Andreas Maier
Sanssouci - Roman

Sanssouci
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 12.01.2009
Gebunden, 298 Seiten
ISBN: 978-3-518-42030-0

Inhalt

An einem heißen Sommertag wird auf dem Frankfurter Hauptfriedhof der tödlich verunglückte Regisseur Max Hornung beerdigt. Nach seinem Umzug aus Frankfurt am Main lebte er in Potsdam. Von dort sind als Trauergäste angereist: Merle Johansson, eine zwielichtige Schönheit, mit ihrem kleinen Sohn Jesus, die eigenwillig verwahrlosten Zwillinge Heike und Arnold und ein paar Fernsehleute. Der Rußlanddeutsche Alexej, Novize eines russisch-orthodoxen Klosters, ist aus München gekommen … Was hatten sie alle mit Hornung zu schaffen?

Potsdam verfügt, abgesehen von dem Weltkulturerbe Sanssouci, über viele Plätze und Kneipen und einen doppelten Boden, was im wörtlichen Sinn zu verstehen ist: Unter dem Park von Sanssouci verläuft ein Tunnelsystem mit zahlreichen Räumen. Einige davon wurden offenbar für unchristliche Andachten und SM-Sitzungen verwendet. Jugendliche, die sich dort herumtreiben, tricksen die Erwachsenen aus – mit bedrohlichen Folgen.

Hat Hornung davon gewußt, der Westler, der die Potsdamer in seiner Fernsehserie »Oststadt« so porträtierte, daß ein erbitterter Streit in der Stadt entbrannte, der sich schon bald ins Possenhafte überschlug? Wohl nicht, höchstens durch Vermittlung der Herumlungerer vor den Trinkbuden der Stadt – Champions der Bedürfnislosigkeit, auf die ein Platz im Himmel der Bergpredigt wartet. Was für sie abfällt, schnappen sie auf, um den Kosmos des Geredes zu mästen.

Wie in Wäldchestag seziert Andreas Maier komisch gewagt und ironisch verheerend die deutsche Gegenwartsgesellschaft, diesmal ein Zentrum ostdeutscher Provinz.

 

 

Pressestimmen

»Der Autor kennt sich gut aus in Potsdam, und dennoch oder gerade deswegen kommt die Stadt am Ende des Romans dem Leser sehr sonderbar vor. Woran dies liegt, verrät das Motto des Romans: »Dort schrieen die einen dies, die anderen das; denn in der Versammlung herrschte ein großes Durcheinander, und die meisten wußten gar nicht, weshalb man überhaupt zusammengekommen war.«  ... Aus dem» großen Durcheinander« der Stimmen formt die Kunst des Erzählers das Bild einer Gesellschaft, die sich in einem Zustand beträchtlicher geistiger Verwirrung befindet. ... Andreas Maier gibt in Sanssouci einem bevorzugten Topos der deutschen und österreichischen Literatur einen besonderen Dreh: dem der Dämonie der Provinz. In Sanssouci wird die Dämonie der Provinz von deren Trivialität ununterscheidbar.«
Ernst Osterkamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Das Geschwätz über die Dinge an den Abgrund zu führen, wo das Unbedingte verborgen ist, muss man diesem Roman hoch anrechnen.«
Iris Radisch, Die Zeit
»Ein Rätselroman, der fesselt.«
Tobias Becker, Der Spiegel
»Ein böses, ein rätselhaftes und gerade deshalb ein spannendes und manchmal ein ätzend komisches Buch. ... Der Realismus von Andreas Maiers Potsdamer Milieu-Studie, die die Lokalpolitik auf satirische Weise einschließt, vermischt sich in Sanssouci mit dem gefährlich schönen Flirt eines Radikalen, der genau weiß, was man aussprechen sollte und was nicht. Bravo.«
Ina Hartig, Frankfurter Rundschau
»Maier geht es, womit er, soweit ich sehe, in der gesamten deutschsprachigen Literatur unserer Tage singulär dasteht, um das Ganze. Und darunter versteht dieser Autor tatsächlich nicht mehr, aber auch nicht weniger als die heute richtige, unserer gegenwärtigen Welt gemäße Art zu leben. Diesem radikalen und eigentlich ganz und gar unmodernen Ansatz sind die vielen oberflächlichen Gutmenschen nicht im Geringsten gewachsen. Sie alle haben nämlich ihre dunklen, verschwiegenen Seiten.«
Dietmar Jacobsen, Literaturkritik

»Wie in Wäldchestag gibt Maier tiefgreifende Einblicke in die Psyche seiner Figuren und zeigt die Umstände, die sie zu den jetzigen Charakteren formt. Es gelingt ihm, dem Leser das Gefühl zu geben, auf einer Wellenlänge mit der erzählenden Figur zu sein und deren Perspektive zu verstehen. ... Der Roman unternimmt eine Reise in die Gedankenwelt der Mönche, der Penner, der Anarchisten, der Politiker, der Filmemacher, der Potsdamer Jugend- und Immigrantenszene, mit dem Zweck, das herauszudestillieren, was den Menschen letztlich ausmacht. Hierbei erweist sich Andreas Maier als exzellenter Reiseführer.«

Markus Klein, Rezensöhnchen Nr.44 2009

»Eine mysteriöse, ironische Potsdamer Stadtgeschichte aus der linksalternativen Kulturschickeria, aufgeladen mit leichtem SM-Lockstoff. Das Ganze fängt irgendwie an und hört irgendwie auf. Diese Unbestimmtheit ist packend.«

Stadtblatt Osnabrück Nr. 368 September 2009

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