Felix Hartlaub
Kriegsaufzeichnungen aus Paris

Mit Zeichnungen des Autors und zeitgenössischen Fotos
Kriegsaufzeichnungen aus Paris
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Erschienen: 18.04.2011
Bibliothek Suhrkamp 1462, Gebunden, 163 Seiten
ISBN: 978-3-518-22462-5

Inhalt

Felix Hartlaub (1913–1945), eine der großen Hoffnungen der deutschen Literatur des letzten Jahrhunderts, ging an einem der letzten Kriegstage 1945 in Berlin verloren. Der promovierte Historiker hinterließ ein wenig umfangreiches literarisches Werk; in dessen Zentrum: die »Aufzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg«, 1940/41 aus dem besetzten Paris, später aus dem Führerhauptquartier. Diese Fragmente gehören zu den genauesten, empfindlichsten und dichtesten Wortmeldungen deutscher Sprache, die uns aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs erreicht haben.»In Paris 1941«, schreibt Durs Grünbein, »verliert er keinen Augenblick aus dem Gedächtnis, daß er als Angehöriger einer Besatzerarmee dort ist. Der niedrige Dienstgrad schärft ihm den Gerechtigkeitssinn, das Schamgefühl vor der unterdrückten Bevölkerung. Auf Jahre hin sieht er das Verhältnis der Deutschen zu Frankreich diskreditiert. Dabei war ihm, mit der Neugier des stoffhungrigen Zeitgeschichtlers, die Versetzung ins Feindesland willkommen gewesen. ›Man muß die Vernichtung Europas aus der Nähe sehen …‹«

Mit dem Nachwort »Der Verschollene« von Durs Grünbein.

Pressestimmen

»Er ist der unauffällige, betroffene Flaneur, ein fantastischer Stenograf des Alltags, wortgewandt und manchmal, wie er im Januar 1941 der Familie gestand, von einer Traurigkeit, die zu ›regelrechten Denk und Sprechlähmungen‹ führte.«

Klaus Bellin, Neues Deutschland

»Man könnte diese Pariser Aufzeichnungen mit dem Skizzenbuch eines Malers vergleichen. Es geht ihm weniger um die Gegenstände als um seine inspirierte Reaktion auf sie. Ob seinen Szenerien eine Moral innewohnt oder ob sie frei von jeglicher Botschaft sind – das zu entscheiden, bleibt den Lesern überlassen.«

Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau

»Felix Hartlaub hätte zu einem der wichtigsten deutschen Nachkriegsschriftsteller werden können, wenn er nicht in den letzten Berliner Kriegstagen spurlos verschwunden wäre. … Hartlaubs ambivalenter Blick auf die Stadt wird, trotz aller scharfsinnigen Genauigkeit, vom Schamgefühl, Teil einer Besatzerarmee zu sein bestimmt. Ein literarisch wie historisch außergewöhnliches Dokument.«

ParisBerlin. Magazin für Europa Juni 2011, Nr. 65

»Hartlaubs Kriegsaufzeichnungen sind eine Hingabe ans Sinnliche, ein impressionistischer Rausch der Wahrnehmung. ... Es sind Szenen von großer Eindringlichkeit und Symbolkraft, die Hartlaubs namenlose Erzählerfigur skizzenhaft festhält.«

Oliver Pfohlmann, Landshuter Zeitung

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