Ingeborg Bachmann
Kriegstagebuch - Mit Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Hans Höller
Kriegstagebuch
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D: 15,80 €
A: 16,30 €
CH: 22,90 sFr

Erschienen: 19.04.2010
Gebunden, 107 Seiten
ISBN: 978-3-518-42145-1

»...eine wirkliche Entdeckung.«

Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.04.2010

 

Inhalt

»Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde – das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!« 1945, unmittelbar nach Kriegsende, notiert die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann diese Zeilen in ihrem Tagebuch. Aus ihnen sprechen die Abscheu vor der NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. Der euphorische Ton hat noch einen weiteren Grund: Ingeborg Bachmann hat sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh verliebt, einen Wiener Juden, dem 1938 die Emigration gelang. Er befragt die junge Frau zunächst zu einer Mitgliedschaft im »Bund deutscher Mädel«; es entsteht bald eine enge Freundschaft. Dennoch wandert Hamesh im Frühjahr 1946 in das damalige Palästina aus.
Zum ersten Mal wird Ingeborg Bachmanns Kriegstagebuch vom Spätsommer 1944 bis zum Juni 1945 vollständig aus dem Nachlaß publiziert. Der Band versammelt zusätzlich sämtliche erhaltene Briefe von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann. Zusammen mit den Journalaufzeichnungen entsteht so ein einzigartiges Dokument des Dialogs zwischen den Kindern der Opfer und der Täter.

Pressestimmen

»Es ist dies, nach der Publikation des Briefwechsels Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vor anderthalb Jahren, wieder eine kleine Sensation, die Literaturgeschichte schreiben wird. Auch dank des vorzüglichen Kommentars von Herausgeber Hans Höller entsteht ein Zeitbild, dessen Tentakel bis in Bachmanns künftiges Werk hineinreichen. … Die Besonderheit dieser Tagebuchblätter liegt überhaupt eher im Detail des gelebten Widerstands, im Rausch des unverhofften Friedens, im Glück der Befreiung.«

Ina Hartwig, Die Zeit

»Doch beides zusammen, die Empfindungen und Gedanken einer sensiblen Jugendlichen, ihre Träume und Vorstellungen von der Zukunft, und die Hoffnungen und Ängste eines Holocaust-Überlebenden ergeben zusammen ein berührendes Dokument der unmittelbaren Nachkriegszeit.«

Sigrid Hoff, WDR5

»Was diesen sensationellen Fund so faszinierend macht, ist nich nur die Tatsache, dass man hier die spätere Literatur-Ikone quasi als Jugendliche kennenlernt, einen Blick in ihr mentales Mädchenzimmer werfen kann. Was vielmehr so verblüffend wie anrührend wirkt, ist die Brechung des Historisch-Politischem im Prisma privater, ja intimer Erfahrung. So als geschähe hier absichtslos und unbewusst, was der Dichterin später in der Lyrik gelang: die Erhellung der Wirklichkeit im Licht der Subjektivität.«

Alexander Altmann, Münchner Merkur

»... diese Briefe sind ein Dokument aus dem Umkreis der grössten Dichterin deutscher Sprache und rechtfertigen schon deshalb eine Publikation. Es gibt die tiefe Verstörung eines brutal aus seiner Heimat, seiner Kindheit, seiner Familie, seiner Kultur herausgerissenen jungen Menschen wieder, der mit diesem Trauma wiederum ganz allein ist und es, trotz der kurzen Begegnung mit Ingeborg Bachmann, auch bleibt. ... Die wenigen Seiten des Jugendtagebuchs (sie sind in Höllers rororo-Bändchen schon auszugsweise zitiert worden und auch in einer Ausstellung zu sehen gewesen) sollte und wird sich niemand entgehen lassen, der Ingeborg Bachmann liebt. Sie zeigen einen jungen Menschen, der einen Albdruck von sich genommen sieht und gerade zu begreifen beginnt, was das sein kann: Leben und Freiheit.«

Martin Ebel, Tages-Anzeiger

»Ein Fund, früh poetisch, der stark zu Herzen geht. Erst recht durch die angehängten Briefe, die der nach Palästina auswandernde Jack an seine ‘liebe Inge’ schreiben wird: wehe Zeugnisse eines auch sprachlich Zerrissenen, Epiloge einer Begegnung, die beiden viel bedeutet, aber ohne Zukunft ist.«

Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung

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