Richard Rorty
Philosophie als Kulturpolitik

Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte
Philosophie als Kulturpolitik
Leseprobe » Bestellen »


D: 28,80 €
A: 29,70 €
CH: 39,50 sFr

Erschienen: 17.03.2008
Gebunden, 357 Seiten
ISBN: 978-3-518-58495-8

Inhalt Inhaltsverzeichnis

Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in Der Spiegel der Natur gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die »ersten Fragen«, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre »Heilung« durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, ...

Inhalt Inhaltsverzeichnis

Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in Der Spiegel der Natur gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die »ersten Fragen«, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre »Heilung« durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, der Religion und der Politik.

Pressestimmen

»Wer Rorty noch nicht kennt, dem seien diese Aufsätze zur Einführung empfohlen.«
Dominik Busch, Neue Zürcher Zeitung
»Dass mit dem Entrümpeln reglementierender übermenschlicher Autoritäten, alos überkommener metaphysischer »Ladenhüter«, sich der Ausblick auf eine freiere, solidarischere Gesellschaft eröffnen könnte, war Rortys Hoffnung für die Zukunft, seine »liberale Utopie«, für die dieses Buch noch einmal wirbt.«
Willy Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung
»Rorty starb viel zu früh. So scheint es jedenfalls dem Leser dieser Aufsatzsammlung, dem vierten Band seiner »Philosophical Papers«. Zu früh, weil die befreienden Konsequenzen und Inspirationen, die sich aus seinem kritischen Philosophieren für so viele aufgeheizten Debatten der Gegenwart ergeben müssten, immer noch auf sich warten lassen. Hat man in Grundwertekommissionen und nationale Ethikräte, dort also, wo es um Richtungsentscheidungen auch moralischer Natur geht, handele es sich um Stammzellforschung, PID-Diagnostik, genmanipulierten Mais oder die sogenannte Sterbehilfe, hat man dorthin überhaupt je Philosophen geladen? Und wenn ja, auch solche, die als privilegierte Spezialisten so nüchtern und zugleich so zukunftsorientiert wie Rorty auf dem Boden der Moderne und vor allem der Demokratie stehen?«
Katharina Rutschky, Die Welt
»Wie leichthändig er die dicken Mauern philosophischer Weltgebäude nach hohlen Stellen abklopfte; wie elegant Rorty philosophische Wahrheiten auf kleiner Flamme weich kochte und sie unterm Äthergeist einer sanften Ironie verdampfen ließ – das brachte viele Philosophen zur Weißglut und provozierte manch legendären Wutausbruch. …Wer nachlesen will, wie federnd und elegant Rorty sein Florett führte, dem sei diese Aufsatzsammlung empfohlen. Die Lektüre ist allerdings nicht ohne Risiko. Die Leichtfüßigkeit seiner makellosen Sprache täuscht über den Schwierigkeitsgrad dieses scharfsinnigen Denkers hinweg. …  Und die schwebende, von Joachim Schulte wunderbar in die Übersetzung gerettete Ironie lässt gern vergessen, dass Rorty eben eines nicht war: ein Relativist, der sich über »heilige Wahrheiten«, zum Beispiel über die Menschenrechte, hinwegsetzt, weil diese sich als universelle Wahrheit nicht begründen lassen.«
Thomas Assheuer, Die Zeit

Kommentieren