Gunther Geltinger
Moor - Roman

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Erschienen: 09.09.2013
Gebunden, 440 Seiten
ISBN: 978-3-518-42393-6

»Geltinger wagt alles und gewinnt viel.«
KulturSPIEGEL

 

»Alle Kinder hat der Storch gebracht, nur Dion nicht, den hat das Moor gemacht.«

Er ist dreizehn und wächst ohne Vater auf. Er stottert und heißt wie kein anderes Kind im Dorf, in der Schule: Dion. Dion Katthusen, Außenseiter unter den Gleichaltrigen, Einzelkind, Libellensammler in einer Moorlandschaft voller Mythen und Legenden. Am Ende seiner Kindheit erzählt er seine Geschichte: von der Sehnsucht nach einer intakten Sprache, vom Verhältnis zu seiner Mutter, einer erfolglosen Malerin, die ihr Scheitern in der Kunst und im Leben mit ihrer grenzüberschreitenden Liebe zum Sohn kompensiert. Doch wie der morastige Boden am Rand des norddeutschen Dorfes, in dem er aufwächst, ist auch Dions Sprache voller Löcher und Spalten. Unfähig, erzählend das Chaos in ihm und um ihn zu ordnen, leiht er seine Stimme einem Gegenüber, das ihm von allen am nächsten scheint: seiner Kindheitslandschaft. Und lässt so das Moor für ihn sprechen.

Was Menschen tun, um der Einsamkeit zu entkommen, wie sie andere verletzen, um die eigene Versehrtheit an Körper und Seele auszuhalten, und was sie dabei der Liebe zumuten und abverlangen, davon erzählt dieser Roman – sprachmächtig, bildmächtig, kühn; und mit einer den Naturgewalten abgelauschten Erzählerstimme, die dem Leser buchstäblich den Boden unter den Füßen entzieht.

Aus dem Buch

»Du willst nur noch in den Geräuschen des Moores sprechen, mit meinen Stimmen dein Schweigen durchbrechen, flüsternd bei Regen, brüllend im Sturm, und wenn du dich doch an einem Wort feststotterst, hören die anderen von dir nur ein Pladdern in den Traufen oder das leise Knacken der Tothölzer draußen im Bruch.«

»Der Buchstabe K war schon immer dein größter Feind, ein Vierzack mit scharfer Klinge, und in seinem unmittelbaren Gefolge steht das D, das so dick und rund daherkommt und dir doch im Hals feststeckt: Dion Katthusen, ein Massaker.«

Pressestimmen

»Die Frage, warum die Krankheiten der Seele zurzeit auf so interessante Weise in die Romane der unmittelbaren Gegenwart drängen, wäre eine ausführliche Betrachtung wert. Gunther Geltinger hat sich auf diesem Feld mit seinem intensiven, packenden, mutigen, rätselhaften Roman Moor einen vorderen Platz gesichert.«

Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung

»Den Furor der Bilder und Metaphern, die hektischen Assoziationsketten, den Rausch, in den man als Leser unversehens hineingerät. Da hat einer in der Literatur alles abgeworfen, was ihn einst gehemmt hat. Jetzt kennt er keine Grenzen mehr. Und das ist ziemlich großartig.«

Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau

»Denn der Roman Moor ist auch ein Lied zum Lob der Natur, zum Lob des Körpers. In den sensiblen, poetisch inspirierten Schilderungen von Libellen und Eulen, von Wetter und Licht, von den Geheimnissen des sich verwandelnden Körpers liegt eine fragile Schönheit.«

Sabine Peters, Deutschlandfunk

»Mit großer Einfühlung hat Gunther Geltinger den schwierigen, fast unlösbaren Konflikt beschrieben, den die Abnabelung von Marga und ihrem Sohn Dion beherrscht und den Weg in die Autonomie beider behindert. ... Ihm ist ein sprachmächtiges, radikales Buch gelungen.«

Henning Burk, 3sat Kulturzeit

»Geltinger hat einen Roman geschrieben, in dem der Leser versinken kann wie ein Verirrter im Moor. Ein herausforderndes Werk. Nach all den Weihnachtsplätzchen, nach Marzipan und Schokolade ist das gesunde geistige Kost.«

DER SPIEGEL 2/2014

»Der Schriftsteller Gunther Geltinger hat einen artistischen, energiegeladenen Roman über die Sprachlosigkeit geschrieben.«

David Hugendick, ZEIT Online

»Eindringlich schreibt Geltinger vom fast unlösbaren Konflikt, den die Abnabelung von Mutter und Sohn mit sich bringt, ohne schnelle Deutung, kraftvoll und einfühlsam ... und poetisch.«

Marianne Mielke, Inforadio RBB

»Eine virtuose, rhythmische Prosa ist Geltinger gelungen, in der Hören, Riechen und Fühlen die Farben für einen komplex gewebten Erzählteppich bilden. ... Geltinger psychologisiert nicht, er doppelt nicht die Bilder von Sexualität, Angst, Verführung und Gewalt, sondern er hat den imaginären Ort gefunden, an dem das Innere der Figuren seinen wuchtigen Schauplatz erhält. Beeindruckend.«

Thomas Linden, Kölner Kultur Nr. 208

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