Andreas Maier
Kirillow - Roman

Kirillow
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 21.02.2005
Gebunden, 348 Seiten
ISBN: 978-3-518-41691-4

Inhalt

Mehr als Freundschaft, fast so etwas wie Wahlbrüderschaft verbindet Frank Kober und Julian Nagel, die an der Universität in Frankfurt am Main studieren. Kein Fachgebiet scheint sie zu beschäftigen, sondern ganz prinzipiell die Frage, wie falsches und wahres Leben zu unterscheiden sind.
Während Kober in jüngster Zeit still, ja beunruhigend schweigsam geworden ist, hält Julians Erregung ihn selbst und den Freundeskreis, zu dem neuerdings einige Russinnen und Russen gehören, mit Überraschungen und Provokationen in Atem. Von einem Andrej Kirillow im fernen Chabarowsk, der Julian, mehr noch Kober ähneln soll, kursiert ein Manifest über den Zustand der Gesellschaft, das eifrig verteilt und besprochen wird. "Die Menschheit funktioniert wie ein Krebsgeschwür, und ihr Wachstumsauslöser ist das Streben nach Glück und Wohlbefinden." Bei einem Ausflug bringt Julian als Ausweg die Selbsttötung ins Spiel. Wenig später bricht die Gruppe zur alljährlichen Demonstration gegen die Castortransporte ins Wendland auf. Dort scheitert Julian mit einer verwegenen, nächtlichen Einzelaktion.


Unversehens - leichter noch als in den ersten beiden Romanen - verstrickt uns Andreas Maier mit Kirillow in das Beziehungs- und Redegeflecht einer Gruppe junger Leute, die ständig in Bewegung ist: auf der Suche nach Erleuchtung, einem Lebensziel, einem Partner, Anerkennung, mehr Alkohol und mehr Würstchen und einem Schlafplatz für den Rest der Nacht. Ebenso unterhaltend wie bestechend wirkt die Komik , mit der Maier den Ernst der Krankheit Jugend zum Gegenstand seines Erzählens macht, ohne die kleinste Konzession an den Jux.

Pressestimmen

»... dafür hätte es auch vom großen Elias Canetti Applaus gegeben.« 
ORF
 »Andreas Maier schreibt sich mit Kirillow in die erste Reihe der deutschen Gegenwartsliteratur.« 
Die Tageszeitung
 »Die Menschen in Andreas Maiers Roman will man nicht verändern. Denn das ist die gute Nachricht: Sie sind wunderbar geschildert, lebendig und eigensinnig, individuell und vollkommen unberechenbar - sogar für den Autor selbst. [...]
Diese Forschungsreise ist Andreas Maier geglückt. Kirillow enthält vieles: Gesellschaftskritik, die berührende Innenschau einer Generation und auch Satire. Kirillow ist beides: erstaunlich unterhaltsam - und klug.«
hr Fernsehen, Hauptsache Kultur
»Mit Kirillow erweist sich Andreas Maier nicht mehr nur als strenger Sprachkritiker und zartbitterer Menschenkenner, sondern vor allem als Schriftsteller. Als Satzbauer, Beziehungsflechter, Gehirnforscher, Pulsfühler. Das übertrifft all die großen Erwartungen, die man an ihn hatte.« 
Berliner Zeitung
 
»Und es ist ein echter Maier-Roman, nur klarer, radikaler, weniger komödiantisch und ausgestattet mit erstaunlich zarten Liebesszenen.« 
Journal Frankfurt
»... wie Maier auch diesmal den Leser mit seinem Erzählfluss derart mitreißt, dass einem Hören und Sehen vergeht, ist gekonnt und auf hohem Niveau auch sehr unterhaltsam.« 
Rheinischer Merkur
 »Die Frankfurter Kneipen und Apfelweinstuben, die Häuser und Wohnungen im Taunus und in den Frankfurter Stadtteilen Ginnheim und Sachsenhausen, die Polizeiwachen und Studentenbuden sind keine Phantasie-Schauplätze, sondern Orte einer Heimat, die Andreas Maier als literarisches Material dient. Von ihrer Idealisierung kann so wenig die Rede sein wie bei Elfriede Jelinek oder Arnold Stadler, um zwei weitere Größen der deutschen Sprache zu nennen, die ihre Heimatrecherchen am Rande des Wahns betreiben. Maiers Literatur ist so getrieben, so obsessiv, dass die Stoßrichtung - Ernst oder Klamauk - kaum zu greifen ist. Man muss also ein bisschen Geduld aufbringen, was allerdings nicht schwer fällt, da das Geschehene etwas geradezu Rasendes hat.« 
Frankfurter Rundschau
 »Maiers Roman führt literarisch zwingend vor, in welch gut getarnten Figuren das Politische auch in solchen Gesellschaften überlebt, die von sich glauben, ihre grundlegenden Konflikte gelöst zu haben. Er liefert gleichzeitig das präzise, tragische aber immer wieder hochkomische Porträt einer Generation, die im allgemeinen Gerede keinen Ort mehr findet, an dem sie Widerspruch festmachen könnte. Er schreibt darüber hinaus eine Prosa, die so intensiv ist, dass einem am Ende der Lektüre die Ohren dröhnen. Kurz, prägnant und ohne langes Gerede: Dies ist ein selten großartiger und kluger Roman.« 
Falter

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