Juri Andruchowytsch
Moscoviada - Roman

Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr. Mit einem Nachwort des Autors
Moscoviada
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D: 22,80 €
A: 23,50 €
CH: 41,00 sFr

Erschienen: 14.08.2006
Gebunden, 222 Seiten
ISBN: 978-3-518-41826-0

Inhalt

Otto von F., Literaturstudent aus der Westukraine, lebt in Moskau, dem »fauligen Herzen des halbtoten Imperiums«. Im Wohnheim des Gorki-Instituts hocken die poetischen Hoffnungen aus der sowjetischen Provinz aufeinander, künftige Vertreter der jungen Nationalliteraturen, die Gedichte in mittelalterlichem Jiddisch, ukrainische Verspoeme und usbekische Songstrophen verfassen. Es ist Anfang der neunziger Jahre, die Stimmung gereizt, der Wodka knapp …
An einem nassen Maitag zieht er los, um Geschenke in der »Kinderwelt« zu besorgen, dem Kaufhaus direkt neben dem KGB-Gefängnis Lubjanka. Er verirrt sich in Fluren und Treppenhäusern, landet in den Tunneln der Kanalisation und gerät in die Gewalt von Geheimdienstbeamten, die hier unten ein Rattenheer züchten. Was Otto von F. in den Katakomben unter dem Kreml und auf den Gleisen der geheimen Regierungsmetro widerfährt, das erzählt sein Vergil durch die Hölle Moskaus, Juri Andruchowytsch, mit Sarkasmus und groteskem Witz.
Moscoviada, Andruchowytschs erfolgreichstes Buch, ist von überraschender Aktualität. Das neoautoritäre Rußland, der eifernde Nationalismus, die Verklärung der kommunistischen Epoche, der chauvinistische Kitsch, der ideologische Druck – all diese Gespenster werden in einem karnevalesken Spektakel unter panischem Gelächter zum Teufel gejagt.

»Andruchowytschs Texte strotzen vor Erfahrung, von Saft und Kraft der Details, von der Gegenständlichkeit und Farbigkeit der Welt.« Karl Schlögel

»Es mangelt nicht an Büchern, die man mit Neugier zu lesen beginnt, aber es gibt nur wenige, die man am Ende mit Bedauern aus der Hand legt. Ich wünsche den deutschen Lesern, daß sie die ›Moscoviada‹ so genießen, wie ich sie genossen habe.« Stanisław Lem

 

Pressestimmen

»Moscoviadabietet eine ebenso vergnügliche wie lehrreiche Lektüre. ... Andruchowytsch hat sich in den letzten fünfzehn Jahren als führender intellektueller Botschafter der Ukraine profiliert und dem Westen klar gemacht, daß die europäische Kultur nicht am Wiener Südbahnhof endet.«
Neue Zürcher Zeitung
»Moskowiade, das könnte geradezu eine Gattungsbezeichnung sein: ein auf den Handlungsort Moskau genau abgestimmtes Prosastück, das die Absurditäten, den Extrem- und Surrealismus im Zentrum der zugrunde gehenden Sowjetunion ausmisst – eine apokalyptische Vision, eine zwischen dem Altrussischen und der Moderne gespannte Groteske, ein Untergangsszenario mit allen möglichen tragischen und komischen Begleitumständen. ...Und weil alles möglich ist, ist die Grundfarbe am Ende nicht, wie ständig suggeriert wird, schwarz – nein, sie ist kunterbunt und nicht zu fassen.«  
Die Zeit, Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse
»Moscoviada ist ein glänzend geschriebenes, von Sabine Stöhr glänzend übersetztes Buch«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Andruchowytschs Roman ist ein Epos auf den Zerfall der Sowjetunion, beobachtet in ihrem Herzen, doch mit dem unbarmherzigen Blick eines Zugereisten, des Angehörigen eines vom Imperium schwer in Mitleidenschaft gezogenen »kleinen Volkes«, der Ukrainer. ... Moscoviada handelt von einer »bitteren Zeit, in der alles ringsumher zerfällt und nichts mehr zueinander passt. Eine gute Zeit für die Literatur.«
Literarische Welt

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