Martín Kohan
Sekundenlang - Roman

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Sekundenlang
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 19.02.2007
Gebunden, 267 Seiten
ISBN: 978-3-518-41882-6

Inhalt

Knapper ging es nicht: Leiche in Hotelzimmer gefunden. Eine winzige Zeitungsnotiz aus Buenos Aires, September 1923. Sollte das die beiden argentinischen Provinzjournalisten, die fünfzig Jahre später nach einem griffigen Sujet für einen Jubiläumsartikel ihres Blatts suchen, mehr interessieren als der mythische Boxkampf Luis Ángel Firpo gegen Jack Dempsey New York September 1923, bei dem der argentinische Herausforderer skandalös um den Sieg gebracht wurde? Mehr als das Gastspiel von Richard Strauss im selben Monat im Teatro Colón mit der bereits legendären Aufführung von Gustav Mahlers 1. Symphonie?
Sportredakteur Verani jedenfalls ist überzeugt, daß der Tod des Unbekannten mit dem Boxkampf zu tun hat. Die Versuche seines Kollegen vom Feuilleton, ihm Parallelen zwischen Boxkampf und Symphonien zu erläutern, läßt er stoisch über sich ergehen. Auch der subtile Clinch zwischen dem erfolgreichen Techniker Richard Strauss und dem genialisch tastenden Neuerer Gustav Mahler berührt ihn nicht sonderlich. Es müßte doch verdammtnochmal herauszukriegen sein, warum der Mann im Hotel, offenbar ein Ausländer, aufgeknüpft an der Decke hing. Hatte er sich bei dem Boxkampf fatal verwettet? Die Wirklichkeit – aber das erfährt der Leser erst sehr viel später von einem hellwachen Greis in Buenos Aires – ist um einiges zugespitzter.

Eine Boxtragödie, ein komischer Zusammenprall der Kulturen, ein dubioser Mordfall - erzählt von einem der herausragenden Autoren der jüngeren argentinischen Literatur

Pressestimmen

»An narratischer Virtuosität ist Kohan schwer zu übertreffen; ein Vergnügen, das durch die flüssige Übersetzung von Peter Kultzen nur noch gesteigert wird. Wer schon immer einen Schwergewichtsboxer beim Dirigieren eines Symphonieorchesters beobachten wollte, wird Dank Martín Kohan auch mit Genuss verfolgen, wie Mahler mit genialischem Linkshaken Strauss derart gezielt aus dem Ring boxt, dass diesem bereits das Lied von der Erde erklingt, bevor er bei den eigenen letzten Liedern bis vier zählen kann.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»In Argentinien floriert eine Art des Schreibens, als deren Schutzpatron Jorge Luis Borges und Julio Cortázar gelten können: Literatur als Gedankenspiel, als formales Experiment, als ausgeklügelter Knalleffekt. Das gilt auch für den 1967 geborenen Martín Kohan. Sekundenlang ist ein bravouröses Verwirrspiel von beachtlicher sprachlicher Virtuosität.«
Neue Zürcher Zeitung
»Sein höchst intelligent gestricktes Buch fesselt den standhaften Leser bis hin zum überraschenden Schluss.«
Mittelbayrische Zeitung

Kommentare

Mit Interesse habe ich die privilegierte Leserstimme von Herrn Paulus vernommen. Vielleicht kämen neue Leserstimmen hinzu, wenn das Buch (die dt. Übersetzung) schon im Handel wäre.
Uwe Schoor, 19.02.2007

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