Volker Braun
Lustgarten. Preußen - Ausgewählte Gedichte

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Erschienen: 23.05.2000
suhrkamp taschenbuch 3124, Taschenbuch, 184 Seiten
ISBN: 978-3-518-39624-7

Inhalt

Vielen gilt Volker Braun als der authentischste und glaubwürdigste Dichter des zugrundegerichteten Sozialismus der DDR. Nicht in den Westen gegangen oder vertrieben, hat er standgehalten und immer die Auseinandersetzung mit dem politischen Gang der Verhältnisse gesucht.
Um so bedeutsamer, wenn Volker Braun nun Ausgewählte Gedichte aus dem Zeitraum 1959 bis 1995 vorstellt. Lustgarten. Preußen interpretiert sein lyrisches Werk: aus der Erfahrung und Lust der Niederlage. Dieses Werk voller Übergänge und Bewegungen ist ein "Training des aufrechten Gangs"; der "lebenslängliche Leib" macht sich auf in eine Geographie, in die ihm "der Dämon der Ideologen" nicht folgt. "Wie im Zeitraffer wechseln Szenen, Gespräch, Kommentar und Zitat, sinnlicher Akt mit abstrakter Reflexion, um die brennenden Fragen der Zeit in ihrer Bewegung zu erfassen." (Gerhard Wolf)
Einverständnis hat Volker Braun bereits im Titel seines erstes Gedichtbandes von 1965 aufgekündigt: Provokation für mich. Von der Stimmung des Aufbruchs bis zum Zerbrechen der Ideale, vom Ja zum DDR-Anspruch bis zum Nein zur DDR-Realität spannen sich bis zum Zerbersten diese Gedichte. "Die Seuche, an der unsere Macht krankt und / Sie zum Gespenst macht das auf Mauern geht". Schonungslose Desillusionierung begegnet einer sich immer explosiver gestaltenden ästhetischen Sprachkunst "bodenloser Sätze". In Volker Brauns Lustgarten. Preußen findet der Kampf der Körper mit der Geschichte ihren dichterischen Ausdruck. In den Schlußzeilen seines frühen Gedichtes "Schiff im Land" heißt es:

Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.
"Ich sehe Lichtungen grasgrün, ihren
                                          köstlichen Namen nennend
Ich sehe, was die Ertrunknen sahn ...

Inhalt

Vielen gilt Volker Braun als der authentischste und glaubwürdigste Dichter des zugrundegerichteten Sozialismus der DDR. Nicht in den Westen gegangen oder vertrieben, hat er standgehalten und immer die Auseinandersetzung mit dem politischen Gang der Verhältnisse gesucht.
Um so bedeutsamer, wenn Volker Braun nun Ausgewählte Gedichte aus dem Zeitraum 1959 bis 1995 vorstellt. Lustgarten. Preußen interpretiert sein lyrisches Werk: aus der Erfahrung und Lust der Niederlage. Dieses Werk voller Übergänge und Bewegungen ist ein "Training des aufrechten Gangs"; der "lebenslängliche Leib" macht sich auf in eine Geographie, in die ihm "der Dämon der Ideologen" nicht folgt. "Wie im Zeitraffer wechseln Szenen, Gespräch, Kommentar und Zitat, sinnlicher Akt mit abstrakter Reflexion, um die brennenden Fragen der Zeit in ihrer Bewegung zu erfassen." (Gerhard Wolf)
Einverständnis hat Volker Braun bereits im Titel seines erstes Gedichtbandes von 1965 aufgekündigt: Provokation für mich. Von der Stimmung des Aufbruchs bis zum Zerbrechen der Ideale, vom Ja zum DDR-Anspruch bis zum Nein zur DDR-Realität spannen sich bis zum Zerbersten diese Gedichte. "Die Seuche, an der unsere Macht krankt und / Sie zum Gespenst macht das auf Mauern geht". Schonungslose Desillusionierung begegnet einer sich immer explosiver gestaltenden ästhetischen Sprachkunst "bodenloser Sätze". In Volker Brauns Lustgarten. Preußen findet der Kampf der Körper mit der Geschichte ihren dichterischen Ausdruck. In den Schlußzeilen seines frühen Gedichtes "Schiff im Land" heißt es:

Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.
"Ich sehe Lichtungen grasgrün, ihren
                                          köstlichen Namen nennend
Ich sehe, was die Ertrunknen sahn im
                                                   Stacheldraht
Entsetzliche Freude auf meinen
                                            Brettern brennend
Untergänge: sie halten den Aufruhr
                                                   parat.
...
Vielleicht ist es nur mein Schatten
                                noch, mein Scheitern
Mit zersplissenen Planken, auf denen
                                                  ich ruhig lieg
Im Anprall des letzten Bilds, und die
                                      anderen, heitern
Greifen es mit den Lippen und
                                 schmecken den Sieg."

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