Jaume Cabré
Senyoria - Roman

Aus dem Katalanischen von Kirsten Brandt
Senyoria
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Erschienen: 15.11.2010
suhrkamp taschenbuch 4204, Broschur, 444 Seiten
ISBN: 978-3-518-46204-1

Inhalt

»Senyoria«, wie sich der Gerichtspräsident von Barcelona gern würdevoll ansprechen läßt, weiß das Leben zu genießen. Mit Vorliebe betrachtet er den fernen Sternenhimmel und die bezaubernden Damen in seiner Gesellschaft. Doch dann geschieht ein Mord und bringt eine Lawine ins Rollen, die »Senyoria« trotz bester Beziehungen nicht aufhalten kann. Wer wußte von dem längst vergangenen, unseligen Vorfall, den er selbst fast vergessen hatte? Am letzten Tag des Jahres 1799, an dem das herrschaftliche Barcelona nur das rauschende Fest zur Jahrhundertwende im Sinn hat, zieht sich die Schlinge immer enger um den mächtigen Gerichtspräsidenten.
Ein erbitterter Machtkampf spielt sich ab im Barcelona des 18. Jahrhunderts – und er fordert zahlreiche Opfer, von denen manche unschuldiger sind als andere.

Pressestimmen

»… ein lustvoll-ironisches Porträt des katalanischen Adels des ausklingenden achtzehnten Jahrhunderts und eine sinnlich-deftige Hommage an Barcelona ...«

Annika Müller, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Man spürt förmlich die Freude, mit der Cabré detailgenau dem dekadenten, nichtsnutzigen Adel Barcelonas nachspürt ...«

Eva Karnofsky, Deutschlandfunk

»Cabré situiert seine Geschichte eines Scheiterns im Jahr 1799. Er erzählt sie flott und zeitgemäss, verknüpft Schicksale, kontrastiert Milieus, löst Rätsel – nicht alle –, lockt uns mit sprachlicher Schönheit in eine Welt, die wir bald wegen des menschlichen Gerangels und der schicksalhaften Wendungen als zeitlos erkennen. Spannung baut er auf mit einem schnell geschnittenen Szenenreigen, Nähe schafft er durch sinnlich geschilderte Alltagsszenen, Tiefe bekommt das Buch durch auktoriale Gedanken, die Jaume Cabré dem Richter zuschreibt. ... Jaume Cabrés Erzähltechnik folgt dem Gewinde einer Schraube: Anfangs geht alles leicht dahin, doch in der Hälfte, etwa ab Seite 170, stecken wir schon fest. Da wird aus Geplänkel Grausamkeit ...«

Brigitte Kramer, Neue Zürcher Zeitung

»Cabré hat seine Posse spannend, ironisch und lustvoll inszeniert, auf mehreren Ebenen, mit gleich drei Morden, mit derben Intrigen und reichlich Sinnlichkeit: Die Komparsen, dekadente Aristokraten, gehen auf in einem frivolen Reigen der Promiskuität. Hinter allem glänzt die Kulisse, Barcelona, eine Stadt, die nach Dauerregen metaphorisch im Schlamm versinkt.«

Uwe Stolzmann, Deutschlandradio Kultur

»Jaume Cabré entwirft mit viel erzählersichem Geschick im großen Stil ein barockes Panorama aus politischen Intrigen, sexuellen Fehltritten und künstlerischen Ambitionen.«

Florian Schmid, Landshuter Zeitung

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