Robert Schindel
Mein mausklickendes Saeculum - Gedichte

Mein mausklickendes Saeculum
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D: 17,80 €
A: 18,30 €
CH: 25,90 sFr

Erschienen: 18.08.2008
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42024-9

Inhalt

„In jedem Selbst stiefelt das Ich die Welt zusammen.“

 „Als ich aus meiner Tastatur einige

Wintersinfonien herausnudelte und nachpfiff

Machte sich eine kleine Stunde breit, zog

Mich heraus aus dem Saeculum.“

‚Sich einringeln’ in Gedanken und Worten, auf daß es schwerfalle, sich wieder ‚herauszuringeln’: so beschreibt Robert Schindel selbst Lust und Gefahr seiner Gedichte, und seine persönliche Naturkunde lautet: »Nun beim Bebrüten / Der eingeringelten Gegenwart / Schießen die Gedanken / Vom Nest aus Dung und Diamant / Auf Nachbarschaften zu.« Aber Schindels poetisches Ich ist auch eines mit »expansionistischem Blick«. Es flektiert seine Wirklichkeit, zerstößelt sie, wickelt sie in sich ein. Landschaften, Stätten und Mythen, Poetologisches, Sprache und Wahrheit, Leben und Sterben und vor allem die Liebe tauchen herauf. »Dieses eingeringelte Tier / Das in uns eingerichtet / Auf sich selbst aber / Ausgerichtet bleibt / Kommt an im Außen / Mit Gewälze.« 

Als »Logbücher« legen sich diese Gedichte dem Leser vor, als Sehnlieder, Arien und Stille-Etüden bewegen sie sein Gemüt, als »süße Vögel« ziehen sie über ihn hinweg. Dann wieder gaukeln sie als »Schmetterlinge im unentwegten Landeversuch«, und das Denken erscheint für Sekunden als verführerisch leicht. Oder aber sie tropfen ihm auf den Scheitel, wie eine unwiderstehliche Flanke, und verwandeln sich – in ein »gottverlassenes Goal«.

Pressestimmen

»Robert Schindel beherrscht das ganze Instrumentarium der  Poesie: Die kühne Metapher und die lässige Alltagssprache, die freche Attacke und die müde Resignation, die gewitzte Anspielung und die raffinierte Verskunst. Die Pauke begleitet seine Lyra. Da haut er mächtig drauf. Das ergibt den typischen Schindel-Sound aus Wiener Melange, jüdischer Litanei und deutscher Wortspielakrobatik, einen herrlich disharmonischen Dreiklang, dem man sich kaum entziehen kann, wenn man sich ihm einmal ausgesetzt hat.«

Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kommentare

Es würde mir etwas fehlen, wenn ich nicht alle paar Jahre einen Gedichtband mit dem unverkennbaren „Schindelsound“ in Händen halten dürfte. Robert Schindels Gedichte kann man mit der Lyrik andere Dichter nicht vergleichen. Vergleichen kann man mit Schindels Gedichten selbst. Im Ergebnis ist der neue sicherlich nicht sein stärkster Band. Das mag eine von Robert Schindels sehr ehrlichen Aussage zu den Unbilden des Älterwerdens sein. Er scheut sich an keiner Stelle davor. Das berührt besonders dort, wo es um unerfülltes Leben, unerfüllte Liebe geht. In Schindels Saeculum 1 sitzt er vor dem Netz, sucht die Totenliste nach dem eigenen Namen ab, bemerkt, dass er noch fehlt. Wer das gelesen hat, der taumelt hernach selbst. Gut, dass Robert Schindel noch fehlt.
Dr. Gerd Zenker, 26.08.2008

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