Kevin Vennemann
Mara Kogoj - Roman

Mara Kogoj
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CH: 24,50 sFr

Erschienen: 19.02.2007
Gebunden, 217 Seiten
ISBN: 978-3-518-41875-8

Inhalt

»Die explosivste und risikofreudigste Stilpotenz unter den Jüngeren.« Andreas Isenschmid

Sein Romandebüt Nahe Jedenew, eine radikale literarische Annäherung an ein antijüdisches Pogrom, wurde als »die schönste traurige Geschichte« (Die Zeit) gefeiert, als »der beste literarische Text, der in den letzten Jahren von einem unter Dreißigjährigen erschienen ist« (Süddeutsche Zeitung). Kevin Vennemanns zweiter Roman Mara Kogoj setzt da an, wo der erste aufgehört hat: Wie und mit welchen Folgen wird Geschichte interpretiert, verdrängt, erinnert oder vergessen?
Tone Lebonja nimmt mit seiner Kollegin Mara Kogoj im Rahmen einer österreichischen Studie zu Protokoll, was Klagenfurter über ihr Verhältnis zu Heimat und Staat zu erzählen wissen. Einer der Befragten ist Ludwig Pflügler, 60, selbsternannter Journalist, vorbestraft, deutschnational, heimattreu. Seine Interpretation der Kärntner Geschichte und seine Diffamierungen der slowenischen Minderheit lassen sich nicht mehr nur distanziert zur Kenntnis nehmen; vor allem seine Sichtweise auf den Partisanenkrieg am Ende des Zweiten Weltkriegs betrifft die beiden Zuhörenden direkter, als sie zunächst wahrhaben wollen. Doch Lebonja, überzeugt, weiterhin verdrängen zu können, was ihn als Slowenen einst aus seiner Heimatstadt fortgetrieben hatte, schweigt. Pflügler dominiert, taktiert, beansprucht Deutungshoheit. Bis Mara Kogoj die Fäden in die Hand nimmt und selbst zu berichten beginnt – von dem, »um das es ihr eigentlich und überhaupt geht und immer schon gehen mußte«: von der anderen Version der Geschichte. 

Pressestimmen

»Wie in seinem ersten, von der Kritik gut besprochenen Roman Nahe Jedenew’ geht es auch bei Mara Kogoj darum, schwierige Realitäten der jüngeren Geschichte literarisch greifbar zu machen, die gern totgeschwiegen werden ...« 
Die Tageszeitung
»Es ist erstaunlich, dass man von einem so jungen Autor lernen kann, wie Erinnerung an Zeitgeschichte abläuft.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Man könnte diesen konzentrierten, klugen Roman auch eine ‚Komposition für drei Stimmen und Tonbandgerät’ nennen, denn sein Rhythmus wird vom Vor- und Zurückspulen und den zyklischen Variationen der zentralen Motive bestimmt. In bester John Cage-Manier wird in jedem Satz das Schweigen spürbar, als das Nicht-Gesagte und Verleugnete schwingt es immer mit.«
Frankfurter Rundschau
»Vennemann ist also mit seinen dreißig Jahren ein eminent politischer Autor, und so einen hat das deutsche Feuilleton schon seit Jahren gesucht.«
Falter, Wien, Buchbeilage
»Mara Kogoj des jungen Autors Kevin Vennemann gilt als der schwierigste Roman dieser Saison. ... Und die Anstrengung der Lektüre lohnt.«
Die Tageszeitung
»Erstaunlich die Genauigkeit und die Treffsicherheit, mit der Kevin Vennemann, der 30jährige gebürtige Westfale aus Dorsten an der Lippe, am Kärntner Beispiel Strategien und Inhalte deutschnationaler Geschichtspolitik rekonstruiert und in die Romanhandlung einbaut ... Ein erstaunliches Buch. Und ein notwendiges.«
Klaus Amman, Literaturen
»Kevin Vennemann erzählt eine Geschichte vom Fortwesen der nationalsozialistischen Vergangenheit Kärntens in der Gegenwart. Und er erzählt sie grandios.« 
Stadt Revue Kölnmagazin

»Kevin Vennemann hat eine der klügsten und zudem schönsten Weisheiten über das Reden, das Schweigen, das Aufzeichnen und die Historie gefunden … Mara Kogoj ist Literatur in ihrer bedeutsamsten Form.«

Berliner Zeitung
»Vennemann ist ein erstaunlicher junger Schriftsteller, bei dem man nicht weiß, was man mehr bewundern soll: die kühle Intelligenz oder die subtil angewandten Register seines sprachlichen Könnens. Bei Mara Kogoj hat er sie alle gezogen ... ein grandioser Roman«
Neue Zürcher Zeitung

»Kevin Vennemann hat alle Voraussetzungen, das literarische Erbe von Thomas Bernhard anzutreten. Sein Roman Mara Kogoj ist ein Holzfällen auf Kärntner NS-Boden.«

Werner Krause, Kleine Zeitung (Graz und Klagenfurt)
»Der junge Schriftsteller, von dem ich zuletzt am meisten gelernt habe, ist Kevin Vennemann. Es gelingt ihm, jenseits jeder Erinnerungsrethorik über den Holocaust zu schreiben. Ich hätte nicht gedacht, dass jemand, der 1977 geboren ist, so darüber schreiben kann.«
Georg M. Oswald, Süddeutsche Zeitung

»Es ist ein höchst ungewöhnlicher Ton in der jungen Gegenwartsliteratur.«

Helmut Böttiger, www.dradio.de

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