Marcel Beyer
Kaltenburg - Roman

Kaltenburg
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D: 19,80 €
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CH: 30,50 sFr

Erschienen: 17.03.2008
Gebunden, 394 Seiten
ISBN: 978-3-518-41920-5

Inhalt

Marcel Beyer hat einen neuen großen Roman geschrieben. Der »Erfinder der Wirklichkeit«, der Heinrich-Böll- und Uwe-Johnson-Preisträger, der »Dichter des ganzen Deutschland« entwirft in ihm ein Panorama deutscher Geschichte von den dreißiger Jahren bis in die Gegenwart. Wie im Erfolgsroman »Flughunde« verwebt Marcel Beyer erneut Persönliches und Geschichtliches derart überzeugend miteinander, daß wir den Ereignissen im katastrophischen Deutschland des 20. Jahrhunderts gebannt folgen.

Ludwig Kaltenburg, geboren 1903, Biologe, arbeitet Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts in Posen. Dort begegnet er zum ersten Mal dem Ich-Erzähler, zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind. Im Gefolge des Zusammenbruchs des »Dritten Reichs« flüchtet der Junge mit seinen Eltern nach Dresden. Dessen Bombardierung im Februar 1945 überlebt er und beginnt ein Studium der Ornithologie, das ihn erneut in engen Kontakt zu Kaltenburg bringt. Der kann in Dresden ein eigenes Institut gründen und sich internationales Renommee erwerben. Wie erfahren die beiden Wissenschaftler, der angehende und der erfolgreiche, die Gründung und Konsolidierung der DDR in Dresden, welche Wendungen nehmen die Lebensläufe der beiden in den unterschiedlichen Stadien der DDR, wie erlebt der Ornithologe schließlich das Ende der DDR?

 

Pressestimmen

»Kaltenburg ist die meisterliche Vergegenwärtigung von Zeitgeschichte mit den Mitteln des Romans, ein Buch, mit dem Beyer seinen vielgerühmten Roman Flughunde aus dem Jahr 1995 noch übertrifft. ... Wie Marcel Beyer die verborgene Poesie der Fachsprachen in der eigenen Prosa zum Klingen bringt, ist einzigartig.«
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Als Antidot gegen dieses in seiner grellen Mixtur aus Beobachtungskälte und deliranter Brünstigkeit so aufdringliche Buch (Die Wohlgesinnten) lese man Marcel Beyers neuen Roman, tausend Seiten kürzer und doch umfassender als noch weitere tausend Seiten Littell sein könnten. ... Allein wie er mit seinen Bezügen auf Literatur umgeht, das unterscheidet sich in seiner Dezenz - Stendhal - wie Virtuosität - Proust - ums Ganze von den prätentiösen Draperien Littells. Dabei bewegt der Roman sich in einem ähnlichen Problemhorizont von Täter-, Mittäterschaft und den Folgen rationaler Sachlichkeit und Beobachterkälte. ... Nicht Anthropologie als wohlfeile Fatalitätsannahme und Extremisierungslizenz steht da im Zentrum, sondern das ebenso komplexe wie subtile Zusammen- und Gegenspiel von Natur- und Zeitgeschichte - kein Aufgeilen am möglichst Inhumanen, sondern Ausloten des möglichen Humanen.«
Erhard Schütz, Freitag
»Gegen den Trost des Geschichtenerzählens ist dieser Roman geschrieben. Seine Konstruktion ist überlegt und haltbar wie kaum eine andere in der jüngeren deutschen Literatur. Eben dadurch zieht Kaltenburgdem Leser den Boden unter den Füßen weg.«
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung
»Wohl versteht sich Marcel Beyer wie nur wenige andere auf das Gespräch der Toten. Von dem frühen Roman Menschenfleisch über Flughunde und Spione bis zu diesem jüngsten Buch ist hier ein Schriftsteller am Werk, der gegen das Verstummen anredet, der den Stummen eine Stimme leiht und mit den Mitteln der Poesie der Toten gedenkt. Denn dies ist dieser Roman: Ein Buch der Geschichten, das mit dem Zauber der Sprache einen Bann über der Geschichte zu lösen verspricht – den Bann des Schweigens. Deutsche Geschichte – vom Nationalsozialismus über die DDR bis zur Wendezeit – wird darin auch verhandelt, aber nicht im Stile historischer Belehrung zum Zweck sittlicher Ertüchtigung.«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung
»Kaltenburgist ein berührender, spannender und suggestiver Roman, der fern jeglichen Geraunes durch die Zeiten mäandert und dabei den Menschen zutage fördert, in all seiner Armseligkeit, seiner Leidenschaft, seiner Wut, seiner Trauer.«
Christoph Schröder, Die Tageszeitung

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