Dubravka Ugrešic
Lesen verboten

Aus dem Kroatischen von Barbara Antkowiak
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D: 22,90 €
A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 18.03.2002
Gebunden, 240 Seiten
ISBN: 978-3-518-41315-9

Inhalt

Die weitreichenden Veränderungen im Gefolge der Herausbildung eines globalen Marktes für Literatur bis in ihre sprechenden Details schildert Dubravka Ugrešic in ihren neuen Essays. Ihr Befund lautet: Galten als zur Weltliteratur zugehörig bisher Bücher, die qualitativen Maßstäben genügten, wird der Begriff gegenwärtig quantitativ verstanden: Zur Weltliteratur zählt nur noch, was sich auf der ganzen Welt verkaufen läßt. Das hat zur Konsequenz: Autoren und Leser sprachlicher Kunstwerke werden an den Rand der Kultur gedrängt, wie den Rauchern sind ihnen die unvorteilhaftesten Reservate vorbehalten.
Die Zunahme von imaginären und realen Lesen-Verboten-Hinweisen – amerikanische Verlage zahlen für die Erinnerungen eines US-Präsidenten, die seiner Gattin sowie seiner Praktikantin Millionen Dollar an Vorauszahlungen, ohne eine Zeile der Manuskripte zu kennen, Romane von Sitcom-Stars werden von Agenten aufgrund zweiseitiger Angaben über den Plot meistbietend verkauft, Lektoren in den angelsächsischen Ländern machen die Lektüre eines Manuskripts von einem »book proposal« abhängig – bildet für die Autorin jedoch keineswegs den Anlaß zu einem kulturpessimistischen Lamento. Sie kennt nämlich das Heilmittel gegen die Vorherrschaft der Marktgesetze innerhalb der Literatur – und ihre Essays sind ein Beleg für deren Wirksamkeit: eine kosmopolitische, transnationale Literatur, die souverän aus allen Kulturen schöpft, dabei luzide ist und folglich ironisch sein muß.

Im Original erschienen unter dem Titel Zabranjeno citanje (Geopoetika Beograd/Kniji¿evna radionica Omnibus, Sarajevo).

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