Thomas Melle
Raumforderung - Erzählungen

Raumforderung
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D: 15,90 €
A: 16,40 €
CH: 22,90 sFr

Erschienen: 19.02.2007
Gebunden, 199 Seiten
ISBN: 978-3-518-41879-6

Inhalt Inhaltsverzeichnis

»Bis ins letzte Komma aufgeladen …« Iris Radisch

»Ediths Wohnung hat Krebs, und die Metastasen treiben Plastikblumen, Goldherzen, Blumenkränze in die Ecken und Augenwinkel. Bunte Karzinome wuchern von allen Seiten in Richtung Fernseher.« Die Bewohnerin selbst ist etwas aus der Art geschlagen; ständig unter Hochdruck, sprengt sie am Weihnachtsabend den Familienverband. Auch der Optiker in der titelgebenden Geschichte unterliegt einem unkontrollierbaren Impuls und fällt bei der Wohnungssuche plötzlich aus der Rolle; die Gruppe Studienstifler in Nachtschwimmen wird von einer Dynamik ergriffen, die beinahe tödlich endet; und Jonna, die junge Mutter, kann den Erwartungen der Gesellschaft nicht entsprechen: Das Baby liegt ihr in den Armen wie ein Alien.
Es sind die Momente, in denen etwas entgleist und der Organismus sich gegen sich selbst wendet, die Thomas Melle in seinem Debüt untersucht. Mit dem Blick eines Morphologen folgt er den Vernetzungen und Verästelungen dieser Welt, dringt ein in ihr Gewebe, entnimmt ihm Proben und spürt die Abweichungen in der Gesamtstruktur auf: Raumforderungen mutierter Zellen. Die Sprache wird dabei kontrollierten Wucherungen unterzogen, bildet Metaphern wie Metastasen und entfaltet ihre ganze expansive Kraft. Das Bekenntnis des Erzählers in Wuchernde Netze ist auch eines des Autors: »Ich glaube an den Text wie andere an Hexenflüche und Zaubersprüche.«

»So möchte man öfter erzählt bekommen – so, wie Thomas Melle erzählt. Schnell. In starken Stimmungen, überraschend. So atmosphärisch und voller Leben.« Peter Glaser

Pressestimmen

»Melle zeigt, dass postmodernes Erzählen mit all der Theoriebelastung und gegen jede oberflächliche Realitätsverwaltung durchaus noch möglich ist. Als reflektierte literarische Raumerprobung (...) ist dieser Band (...) eine legitime Forderung nach Raum.«
Der Tagesspiegel
»Voller Sprachlust und nervöser Zeitgenossenschaft stellt Thomas Melle ein gleißend buntes Jetzt aus, das in seiner Hybris vom Verfall bedroht ist.«
Frankfurter Rundschau
»Raumforderung heißt das Debüt des Schriftstellers Thomas Melle. Jahrganh 1975, ist er bisher als Übersetzer von William T. Vollmanns Huren für Gloria aufgefallen. Im vergangenen Jahr trat er mit der brillanten Erzählung Nachtschwimmen in Klagenfurt an, vermochte die Jury aber nicht zu überzeugen. Dass dies ein Fehler war, beweist nun spätestens dieser Erzählungsband. Er besitzt all jene Schwächen, die der preis für das Risiko sind, kühn etwas Neues zu wagen. Und als Leser stellt man begeistert fest, dass man die Schwächen Melles aufregender findet als die meisten braven Perfektionismen eines allzu kontrollierten Erzählens.«
Süddeutsche Zeitung

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