Christa Wolf
Nachruf auf Lebende. Die Flucht

Mit einem Nachwort von Gerhard Wolf
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Erschienen: 10.03.2014
suhrkamp taschenbuch 4506, Klappenbroschur, 105 Seiten
ISBN: 978-3-518-46506-6
Auch als eBook erhältlich

Erstmals veröffentlicht: die Geschichte einer Jugendlichen, die Geschichte einer Flucht

 

Inhalt

Für die fünfzehnjährige Ich-Erzählerin ist ihre Mutter Charlotte der Mittelpunkt der Familie, geliebt, alles beherrschend und geradeheraus. Das Offensichtliche aber wird auch von Charlotte totgeschwiegen: dass die Nachrichten von der Front beunruhigen und die Flüchtlingstrecks aus dem  Osten in immer kürzeren Abständen durch die Stadt ziehen. Bis zu dem  Januarmorgen 1945, an dem plötzlich vollgestopfte Bettensäcke im Flur  bereitstehen, vom Führerbild an der Wand nur noch ein heller Fleck zu sehen ist und die Mutter ihren Silberfuchs mit einer endgültigen Geste, die  ihre Tochter nicht mehr vergessen wird, in den Schrank zurücklegt.

Mitreißend, anrührend und mit liebevoller Ironie erzählt Christa Wolf  von den inneren Verflechtungen einer Familie, von einer Fünfzehnjährigen, die erwachsen wird, vom Trauma der Flucht. 1971 entstanden, ist diese Erzählung der Auftakt zum späteren, weit ausholenden Kindheitsmuster, dem autobiographischen Meisterwerk, das bis  heute ein Weltecho hat.

85. Geburtstag am 18. März 2014

Pressestimmen

»...ein sensibler, liebevoller Nachruf (Christa Wolfs Mutter starb 1968) auf eine Frau, wie es sie in dieser Müttergeneration viele gab.«

Christel Berger, Ossietzky 19/2014

»Diese 1971 verfasste Erzählung ist nicht nur hohe Kunst, sondern zeugt auch vom Vertrauen darauf, dass die bewusste Bewältigung von Krisen eine Chance bedeuten kann.«

Stefan Seidel, Der Sonntag

» ... der Text (ist) große Literatur und ja: er wäre dies auch noch, wenn die Sprache weniger vollkommen wäre.«

Oliver Schmidt, Neue Osnabrücker Zeitung

»Schlank und schnörkellos stehen die Sätze. Die Konflikte erscheinen scharf konturiert. Manchmal  schwingt Ironie mit. Der selbstkritische Blick beeindruckt … gewonnen wird eine größere Nachdenklichkeit, eine tiefere Reflexion über aktuelle Zeitbezüge. Letztlich machte das den Rufdieser Schriftstellerin aus.«

Karin Grossmann, Sächsische Zeitung

»Ihr Nachruf ist ein zurückhaltendes Kleinod, zugleich aber eine dieser wunderbaren Erzählungen, durch die Christa Wolf als Autorin überdauern wird.«

Anke Zimmer, Fuldaer Zeitung

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