David Gugerli
Suchmaschinen. - Die Welt als Datenbank

Suchmaschinen.
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Erschienen: 23.03.2009
eu 19, Broschur, 117 Seiten
ISBN: 978-3-518-26019-7

Inhalt

Plötzlich diese Übersicht. Milliarden von Seiten, in Sekundenbruchteilen durchsucht, als Trefferliste sauber angezeigt, mit der größten Selbstverständlichkeit sortiert nach Rang und Namen. Google bestimmt die Routinen des Alltags und ist dennoch nicht die Suchmaschine schlechthin. Auch außerhalb des World Wide Web gibt es zahllose, technisch hochgerüstete Prozeduren des Suchens.

Die gegenwärtige Selbstverständlichkeit der einen Suchmaschine läßt leicht übersehen, daß Suchmaschinen einen Interessenkonflikt induzieren zwischen jenen, die sie einsetzen wollen, und jenen, auf die sie angesetzt werden. Ihr prekärer Status im Spannungsfeld zwischen Übersicht und Überwachung wird verdrängt.

Anhand von vier Fallstudien zeigt David Gugerli die Entwicklung der Suchmaschine auf, von den frühen Fernseh-Ratespielen, von Robert Lembkes Unterhaltungsshow »Was bin ich?«, über Eduard Zimmermanns Fahndungssendung »Aktenzeichen XY« und Horst Herolds »Kybernetik der Polizei« bis zu der von Ted Codd ausgehenden Entwicklung der relationalen Datenbank. Während Lembke auf die Feststellung von Normalität ausgerichtet war, suchte Zimmermann die Devianz, Herold die Muster und Codd die allgemeingültige Such- und Abfragesprache für in Form gebrachte Wissensbestände, die man seit Mitte der sechziger Jahre Datenbanken nennt.

 

 

»Die Geschichte der Suchmaschine ist eine eminent politische. Mit Suchmaschinen lassen sich Hoffnungen auf Fundamentaldemokratisierung und informationelle Emanzipation ebenso verbinden wie Horrorvisionen eines Orwellschen Überwachungsstaats, der über ein technokratisches Wissensmonopol verfügt.«

 

Pressestimmen

»David Gugerli erklärt die Wirkungsweise von Suchmaschinen ebenso unterhaltsam wie informativ. ... Da Gugerli auch den gesellschaftlichen Hintergrund beleuchtet, vor dem die Suchmaschinen zum Einsatz kommen, ist sein Büchlein gerade in den ersten drei Teilen auch eine wunderbare bundesrepublikanische Sittengeschichte - und man erfährt nebenbei viel über die Gemütslage in den 60er- und 70er-Jahren.«

Dirk Lorenzen, Deutschlandradio Kultur

»Zwischen Robert Lembkes TV-Quiz »Was bin ich?« und Horst Herolds Rasterfahndung: ein Essay über das Suchen und Finden jenseits von Google - und gerade darin ein Lehrstück über die Dialektik von Informationsfreiheit und Überwachung, der wir im Netz unterliegen.«

Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

»Kleines Buch, große Wirkung: ›Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank‹ ist ein Tritt in den Solarplexus der Informationsgesellschaft, dessen produktive Folgen noch gar nicht abzuschätzen sind. Denn das Bändchen eröffnet Perspektiven und skizziert ein Instrumentarium, dessen Nutzung fruchtbar zu werden verspricht.«

Anton Waldt, DE:BUG Nr. 134
»Ist von Suchmaschinen die Rede, denkt man gleich an Google. Oder an andere Webcrawler, die sich gegen die Übermacht von Google zu profilieren suchen. Man kann unter Suchmaschine aber auch eine allgemeiner gefasste Form von Datenbearbeitung verstehen. Und vielleicht empfiehlt sich das sogar, wenn es darum geht, die neueren Debatten um Datenhoheiten aus anderem Blickwinkel zu sehen.  David Gugerlis Essay über Suchmaschinen ist ein solches Angebot, das den Fokus auf das Web 2.0 kassiert, um an einige Suchmaschinen avant la lettre zu erinnern.«
Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Das tägliche Suchen nach Informationen mithilfe von Maschinen, das als »Googlen« längst zur zweiten Natur des Menschen gehört, wird mit diesem ausgezeichneten Essay in seine Gesellschafts- und Technikgeschichte eingetragen; und erst die lässt erkennen, wie politisch diese Sucherei ist. Der Zürcher Technikhistoriker David Gugerli geht den gegenwärtigen elektronischen Suchprozessen auf den Grund, indem er vier Fallstudien durchführt: die Suche nach dem Normalen (vom Typ des TV-Ratespiels »Was bin ich?«), nach der Devianz (wie in Aktenzeichen XY), die Suche nach dem Muster (etwa in der Rasterfahndung) und die Suche durch Datenbanken. Unheimlich, praktisch: Übersichtlichkeit und Überwachung sind aufs Engste benachbart.«
Elisabeth von Thadden, Die Zeit

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