Friederike Mayröcker
Scardanelli - Gedichte

Scardanelli
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CH: 23,50 sFr

Erschienen: 23.03.2009
Klappenbroschur, 52 Seiten
ISBN: 978-3-518-42068-3

Inhalt

mit Scardanelli

 

im Grunde deines Mundes, damals

wann weisz die Schwalbe dasz es Frühling

wird nachts nadelst du als Regen an mein Fenster ich

liege wach ich denke an die Nachmittage umschlungenen

Mitternächte, vor vielen Jahren diese Rosenkugeln die

Schaafe auf der dunklen Himmels Weide

 

Die Spur führt nach Tübingen, in eine Turmstube oberhalb des Neckars. Dort sitzt einer und schreibt. Hölderlin nennt er sich indes nicht mehr. Seine Gedichte unterzeichnet er »Mit Unterthänigkeit / Scardanelli«.

Seine Stube verläßt er nur selten, und doch begegnet ihm Friederike Mayröcker auf ihren Streifzügen durch magische Kopf- und Sprachlandschaften auf Schritt und Tritt: Mal stößt sie auf ihn, »wo junge Blättchen wo verborgene Veilchen schwärmten«, mal zeigt er sich als »1 schöner / Wanderer mit Alpenhut und einer Blume in seiner / Hand«.

Zwischen Januar und September 2008 entstanden 40 Gedichte, in denen Friederike Mayröcker dem hymnischen Ton und den freien Rhythmen Friedrich Hölderlins folgt. Meist reicht ein einzelnes Wort, manchmal ein Teil einer Verszeile, um die Sehnsucht zu beflügeln: »ich möchte / leben Hand in Hand mit Scardanelli«.
 

Pressestimmen

»Beide, Hölderlin und Mayröcker, sind Ekstatiker des Lebens und damit auch des Todes. Dass ihr Werk ästhetisch ins Offene strebt, aber ähnlichen philosophischen Überzeugungen verpflichtet ist, macht Scardanelli zum grossen poetischen Abenteuer.«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

»Das Niemandsland zwischen Dichter und Gedicht hat Friederike Mayröcker ihren Lesern zur Erkundung freigegeben. Obwohl sie sich dabei stilistisch und thematisch treu geblieben ist, hat sie sich ›mit Scardanelli‹ weit überboten.«

Hans-Herbert Räkel, Süddeutsche Zeitung

»Friederike Mayröcker, die seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr, also seit nunmehr siebzig Jahren Gedichte schreibt, hat sich erstaunliche sprachliche Präzision wie Originalität bewahrt. Im steten, mitunter erfrischend unkonventionellen Dialog mit Hölderlins Dichtung entstehen vielschichtige Texte, die oft an Vexierbilder erinnern.«

Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.106

»Eine Dichterin, ein Dichter, zwei Wortbeschwörer, Wortträumer - Friederike Mayröcker und Friedrich Hölderlin. Nun kommen sie zusammen: In der Magie von Wörtern, im Wogen von Wahrnehmungen und Empfindungen.«

Silvia Hess, Buchkultur 126/ 2009

»In Hölderlin hat Mayröcker einen Bruder im Geiste gefunden. ... Die Angst, nicht mehr gehört zu werden, ist immer präsent. ›Mein Leben war zu kurz für meinen Lebenstraum‹, heißt es in einem Gedicht. Wie durch einen Schleier gedämpft dringt die Welt in diesen vertrackten Versen zur Dichterin vor. Der Kanon eines langen Dichterlebens.«

Welf Grombacher, Fränkische Landeszeitung

»Sie ist wieder da. Und zwar mit einem Gedichtband, der sich wie altbekannt nicht um Regeln und Richtigkeit schert. Die ganz hauseigene Sprache bereitet nicht zuletzt aufgrund dieser literarischen Freiheit assoziative Kopfbilder, dass es nur so eine Freude ist.«

Nadine Kegele, an.schläge Nr.7/0009

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