Friederike Mayröcker
Paloma

Paloma
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D: 16,80 €
A: 17,30 €
CH: 24,50 sFr

Erschienen: 25.02.2008
Gebunden, 198 Seiten
ISBN: 978-3-518-41956-4

Inhalt

Paloma: Das Buch trägt den Namen der Tauben im Flieder, der geflügelten Boten im Azur. 99 Briefe auf der Kreisbahn eines Jahres, von Mai 2006 bis April 2007: »lieber Freund, die weiszen Lilien, die du mir zur Tür gelegt hast, sind eine grosze Lust mein Schreibzimmer voll Glanz und Duft : das wird mich anfeuern zu schreiben«, hebt der erste von ihnen an, in den Frühling geschrieben, den dichtenden Vögeln nach. »Fern Schreiben« sind es, an den Freund, den Leser und an ihn, den abwesenden Verbündeten, der dahin ist und doch nie gegangen. Während draußen die Gegenstände wie Bühnenkulissen wechseln und das Leben sich im Fenster vis-à-vis spiegelt, hält Friederike Mayröcker Zwiesprache mit sich selbst: »bin den ganzen Tag am Lauschen : Worte, Wortbilder, Sätze, (…) fliege immer wieder auf und nieder, hierhin und dahin.«

Paloma ist ein kühnes, poetisches, wildes Buch über den Umgang mit sich und die »Menschen Verhältnisse«, die Generalinventur einer großen Dichterin. Über das Schreckgespenst des Alters, die Geisteszerrüttung, den Schwindel siegt eine tiefe Lebenslust, die Glut des Schreibenwollens und die rücksichtslose Hingabe an die alles verwandelnde, tragende, die zum Himmel auffahrende Sprache: »Möchte saphirene Texte schreiben tatsächliches Blau.«

Pressestimmen

»Ohne Punkt oder Komma voneinander getrennt, sind Leben und Schreiben bei (Friederike Mayröcker) eins geworden, und es hat sich längst ein ganzer Mythos gebildet um diese mayröckersche Schreibexistenz im undurchdringlichen Wohnungswirrwarr zwischen Büchern und Zetteln. ›Ich habe immer vermieden, eine Story zu machen, das heißt, ich sehe nirgends eine Story: Ich sehe auch im Ablauf meines Lebens oder im Leben überhaupt keine storyähnliche Erscheinungen‹ hat sie in einem Rundfunkinterview gesagt. Ihre Prosa ist eine ›vibration sur place‹, die einem beim Lesen hineinzieht in die Gleichzeitigkeit eines immer subjektiven Geflechts aus Empfindungen, zitierten Sätzen, Beschreibungen und Reflexionen: ein unbewusster Schreibstrom, könnte man vermuten, wüsste man nicht, wie präzise die Sätze arrangiert sind.«
Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Ein Werk, das die erdenschwere Trauer so leicht nimmt wie sein Titel: Paloma heisst das Buch voll flügelschlagender Poesie ... Sorgsam setzt die 83-jährige Schriftstellerin das Datum ihrer Briefe, und was sie schreibt, ist eine Chronologie, die nicht unterscheiden will zwischen dem Banalen und dem Erhabenen. Der gleichmachende Strom der Zeit fliesst dahin, er sammelt Telefongespräche und Briefe, Gegenwarten und Erinnerungen, Träume und Alltäglichkeiten, doch was Friederike Mayröcker aus ihm herausfischt, verwandelt sich zur kompromisslosen Sprache der Poesie.«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung
»Friederike Mayröckers Paloma ist ein anrührendes Buch. Es erzählt vom Altwerden und Jungbleiben, vom Leben und von den Träumen.«
Otto A. Böhmer, Die Zeit
»Friederike Mayröcker schreibt in ihrer »pneumatischen Fetzensprache«, haucht alles in einer melancholischen Hast hin, im Ton einer entzückenden Leier, klagend und zugleich glücklich im Schreiben und nur noch im Schreiben.«
Jörg Drews, Süddeutsche Zeitung

»Die Wahrnehmungsfähigkeit der Autorin, die verrückte Fantasie in Bildwelten, das anarche Element ihrer Beschreibungen und auch die Zuneigung zu den Menschen, die sie umgeben, gewinnen in Scardanelli neue Kraft...Man möchte mit dem Lesen nicht aufhören.«

José F. A. Oliver, wespennest 157, November 2009

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