Achille Mbembe
Kritik der schwarzen Vernunft

Aus dem Französischen von Michael Bischoff
Leseprobe » Bestellen »


D: 28,00 €
A: 28,80 €
CH: 38,50 sFr

Erschienen: 10.11.2014
Gebunden, 332 Seiten
ISBN: 978-3-518-58614-3
Auch als eBook erhältlich

SZ/NDR-Bestenliste Sachbuch

 

Das rassistische Denken des globalen Kapitalismus

Der globale Kapitalismus hat seit seiner Entstehung immer schon nicht nur Waren, sondern auch »Rassen« und »Spezies« produziert. Ihm liegt ein rassistisches Denken, eine »schwarze Vernunft« zugrunde, wie der große afrikanische Philosoph und Vordenker des Postkolonialismus Achille Mbembe in seinem brillanten und mitreißenden neuen Buch zeigt.
In kraftvollen Linien zeichnet Mbembe die Genese unserer Gegenwart nach, indem er darstellt, wie sich der globale Kapitalismus seit dem Beginn der Neuzeit aus dem transatlantischen Sklavenhandel entwickelt hat. In dieser Zeit steigt Europa zum Zentrum der Welt auf und kreiert die Figur des »Negers«, des »Menschen-Materials«, der »Menschen-Ware«, die über den »schwarzen Atlantik« gehandelt wird. Mit dem Abolitionismus, der Revolution in Haiti, dem Antikolonialismus oder der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung kommt zwar seit der Aufklärung eine erste globale Welle der Kritik an der Sklaverei und der »schwarzen Vernunft« des Kapitalismus auf. Dieser breitet sich jedoch in seiner neoliberalen Spielart unaufhaltsam weiter aus und überträgt die Figur des »Negers« nun auf die gesamte »subalterne Menschheit«. In diesem Prozess des »Schwarzwerdens der Welt«, so die radikale Kritik Mbembes, bilden auch Europa und seine Bürger mittlerweile nur noch eine weitere Provinz im weltumspannenden Imperium des neoliberalen Kapitalismus.

Im Original erschienen unter dem Titel Critique de la raison nègre (La Découverte).

Pressestimmen

»Achille Mbembes Text ... reißt seine Leser mit sich in die Vergangenheit und katapultiert sie wieder zurück in die Gegenwart – auf der Suche nach einer Zukunft, die vor dem Hintergrund der Geschichte als äußerst prekär erscheint.«

Robin Celikates, Neue Zürcher Zeitung

»... eine neue Perspektive auf die Weltgeschichte«

Detlev Claussen, taz. die tageszeitung

»Kritik der schwarzen Vernunft legt die Entstehung des rassistischen Denkens im Kapitalismus frei und öffnet den Blick für das heutige Afrika.«

Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT

»...eine faszinierende und zugleich irritierende Mischung aus historischer Abhandlung und politisch-philosophischem Manifest.«

Andreas Eckert, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein sehr anspruchsvolles aber auch sehr starkes Buch.«

Augsburger Allgemeine

»Achille Mbembe aus Kamerun zeichnet nach, wie sich ›Entzweiung, Enteignung und Entwürdigung‹ auf die Betroffenen ausgewirkt haben und heute nachwirken. In seiner bahnbrechenden Erörterung beleuchtet er die Machenschaften hinter den Gräueltaten.«

Arlette-Louise Ndakoze, Deutschlandradio Kultur
»Dieser Denker lädt uns dazu ein, die Geographie der Welt neu zu sehen.«
Libération

»Achille Mbembe leistet mit seiner Kritik der schwarzen Vernunft einen vernünftigen Beitrag zur Critical-Whiteness-Debatte.«

Sabine Lueken, konkret 3/2015

»In seiner beeindruckenden Analyse Kritik der schwarzen Vernunft zeichnet [Mbembe] ein umfassendes Bild der Geschichte Afrikas, die er als eine Geschichte beeinflusst von rassistischem Denken darstellt.«

Ina Schwanse, afrikapost.de 4/2014

Nachrichten

Kommentare

Ein Buch in der Tradition Franz Fanons, nur zugespitzter und verstörender. Gerade dadurch dass die Europäische Vernunft und der Eurozentrismus von außen betrachtet werden, wird man mit den schwächen des Denkens der Aufklärung klarer konfrontiert.
Reiner Girstl, 18.01.2016

Kommentieren