»Es ist dies, nach der Publikation des Briefwechsels Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vor anderthalb Jahren, wieder eine kleine Sensation, die Literaturgeschichte schreiben wird. Auch dank des vorzüglichen Kommentars von Herausgeber Hans Höller entsteht ein Zeitbild, dessen Tentakel bis in Bachmanns künftiges Werk hineinreichen. … Die Besonderheit dieser Tagebuchblätter liegt überhaupt eher im Detail des gelebten Widerstands, im Rausch des unverhofften Friedens, im Glück der Befreiung.«
Ina Hartwig, Die Zeit
»Doch beides zusammen, die Empfindungen und Gedanken einer sensiblen Jugendlichen, ihre Träume und Vorstellungen von der Zukunft, und die Hoffnungen und Ängste eines Holocaust-Überlebenden ergeben zusammen ein berührendes Dokument der unmittelbaren Nachkriegszeit.«
Sigrid Hoff, WDR5
»Was diesen sensationellen Fund so faszinierend macht, ist nich nur die Tatsache, dass man hier die spätere Literatur-Ikone quasi als Jugendliche kennenlernt, einen Blick in ihr mentales Mädchenzimmer werfen kann. Was vielmehr so verblüffend wie anrührend wirkt, ist die Brechung des Historisch-Politischem im Prisma privater, ja intimer Erfahrung. So als geschähe hier absichtslos und unbewusst, was der Dichterin später in der Lyrik gelang: die Erhellung der Wirklichkeit im Licht der Subjektivität.«
Alexander Altmann, Münchner Merkur
»Es sind anrührende Passagen, die die junge Bachmann ihrem Tagebuch anvertraut. Passagen, die von einer doppelten Befreiung zeugen: der äußeren von einem Regime, das sie nicht akzeptierte, gegen das sie rebellierte und der inneren, persönlichen Befreiung aus den Zwängen der Familie, der Enge des Geistes.«
Stefan Brams, Neue Westfälische
»... Ingeborg Bachmanns Notizen enden mit einer wunderbaren Liebeserklärung an das Leben und die kurze grenzenlose Freude: 'Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde - das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben.' Texte für das Poesiealbum? Wohl nicht, denn sie enthalten auch viele Sätze des Widerstands, des Aufbegehrens gegen die mörderischen Nazi-Erzieher...«
Werner Krause, Kleine Zeitung
»... diese Briefe sind ein Dokument aus dem Umkreis der grössten Dichterin deutscher Sprache und rechtfertigen schon deshalb eine Publikation. Es gibt die tiefe Verstörung eines brutal aus seiner Heimat, seiner Kindheit, seiner Familie, seiner Kultur herausgerissenen jungen Menschen wieder, der mit diesem Trauma wiederum ganz allein ist und es, trotz der kurzen Begegnung mit Ingeborg Bachmann, auch bleibt. ... Die wenigen Seiten des Jugendtagebuchs (sie sind in Höllers rororo-Bändchen schon auszugsweise zitiert worden und auch in einer Ausstellung zu sehen gewesen) sollte und wird sich niemand entgehen lassen, der Ingeborg Bachmann liebt. Sie zeigen einen jungen Menschen, der einen Albdruck von sich genommen sieht und gerade zu begreifen beginnt, was das sein kann: Leben und Freiheit.«
Martin Ebel, Tages-Anzeiger
»Ein Fund, früh poetisch, der stark zu Herzen geht. Erst recht durch die angehängten Briefe, die der nach Palästina auswandernde Jack an seine ‘liebe Inge’ schreiben wird: wehe Zeugnisse eines auch sprachlich Zerrissenen, Epiloge einer Begegnung, die beiden viel bedeutet, aber ohne Zukunft ist.«
Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung
»Wenn dieses Tagebuch über etwas Aufschluss gibt, dann über ihren Bildungshunger und ihren literarischen Ehrgeiz - er ist der stärkste Antrieb.«
Helmut Böttiger