Thomas Kapielski
Mischwald

Mit zahlreichen Abbildungen
Mischwald
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Erschienen: 23.03.2009
edition suhrkamp 2597, Broschur, 347 Seiten
ISBN: 978-3-518-12597-7

Inhalt

Kunst ist schlimmer als Heimweh – sagt Thomas Kapielski in Mischwald, seinem neuen großen Prosaband, einer reich illustrierten Welt- und Werkschau, angelegt als Logbuch eines gemischten Jahres, zu dessen Auftakt man ihn irrtümlich für tot erklärt und an dessen Ende er verfügt: Meinen Grabstein soll die Zeile schmücken: »Macht bloß so weiter!«

Was das Leben ihm dazwischen alles zuträgt, spottet jedem Vorschautext: Paradoxe Rauschzustände angesichts eines TV-Konzerts von André Rieu, heikle Fragen der Koran-Archäologie oder eine Einladung zur »Blattkritik« beim Stern haben genauso ihren Ort wie die angeschwipsten Bekenntnisse eines Künstlersozialkassenmitglieds, liebevoll gemeißelte Porträts verstorbener Weggefährten wie Emmett Williams, Thomas Schmid oder Ludwig Gosewitz, sowie – last but not least – der schlichte Wunsch nach Erdbestattung.

 

Pressestimmen

»Der durch den Mischwald streifende Leser sieht Fotos und Bilder, erfährt von des Autors Gunst und Abscheu, von Familienglück und Künstlernot, stolpert von Gracián zum Blumengießen. Man amüsiert sich, doch mit leiser Ungeduld: Also, was will der Kapielski jetzt eigentlich? Und es dauert noch ein bisschen bis man merkt, wie die Ungeduld der Ruhe weicht. Bis man den Wald vor Bäumen sieht. Weil Thomas Kapielski, der Meister des Improvisierten, der Kunst- und Lebensbastelei, so sehr bei sich selbst ist wie nur wenige. Weil er der rechte Künstler einer Zeit ist, in der es alles im Überfluss gibt und bald gar nichts mehr. Die großen Themen nämlich, das Elend der Welt, die Liebe zu den Kindern und die vermaledeite Hoffnung, das alles beschäftigt Kapielski sehr wohl. Darüber schreibt er mit dem ehrlichsten Realismus, dem des eigenen Lebens.«

Wilhelm Trapp, Die Zeit

»Vor allem aber schreibt er wunderbare Miniaturen, nachzulesen in seinem Band >Mischwald<.«

Stern

»... dafür ist Kapielski bekannt: für funkelnde Aphorismen wie für manchmal nicht ganz so funkelnde Witze, für Kalauer, Wortspielereien und Unsinnssätze, wie sie auch ein Martin Kippenberger nicht besser hätte ersinnen können.«

Gerrit Bartels, tagesspiegel.de

»Einer der großartigsten Schelmen unserer Zeit ist Thomas Kapielski... Mit der Beobachtungshingabe eines Kempowski, der Entlarvungsbrillanz eines Lichtenberg und dem Sprachwitz eines Morgenstern fällt der Autor mit Vorliebe über sein eigenes Metier her, den Kunstbetrieb mit seinem unausrottbaren Geniekult.«

Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein bisschen erinnert dieser Mischwald an die Hebel'schen Kalendergeschichten. [...] Man geht gern in diesem Mischwald spazieren, und am Wegesrand entdeckt man immer wieder Sätze, die man sich herausschreiben und in passenden Momenten vor sich hinmurmeln möchte. Mischwälder sind gegen die Zeitläufe und Widrigkeiten des Klimas besser gerüstet als Monokulturen. Von daher dürften auch die Kapielskischen Satzpflänzchen, die so unscheinbar im dichten Textwald herumstehen, vieles überdauern.«

Ulrich Rüdenauer, meier Juli 2009

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