Christoph Menke
Kraft - Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie

Kraft
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Erschienen: 13.10.2008
Broschur, 155 Seiten
ISBN: 978-3-518-58509-2

Inhalt

Als im 18. Jahrhundert die Ästhetik als eigenständige philosophische Disziplin entstand, war das nicht nur der Beginn einer neuen Denkungsart über das Schöne bzw. Erhabene und die Künste. Die Ästhetik löste sich auch von der reinen Kunstbetrachtung und begann, traditionelle philosophische Grundbegriffe wie Sinnlichkeit, Fähigkeit und Tätigkeit neu zu bestimmen. Das »Ästhetische« wurde von nun an als eine Kategorie begriffen, die den menschlichen Geist im ganzen betrifft. Wie genau dieser Perspektivenwechsel zu denken ist, war allerdings von Beginn an strittig. Während der Gründervater der philosophischen Ästhetik, Alexander Gottlieb Baumgarten, sie als ein Denken des Subjekts und seiner praktisch erworbenen Vermögen versteht, entwickelt Johann Gottfried Herder sein einflußreiches Modell von der Ästhetik als ein Denken der Kraft: der Kraft in Differenz zum Vermögen, des Spiels in Differenz zur Praxis, des Lebens in Differenz zum Handeln. Ist für Baumgarten die Ästhetik Modell und zugleich Instrument der Subjektivierung, so versteht Herder sie als Anthropologie von einem ästhetischen Standpunkt, als ein Denken des Menschen bzw. des Subjekts in Differenz zu sich selbst.
In seiner historischen wie systematischen Rekonstruktion der ästhetischen Debatten des 18. Jahrhunderts und ihrer Ausläufer tritt Christoph Menke einen Schritt zurück, um den Blick zu schärfen für den höchst produktiven Streit zwischen »Vermögen« und »Kraft«. Diesen Streit liest er zugleich als die Matrix entscheidender Frontstellungen in der gegenwärtigen Philosophie, zu deren Aufklärung – nicht Überwindung! – er mit diesem Buch beitragen möchte.

Pressestimmen

»Letztlich geht es Menke um ein erweitertes Bild des Menschen, das auf dem Widerspiel von unkontrollierbaren Kräften und eigenmächtiger Gestaltung beruht. Im ästhetischen Zugang zur Praxis wird der Mensch sich seiner Freiheit bewusst, aus den Verhältnissen das zu machen, was seinem besonderen Selbstverständnis entspricht. Man könnte diese von Menke klug und elegant entwickelte Haltung als ethischen Vitalismus bezeichnen: Erst die Belebung durch natürliche Kräfte führt den Menschen dazu, eine für ihn bedeutungsvolle soziale Praxis zu entwickeln. Dass diese Praxis keine Allgemeingültigkeit kennt, macht ihren ästhetischen Reiz, aber auch ihre politische Unbestimmtheit aus.«
Ludger Heidbrink, Neue Zürcher Zeitung
»Christoph Menke verbindet in seinem Buch Kraft /em>beide philosophischen Teilbereiche, den praktischen und den ästhetischen, allerdings vermeidet er jeden spaßkulturellen Anklang. Ratgeberhaft will er an keiner Stelle sein. Dem Potsdamer Philosophen geht es mit der Kraft vielmehr um einen »Grundbegriff der ästhetischen Anthropologie« und damit, so das erklärte Ziel seines Buches, um die Begründung der menschlichen Freiheit aus dem Geiste der Kunst, respektive der künstlerischen Tätigkeit.«  
Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

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