Tahmima Anam
Mein fremder Bruder - Roman

Aus dem Englischen von Anna Salmann
Mein fremder Bruder
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D: 21,90 €
A: 22,60 €
CH: 31,50 sFr

Erschienen: 19.09.2011
Gebunden, 333 Seiten
ISBN: 978-3-458-17514-8

Inhalt

Wie kann es sein, daß der eigene Bruder plötzlich nur noch die Regeln Allahs befolgt? Daß er den eigenen Sohn vernachlässigt, weil er glaubt, daß Gott es so will?

Als Maya Haque nach vielen Jahren zu ihrer Familie nach Dhaka zurückkehrt, versteht sie die Welt nicht mehr. Sohail, ihr geliebter Bruder, einst ein fortschrittlich denkender junger Mann und wie sie flammender Kämpfer für die Freiheit Bangladeschs, hat sich in einen strenggläubigen Moslem verwandelt. Mayas Elternhaus ist zum Ort fundamentalistischen Wahns geworden, und Sohail verbietet seinem Sohn Zaid den Besuch einer weltlichen Schule.

Aber auch in Mayas Leben hat sich viel verändert. Als Ärztin auf dem Land mußte sie erfahren, wie brutal Frauen unterdrückt werden, wie stark der dumpfe Aberglaube der Dorfbevölkerung nach wie vor ist. Die Greuel des Unabhängigkeitskrieges haben bei allen tiefe Spuren hinterlassen: den unzähligen vergewaltigten Frauen, den traumatisierten jungen Kämpfern. Maya nimmt sich des vernachlässigten kleinen Zaids an. Aber als Sohail Zaid auf eine entfernte Koranschule schickt, wo er mißhandelt wird, ist für Maya das Maß voll.

Pressestimmen

»Anam [hat] in Mein fremder Bruder zu einer klaren und doch eindringlichen Sprache gefunden, um von den Wunden zu erzählen, die Bangladeshs Geschichte in den Menschen hinterlassen hat.«

Claudia Kramatschek, Deutschlandradio Kultur

»Tahmima Anam benutzt eine Erzählweise, die mit Fortschreiten des Buches immer ferner chronologisch Zurückliegendes preisgibt. Und macht das sagenhaft gut, sodass sich eine stetige Spannunssteigerung mit Kulmination erst gegen Ende des Buches ergibt.«

Franz Birkenhauer, sf-magazin.de

»Durch das Hin und Her der zeitlichen Ebenen können die Romanleser die Verletzungen, die Traumata einzelner Figuren, ihre Lebensentscheidungen und deren Auswirkungen – mal auf die direkten Angehörigen, mal auf die Gesellschaft des Landes –, aber auch die Entwicklung des jungen Staates insgesamt, seine kleinen Erfolge und großen Krisen, gut beobachten und nachvollziehen. Gleichzeitig erschließt sich in dieser Romanstruktur aufs beste der Wandel der Figur Sohail vom aufgeklärten, westlich orientierten Studenten zum streng religiösen Prediger. Diesen Gegensatz zeichnet Tahmima Anam in aller Deutlichkeit, jedoch ohne auf die ebenso bekannten wie plakativen Vokabeln aus der gegenwärtigen Debatte zum Islamismus zurückgreifen.
Kluge Unterhaltung und angenehm vermittelte Zeitgeschichte.«

Thomas Völkner, Hamburger Lokalradio

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