Rainald Goetz
Klage

Klage
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D: 22,80 €
A: 23,50 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 13.10.2008
Gebunden, 428 Seiten
ISBN: 978-3-518-42028-7

Inhalt

Einer eigenen, allgemeinen Programmschrift gegen die Verzweiflung von Herbst 2006 folgend, trat KLAGE Anfang Februar 2007 auf der Internetseite der neu gegründeten Zeitschrift Vanity Fair als aktuelles Weblog an und konkretisierte seine Themen im ersten Eintrag folgendermaßen:

 »Beim Heben des Kopfes wird der Dunkelraum sichtbar, den ich in letzter Zeit in verschiedene Richtungen hin auszumessen versucht habe, notierte Kyritz, vielleicht vergeblich.

1: Text; 2: Politik; 3: Geschichte; 4: Liebe; 5: Familie; 6: Justiz

Ein Gewitter zieht auf. Kurze Zeit später setzte heftiger Regen ein. Kyritz wollte hier eigentlich nur in Frieden dasitzen, ohne an Leid und Tod erinnert zu werden.«

 KLAGE versuchte dabei, an einigen neueren Üblichkeiten der Weblogs, speziell an der Ichfigur, eher vorbeizugreifen, ohne jedoch ganz auf sie zu verzichten. So ergab sich die Form des Denkpartikels, der kurzen Argumenterzählung, der polemischen Intervention, des eiligen Tagesgedichts manchmal auch. Eine Form, wie man sie eigentlich aus den Reflexionstagebüchern der Tradition schon kennt. Für das Weblog KLAGE war der Weg dorthin ein Experiment – das man im Buch KLAGE jetzt nachvollziehen kann.

Pressestimmen

»Das ist toll und nur manchmal peinlich, wenn der Autor zum Beispiel einer Biermarke für den schönen Abend dankt. Goetz ist das egal. Lieber lässt er sich anpöbeln, von der Kritik nerven. Er will mutig sein und ohne Schere im Kopf schreiben. “Klage” ist ein frei atmendes Werk, eines seiner besten.«

Jan Drees, jandrees.de
»Leidenschaft für die Kultur, auch der Respekt und die Dankbarkeit vor dem Werk, das ist seine andere Seite. Die Schroffheit überdeckt zuweilen, dass sie Form eines Interesses ist. Goetz versteht sich - egal ob er Kunst, Medien oder Politiker begutachtet - in einem sehr puristischen Sinn als Aufklärer, was ein gewisses Isoliertbleiben erfordert. Diese Beobachtungen können auch fein, unpolemisch, fast babyzart sein; so wie er die Kunst der Nachsichtigkeit predigt, einen heißen, glücklichen Sommertag in Berlin schildert, er - ausgerechnet er - das negative Denken verbieten will. Bei Goetz gehe es darum, schrieb die Zeitvor Jahren, »den Moment des glücklichen Lebens zu beschreiben, um die Möglichkeit, das authentische Leben festhalten zu können - und das im Wissen, daran scheitern zu müssen«. So war sein Blog auch Plädoyer für die Nettigkeit, dass der nette Mensch »nicht automatisch ein Trottel ist«. Denn »das Nettsein netter Menschen ist das Resultat einer dauernden Bemühung darum, die Schwierigkeiten im Miteinander beherrschbar zu gestalten«. Er wünscht sich, dass alle doch »bitte ein bisschen leiser sprechen und den Ichpunkt ein bisschen abschwächen«. Wen überkommt dieser Wunsch nicht tagtäglich?«
Matthias Wulff, Welt am Sonntag
»Sich der Wirrheit der Eindrücke zu stellen und undiszipliniert Erfahrungen zu machen, um mit diesen Erfahrungen dann äußerst diszipliniert zu argumentieren - so könnte man seit jeher das literarische Programm von Goetz umreißen (bei den meisten Autoren ist es ja andersherum). 'Es geht doch ganz einfach', schreibt er einmal, 'lesen, schreiben, leben'. So einfach ist das dann natürlich doch nicht. ... Aus der Perspektive des Literaturbetriebs ist die Rainald Goetz-Geschichte die Geschichte eines großen Scheiterns. Statt des vielfach angekündigten Romans kommt mit Klage ein Buch, das versammelt, was schon einmal im Netz stand. Das dürfte wohl auch der Hauptgrund für das große Schweigen sein, das das Erscheinen dieses Buchs begleitet. Und es stimmt. Klage erzählt keine Geschichte, erzählt nicht mal eine Nicht-Geschichte. Rainald Goetz macht mit Klage etwas anderes: Er zeigt, daß Denken heißt, jeden Tag wieder bei Null anzufangen.«
Tobias Rapp, WDR 3

»Krisenbewusst und hochreflexiv wird die Umsetzung einer Schreibweise des Extremen vorangetrieben, entblättert sich vor unseren staunenden Augen die permanente Verfertigung eines Diskurses, der zeigt, was Pop als Haltung und eben auch als philosophischer und durchaus auch streitbarer Gegen-Text zu leisten imstande ist. Denken, so werden wir hier endlich wieder mal erinnert, ist Pflicht.«

Thomas Ballhausen, Bücherschau 4/2008

Videobeiträge

Nachrichten

Kommentare

Selbstredent ist das baldige Erscheinen eines neuen Goetzbuches eine große Freude. Wieder ein Internettagebuch - "Abfall für alle" war großartig und es besteht auch für diese Buch kein Zweifel an der Qualität. Gößer indes wäre die Freude angesichts eines neuen Romanes - ob das Genre nun seit zig Jahren als tot gilt oder nicht.
Pilack, 26.09.2008

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