Gerbrand Bakker
Juni - Roman

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Juni
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 19.04.2010
Gebunden, 303 Seiten
ISBN: 978-3-518-42139-0

Inhalt

Die Königin kommt. Und das Dorf im nördlichsten Zipfel der Niederlande steht kopf. Mitten drin im Trubel dieses Junitages 1969 ist die Familie Kaan. Zwei der Söhne schwenken Fähnchen vor dem Gemeindehaus, und der kleinen Tochter auf dem Arm ihrer Mutter Anna streicht Königin Juliana höchstpersönlich über die Wange.

Vierzig Jahre später ist es ruhig geworden auf dem Hof der Kaans. Drei Generationen leben jetzt dort, das alte Bauernpaar, Sohn Klaas und seine Familie. Aber Vieh gibt es außer dem Stier und dem Hofhund keines mehr. Und daß Altbäuerin Anna sich regelmäßig mit einer Flasche Eierlikör und ihrer Seelenlast im Gepäck auf den Heuboden zurückzieht – wo ihr lediglich der stoisch kauende Stier Gesellschaft leisten darf –, wird von der Hofgemeinschaft stillschweigend akzeptiert. Nur die fünfjährige Dieke wundert sich. Was vor vierzig Jahren dem Leben ihrer Familie eine völlig andere Richtung gegeben hat, offenbart sich dem Leser erst nach und nach.

In Juni erzählt Gerbrand Bakker von einem Dorf, einem Hof, einem tragischen Unfall, vor allem aber von einer Familie, deren Mitglieder alle auf ihre Weise versuchen, mit der Erinnerung umzugehen. So wortkarg wie wortstark tut er dies, in der lakonischen, berührenden Sprache, die schon Oben ist es still auszeichnet, seinen erfolgreichen Debütroman – »ein ganz großes Vergnügen« (Spiegel Online).

Pressestimmen

»Gerbrand Bakker fasziniert mit seiner kargen Sprache, den sparsamen, wie ausgerissen wirkenden Dialogen und seinem feinen Blick für Details.«

Annette Garbrecht, Financial Times Deutschland

»Gerbrand Bakker schreibt mentalitätsgeschichtliche Romane von grandioser Tiefenschärfe. Wenn in >Juni< die große, die Zeitgeschichte in den Rahmenhandlung gefasst und damit an den Rand gedrängt ist, so zeigt der Verfall des Hauses Kaan gerade in seiner Abschottung die Hinfälligkeit und den Zerfall ländlicher Lebensweise und Weltsicht umso deutlicher. … Als meisterliches Kammerspiel auf der Bauernbühne, in subtiler Verschränkung der Figurenperspektiven, ohne Schielen auf aktuelle Trends und manchmal mit leiser Ironie inszeniert Gerbrand Bakker den ländlichen Strukturwandel in den Niederlanden als Comédie humaine unserer Zeit und schreibt Gegenwartsliteratur im besten Sinne.«

Ulrich Baron, Die Zeit

»Bakker hat einen artifiziell komponierten, stillen und eindringlichen Roman über das Unglück geschrieben. Über das Unglück, das Leben und das Weiterleben – auch wenn es unmöglich zu sein scheint.«

Isa Schikorsky, Lesart 2/10

»Was an Bakkers Schreibweise … besticht, ist, wie er wortkarge Menschen miteinander kommunizieren lässt. Menschen, die nie das ausdrücken, was sie meinen, sondern höchstens andeuten, was sie bewegt. Der Leser kann sich so zu allem seine Gedanken machen.«

Konrad Holzer, Buchkultur, Wien Februar/März 2011

»Auch in seinem neuen Roman erweist sich Gerbrand Bakker als ein Meister der Andeutungen, der aus Erinnerungsfragmenten eine ländliche Anti-Idylle entwirft.«

Christoph Schröder, Der Spiegel (KulturSpiegel) 6/2010

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