen sogar versprochen und letztlich doch nicht wirklich erwartet worden war: einen großen Roman über das Deutschland der jüngsten Vergangenheit.«

Sebastian Hammelehle, Spiegel Online

»Humorvoll, ironisch, angriffslustig und wunderbar gehässig - sehr gelungen!«

Andreas Fanizadeh, taz. die tageszeitung

»Endlich gibt's einen neuen Roman von ihm.«

sueddeutsche.de

»Goetz gelingt ein eindrucksvolles Gesellschaftspanorama. Zeitgemäßer kann ein Roman nicht sein.«

Maika Albath, Deutschlandradio Kultur

»...ein Schlüsselroman über Aufstieg und Fall des früheren Bertelsmann-Vorstandschefs Thomas Middelhoff, eine genauestmögliche Mimikry an die Floskelsprache der Wirtschatfsapparate, eine fundamentale Abrechnung mit dem Kapitalismus als Lebensform am Beispiel seines Spitzenpersonals. Die Wiederkehr des Hasses als Motor des Erzählens.«

Richard Kämmerlings, Welt am Sonntag

»Er will etwas Großes. Er ist ein Projekt, ein Werk, eine Kampfansage.«

Iris Radisch, Die Zeit 37/2012

»Ja, das Buch ist wichtig, denn für diese Geschichte braucht es einen wie Rainald Goetz.«

Christine Käppeler, der Freitag

»...mit seiner hitzköpfigen Sprachgewalt,seinem kaltblütigen analytischen Furor, und seinem spröden Witz hat die Totalabrissbirne Goetz sich eindrucksvoll in ein Kaputtes System vergraben.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»Dieser >Abriss der Gesellschaft<, so der doppeldeutige Untertitel, holt schweres Gerät in die Trümmer eines Systems, in dem jeder seine eigenen Strippen zieht.«

Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Videobeiträge

Bildergalerien

Kommentare

Rainald Goetz hat mit »Johann Holtrop« ein tatsächlich grandioses Buch geschrieben, das einen Teil der Kritik scheinbar überfordert ... Man kann Goetz nur dankbar sein, daß er im Buch die Gegenwart in einer Form in Literatur überführt, wie dies schon lange nicht mehr zu lesen war: hier paart sich Mann'sche Komplexität mit Bernhardschem Furor. Nach »loslabern« eine weitere Steigerung.
Norbert Thiel, 18.01.2013

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