Cees Nooteboom
Paradies verloren - Roman

Aus dem Niederländischen von Helga von Beuningen
Paradies verloren
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D: 16,80 €
A: 17,30 €
CH: 30,60 sFr

Erschienen: 18.07.2005
Gebunden, 156 Seiten
ISBN: 978-3-518-41726-3

Inhalt

Wer hat bloß die Engel aus der Welt verbannt, obwohl ich sie noch immer um mich spüre?« Ein überraschender Gedanke für eine junge Frau, die am eigenen Leibe erfahren mußte, daß unsere Welt »mehr mit der Hölle zu tun hat als mit dem Paradies«. Alma ist eines Abends auf einer ziellosen Fahrt durch São Paulo in die Favela Paraisópolis geraten und vergewaltigt worden. Um den Schatten zu bannen, reist sie mit ihrer Freundin Almut in das Land ihrer gemeinsamen Kindheitsträume, Australien, und begegnet in der Leere der Wüste einer Stille, die sie versöhnt. Doch die Traumzeit ist längst vergangen, die mythische Welt der Aborigines versunken: »Mein Australien war eine Fiktion.« Alma nimmt Abschied von den Reservaten des Garten Eden und macht die Welt zu ihrer Wüste – nicht ohne darin ihre Spuren zu hinterlassen. Ob von Füßen oder Flügeln: dem alternden Literaturkritiker, dessen Weg sie kreuzt, ist sie eine Offenbarung des Himmels.
In seinem neuen Roman erbringt Cees Nooteboom den poetischen Beweis dafür, daß Phantasie Flügel verleiht und daß die Verstoßung aus dem Paradies das Beste war, das Gott für die Literatur hatte tun können. Denn Geschichten sind wie Engel, sie verkehren zwischen dem Irdischen und dem Imaginären, mit einer entscheidenden Einschränkung: die Passage verläuft nicht ohne Störungen, das ist ihr Ursprung. Der Irrfahrt Almas erwächst eine der schönsten Geschichten seit Miltons Dichtung über Adam und Eva.

 

Pressestimmen

»Sehr, sehr, sehr poetisch und wunderschön.
Es ist was für den Kopf und für die Seele ...«
Elke Heidenreich
 »Erst einmal und vor allem eine Liebesgeschichte. Weit hergeholt? Oh, ja! Aber hautnah herangebracht. Die Geschichte einer großen, unstillbaren Sehnsucht. Kompliziert? Aber einfach zu lesen. Auch wenn sich der Anfang erst vom Ende her erschließt. Alles glasklar. [...]
Der holländische Großmeister präsentiert ein Alterswerk, das ihn auf der Höhe seines ganzen Könnens zeigt. Mit Anmut und mit Übermut kommt er hüpfend über die Berge, mit einer schwebenden Leichtigkeit und so, als wäre es ihm alles gerade erst eingefallen, entwickelt er ... ein grandioses Stück Literatur.«
Frankfurter Rundschau
»Das Beste, was Gott für die Literatur hat tun können, war die Vertreibung aus dem Paradies, meint Cees Nooteboom. In seinem kleinen eleganten Roman läßt er zwei junge Frauen im Australien der Aborigines nach dem Garten Eden suchen. Ein kurioses Engel-Festival in Perth verleiht den Teilnehmern wie der Phantasie Flügel und wird zum Fixpunkt von geistreichen Bemerkungen über die Literatur und die Liebe.«
Focus
»Zwei Frauen, die nach Australien reisen; ein älterer Mann, der wahrhaftig seinem Engel begegnet: Eine wunderbar erzählte, geheimnisvolle Geschichte.«
Die Zeit
»Nooteboom ist ein, im eigentlichen Wortsinn, wundervolles Buch gelungen. Elegant, mit leichter Feder geschrieben, wie wir es von ihm gewohnt sind, und voller Andeutungen, die literarischen Anspielungen reichen von John Milton bis Thomas Bernhard. Mit feiner Ironie überspielt er immer wieder die Grenzen zwischen Imaginärem und Alltäglichem, ohne sich dabei in Tiefsinn zu verlieren. ... auf unterhaltsame Weise die Phantasie beflügelt und einmal mehr zeigt, dass Paradiese in den Köpfen von Autoren und uns, ihren Lesern, entstehen - unter Palmen oder auch im Strandkorb eine ideale Lektüre.«
NDR
»Eine zarte Liebesgeschichte, eine ethnologische Expedition, ein literarisches Vexierspiel: All das und noch viel mehr steckt in diesem locker-leichten Roman, der den Niederländer erneut in Bestform zeigt.«                   
Der Bund
»Ein eleganter, gelungener Roman. Geheimnisvoll, facettenreich und sehr lesenswert.«
Elsevier
»Die Nooteboom-Lektüre bietet eindrucksvolle Impressionen aus Australien, subtile Psychogramme mehr oder weniger gestrandeter Figuren, humorvolle Sottisen über den Literaturbetrieb und eine höchst einfühlsame Liebesgeschichte, in der der erotische Funke auch auf den Kopf überspringt.«
Hannoversche Allgemeine Zeitung
»Cees Nooteboom ist kein Autor, der seine Geschichten einfach weggibt. Er selbst ist das Ich und das Du, er mischt sich ein, er leitet seinen Leser an. Daraus bestehen Nootebooms Erzählungen: aus Täuschung, Sensibilität und Eitelkeit, aus Gelehrigkeit und Raffinesse, aus Erfahrung und Fantasie. Und aus einem großen Wissen.«
Münchner Merkur

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