Pola Kinski
Kindermund

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D: 19,95 € *
A: 20,60 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 15.01.2013
Gebunden, 267 Seiten
ISBN: 978-3-458-17571-1

»Ich möchte nicht seine Augen haben. Er schoss mit seinen Augen Pfeile in die Welt. Aber egal wie er mich ansah: zärtlich, zornig, flehend, befehlend, weinerlich oder kalt. Ich mochte seinen Blick nicht ... Ich hatte immer das Bedürfnis, es aufzuschreiben ... Jetzt war der richtige Zeitpunkt. Das hat sich mir aufgedrängt, das zu schreiben. Nicht nur für mich, sondern auch für andere, die Ähnliches erlebt haben. Wir haben alle auf eine Weise lebenslänglich ... Jeder hat das.«
Pola Kinski im stern-Gespräch

Autobiografie einer zerstörten Kindheit

Pola Kinski ist drei Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden lassen. Sie ist das erste Kind von Klaus Kinski, einem aufstrebenden Schauspieler, damals, Mitte der fünfziger Jahre. Nach der Scheidung lebt das Kind bei Mutter und Großvater in München; seinen Vater sieht es nur selten. Alles ändert sich, als Kinski in Fernsehen und Kino der Durchbruch gelingt. Er holt seine Tochter bei jeder Gelegenheit zu sich nach Berlin und später nach Rom, lässt sie zu den wechselnden Drehorten nachreisen. Pola erlebt die Tobsuchtsanfälle und die Verschwendungssucht ihres Vaters: Er brüllt auf sie ein und überhäuft sie mit Geschenken und Geld. Was sie sich sehnlichst wünscht, die Liebe und Geborgenheit der Eltern, versagen ihr Mutter wie Vater. Die Zuwendung der einen gilt bald nur mehr dem neuen Mann und zweiten Kind. Der andere macht die eigene Tochter über Jahre zu seiner Kindfrau.

Kindermund ist Pola Kinskis Autobiografie ihrer Kindheit und Jugend. Sie erzählt, wie es war, die Tochter des Enfant terrible des deutschen Films zu sein, und sie rechnet ab, so unsentimental wie schonungslos: mit einem, für den es als selbstverständlich galt, sich über alle Grenzen hinwegzusetzen und der es skrupellos in Kauf nahm, das Leben des eigenen Kindes zu zerstören.

Aus dem Buch

»Ich friere, und zugleich ist mir heiß. Ich rieche die Angst, die aus meinen Poren drängt, und doch spüre ich mich nicht. Ich fasse nach der Glut der Zigarette, ich spüre sie nicht. Ich zwicke mir in die Wange, ich spüre mich nicht. Ich befinde mich in einer Kugel, sie ist durchsichtig. Eine Haut wie eine Seifenblase trennt mich vom Leben.«

Pressestimmen

»Pola Kinski hat für ihre versteckte Qual eine Sprache gefunden. Sie hat damit Ihre Verzweiflung aus sich herausgerissen und neben sich gestellt.«

Jürg Acklin, Süddeutsche Zeitung

»Kein angenehmes Buch - aber ein gutes, wichtiges und lesenswertes.«

Anne-Dore Krohn, kulturradio

»In starken Bildern lässt Kinski die Gedanken- und Gefühlswelt eines Kindes entstehen, das sich mal als hübsche Staffage, mal als Fremde in der eigenen Farnilie fühlt. Und noch etwas gelingt ihr: Die Widersprüchlichkeit darzustellen, die die Gefühlswelt eines Missbrauchsopfers beherrschen kann.«

Claire Horst, Jungle World Online

»Mit ihrem Buch hat sie gegen den Mythos Kinski angeschrieben, es ist der Versuch, ihn zu demaskieren. Vom wahnsinnigen Genie bleibt nur der Wahnsinn.«

SPIEGEL ONLINE

»Mutig nennt ihre Schwester Nastassja Kinski ihr Buch und mutig ist es auch, denn Pola schont sich nicht, schreibt sich nicht selber schön, sie schreibt es nur endlich alles nieder und zeigt der Öffentlichkeit, die den >kolossalen Kinski< immer noch verehrt, ihren Vater - nackt.«

Veronika Bock, WDR

»Pola Kinskis Kindermund ist mehr als eine Abrechnung: Es ist auch ein Erinnerungsbuch von literarischem Rang«

Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau

»Pola Kinski hat das Denkmal ihres Vaters mit Brachialgewalt zum Einsturz gebracht.«

Peter Mohr, Wiesbadener Kurier

Kommentare

Ich danke dem Insel Verlag für die Veröffentlichung von Frau Kinskis Buch. Es ist so wichtig, dass das Thema Kindesmissbrauch auf diese Weise einmal mehr besprochen wird. Ich habe das Buch heute bereits kaufen und lesen können. Es ist so schrecklich, was dort beschrieben wird! Frau Kinski hat so Schlimmes durchleben müssen, aber inzwischen zum Glück eine Form gefunden, sich darüber äußern zu können. Sie muss sehr stark sein, dass sie es geschafft hat, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich wünsche ihr und allen anderen Betroffenen viel Kraft und Mut, den Tätern etwas entgegenzusetzen.
Berit F., 12.01.2013

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