Gerbrand Bakker
Tage im Juni - Roman

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Tage im Juni
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A: 10,30 €
CH: 14,90 sFr

Erschienen: 23.05.2011
suhrkamp taschenbuch 4251, Broschur, 303 Seiten
ISBN: 978-3-518-46251-5

Inhalt

Die Königin kommt. Und das Dorf im nördlichsten Zipfel der Niederlande steht kopf. Familie Kaan ist mittendrin im Trubel dieses Junitages 1969: Zwei der Söhne schwenken Fähnchen vor dem Gemeindehaus, und der kleinen Tochter auf dem Arm ihrer Mutter Anna streicht Königin Juliana höchstpersönlich über die Wange.
Vierzig Jahre später ist es ruhig geworden auf dem Hof der Kaans. Vieh gibt es außer einem letzten Stier keines mehr. Und daß Altbäuerin Anna sich regelmäßig mit einer Flasche Eierlikör und ihrer Seelenlast auf den Heuboden zurückzieht, wird stillschweigend akzeptiert. Nur die fünfjährige Dieke wundert sich. Was vor vierzig Jahren dem Leben ihrer Familie eine völlig andere Richtung gegeben hat, offenbart sich erst nach und nach.
Gerbrand Bakker erzählt so wortkarg wie wortstark von einem Dorf, einem Hof, einem tragischen Unfall, vor allem aber von einer Familie, in der jeder auf andere Weise mit Erinnerung und Verlust umgeht. Eine berührende Geschichte.

Pressestimmen

»Gerbrand Bakker fasziniert mit seiner kargen Sprache, den sparsamen, wie ausgerissen wirkenden Dialogen und seinem feinen Blick für Details.«

Annette Garbrecht, Financial Times Deutschland

»Gerbrand Bakker schreibt mentalitätsgeschichtliche Romane von grandioser Tiefenschärfe. Wenn in >Juni< die große, die Zeitgeschichte in den Rahmenhandlung gefasst und damit an den Rand gedrängt ist, so zeigt der Verfall des Hauses Kaan gerade in seiner Abschottung die Hinfälligkeit und den Zerfall ländlicher Lebensweise und Weltsicht umso deutlicher. … Als meisterliches Kammerspiel auf der Bauernbühne, in subtiler Verschränkung der Figurenperspektiven, ohne Schielen auf aktuelle Trends und manchmal mit leiser Ironie inszeniert Gerbrand Bakker den ländlichen Strukturwandel in den Niederlanden als Comédie humaine unserer Zeit und schreibt Gegenwartsliteratur im besten Sinne.«

Ulrich Baron, Die Zeit

»Bakker hat einen artifiziell komponierten, stillen und eindringlichen Roman über das Unglück geschrieben. Über das Unglück, das Leben und das Weiterleben – auch wenn es unmöglich zu sein scheint.«

Isa Schikorsky, Lesart 2/10

»Was an Bakkers Schreibweise … besticht, ist, wie er wortkarge Menschen miteinander kommunizieren lässt. Menschen, die nie das ausdrücken, was sie meinen, sondern höchstens andeuten, was sie bewegt. Der Leser kann sich so zu allem seine Gedanken machen.«

Konrad Holzer, Buchkultur, Wien Februar/März 2011

»Eine wunderbar undramatisch dramatische Geschichte.«

Sven Neumann, Bücher 4/2011 Juli/Aug

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