Gerbrand Bakker
Oben ist es still - Roman

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Oben ist es still
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 34,30 sFr

Erschienen: 18.08.2008
Gebunden, 315 Seiten
ISBN: 978-3-518-42013-3

Inhalt

Helmer van Wonderen, Bauer wider Willen, macht klar Schiff. Er verfrachtet seinen bettlägerigen Vater ins Obergeschoß, entrümpelt Wohn- und Elternschlafzimmer, streicht Dielen, Fenster, Türen und Wände und schafft neue Möbel an. Das Gemälde mit den schwarzen Schafen, die Fotografien von Mutter und die alte Standuhr kommen nach oben, alle Pflanzen, die blühen können, auf den Misthaufen. Da Vater ihm nicht den Gefallen tut, einfach zu verschwinden, sich von einem Windstoß hinwegfegen zu lassen oder wenigstens zu sterben, richtet Helmer sein Leben unten neu ein. Seine ungelebten Träume kann er jedoch nicht so leicht entsorgen. Als er eines Tages unerwartet Post erhält, brechen sich Erinnerungen Bahn. »Henk hätte hier wohnen sollen. Mit Riet und mit Kindern.« Henk, der Zwillingsbruder, ist lange tot. Riet aber lebt, und sie hat einen Sohn.
Gerbrand Bakkers erster Roman war in den Niederlanden ein großer Publikumserfolg und verkaufte sich seit Erscheinen über 65000mal. Genau in der Beobachtung von Mensch und Natur, subtil in der Anspielung und von zärtlicher Skurrilität, entwickelt Bakkers trockener, lakonischer Erzählstil von der ersten Seite an einen unwiderstehlichen Sog. Unversehens findet man sich mit einem wortkargen Bauern inmitten von Milchkühen, Texel-Schafen, einer Nebelkrähe und zwei Eseln an die großen Fragen des Lebens erinnert und versteht, daß Komik und Tragik, Witz und Wehmut, oben und unten unauflöslich zusammengehören.

 

Pressestimmen

»Ein wunderbares Buch ... Unsere warmherzigste Empfehlung an die Zuschauer, Oben ist es still zu lesen.«
Iris Radisch, Schweizer Literaturclub
»Bakkers Erzähltempo ist so gemächlich wie das Leben auf dem Land. Während anderen Autoren die Zeitlupe nur stilistischer Selbstzweck ist, legt Bakker auf diese Weise stetig Verstörendes und Widersprüchliches frei, das sonst außerhalb der Sprache liegt: Zwischen tickenden Uhren und einsilbigen Dialogen wird fühlbar, wie nah sich Liebe und Grausamkeit sind.«
Der Spiegel
»Bakkers eindringliche Zwillingsbrüder-Story ist zweifelsohne einer der Höhepunkte des Bücherherbstes.« 
Profil, Wien
»Wenn auf dem platten Land die Welt auch nur ein bisschen kippt, findet man keinen Halt und rutscht ab: niederländische Schafweiden, ein Kuhstall, ein Hof, der Bauer Helmer, Jahrgang 47 - über ihm der Himmel, unter ihm trockengelegtes Land. Alles ist sehr übersichtlich angelegt in Oben ist es still, dem tiefen, lakonischen Romandebüt des niederländischen Sprach- und Literaturwissenschaftlers sowie diplomierten Gärtners Gerbrand Bakker. Mit unsentimentaler Zuneigung und behutsamer Wucht erzählt Bakker davon, wie Helmer aus einem langen, aufgezwungenen Schlaf aufwacht. ...«
Berliner Zeitung
»Oben ist es still heißt das in Holland viel gerühmte Debüt, von dessen karger Rhetorik eine geheimnisvolle Stille ausgeht. So werden wir Zeuge von Helmers Versuch, die Vergangenheit neu zu ordnen. Es ist ein großes Vergnügen, lesender Komplize dieser Aufräumarbeiten zu sein.«
Peter Henning, Spiegel Online
»Oben ist es still erzeugt wehmütige Reminiszenzen an die Zeit, als das Erzählen noch nicht auf ein Reizschema reduziert war, das auf vordergründige Aufmerksamkeitsreflexe und triviale Wiedererkennungseffekte geeicht ist, sondern eine eigensinnige Wahrnehmung etablierte.«
Dorothea Dieckmann, Neue Zürcher Zeitung

»Leise im Ton, in sparsamen, schlichten Sätzen tut sich literarisches Neuland auf, das man nie mehr verlassen möchte. Bravourös.«

Werner Krause, Kleine Zeitung, Graz
»Gerbrand Bakker kennt sich aus in Menschenseelen, denn alles was Bakker erzählt, leuchtet ein. Man begreift, warum dieses Romandebüt, als es 2006 in Bakkers Heimat erschien, Aufmerksamkeit erregte und mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde.«
Sabine Brandt, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Dieser Roman steckt voller Tragik und Komik des Lebens, voller Leben und voller offener Fragen. Ein Generationen-Buch. Wie weiterleben, wenn man nicht frühzeitig (Gegen-)Position bezieht, seinen Platz in der Welt behauptet? Wie die Vergangenheit bewältigen, wenn sie einen einholt?«

My Way. Magazin für kulturellen Eigensinn. 2. Halbjahr 2009

Audiobeiträge

Kommentare

Mein Buch 2008! Man kann kaum glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt.
Markus Wenner, 15.01.2009

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