»Dem obsessiven Vorgehen ihres Mannes trat sie in der Haltung einer besonnenen Schlichterin entgegen und nannte das Drama der Ehe das Werk zweier Urheber. Einen Tatort, den man gemeinsam zu verantworten habe. Tür an Tür lebend mit dem inzwischen weltweit zum Heilsbringer aufgestiegenen Idol, stellt ihr Buch einen künstlerischen Kraftakt dar, mit dem sie sich ›vor den Augen der Welt‹, wie es in ihrem Tagebuch heißt, von der ihr zugefügten Demütigung reinwaschen wollte.«
Gisela von Wysocki, Die Zeit
»Für viele Leser steht das Interesse an Tolstojs Leben ganz im Vordergrund...Die wesentliche Neuentdeckung ist da natürlich seine Frau Sofja Andrejewna Tolstaja...Und vor uns ersteht in der Tat - wie es der Titel suggeriert - eine Ehe in Briefen, die in ihrer häufig selbstzerstörerischen, erbarmungslosen Aufrichtigkeit das erschütternde Dokument einer großen Liebe, wachsenden Entfremdung und seelischen Peinigung sind. Immer jedoch ist dieser Briefwechsel auch Ausdruck ihres Ohne-einander-nicht-leben-Könnens.«
Karla Hielscher, Deutschlandfunk
»Es sind nicht nur die klugen, einfühlsamen Briefe des Schriftstellers Lew Tolstoj, die beeindrucken und berühren. Auch Sofja Tolstaja, Verfasserin diverser Erzählungen und eines Romans war eine begabte, warmherzige, aber auch scharfzüngige Briefeschreiberin, die den Alltag dieser Familie, vor allem jedoch die ungewöhnlich starke Liebe zwischen ihr und Lew Tolstoj auf eindrucksvolle Weise dokumentiert.«
Olga Hochweis, Deutschlandradio Kultur
»Hundert Jahre nach Tolstois Tod kann man anhand des Briefwechsels zwischen dem Schriftsteller und seiner Gattin das Eheleben der Tolstois Revue passieren lassen und lesend ergründen, warum er am Ende seines Lebens fluchtartig das Landgut seiner Familie verliess, wo er geboren wurde, und seiner Frau jenen Brief hinterliess, in dem er ihr nach fast fünfzig Jahren Ehe mitteilte, er halte das Leben ›in diesen Verhältnissen des Luxus‹ nicht mehr länger aus und gehe nun fort aus dem weltlichen Leben, um in Zurückgezogenheit und Stille seine letzten Tage zu verbringen. Idealerweise liest man den Briefwechsel zusammen mit der Biografie Sofja Tolstajas (Ein Leben an der Seite Tolstojs), die das Herausgeber- und Übersetzerinnenduo Ursula Keller und Natalja Sharandak letztes Jahr veröffentlichte. Dann erhält man Einblick in eine Ehe, in der die 16 Jahre jüngere Sofja Andrejewna von seiner sexuellen Erfahrung und Begierde überfordert ist und in der er sich als rabiater Patriarch gebärdet, der für die Emanzipation nur Verachtung übrig hat«
Neue Zürcher Zeitung
»Die Briefe lesen sich wie eine innere Biografie dieses Paares. Sehnsucht, Streit: Es war was los in dieser Ehe!«
Dirk Knipphals, Die Tageszeitung
»Die Briefe der Tolstois [können] wie ein packender Historien-, Liebes- und Metaliteraturroman gelesen werden. Zwei höchst intelligente Menschen streiten über die Liebe, die Politik und das Leben. Kein Wort hat hier an Aktualität oder Dringlichkeit eingebüßt. Man leidet mit und lernt.«
Simon Hadler, ORF.at