Einar Schleef
Tagebuch 1981–1998 - Frankfurt am Main, Westberlin

Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich. Mit farbigen Abbildungen
Tagebuch 1981–1998
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Erschienen: 23.03.2009
Broschur, 459 Seiten
ISBN: 978-3-518-42069-0

Inhalt

In den Jahren 1981 bis 1998 hat Einar Schleef kaum Tagebuch geführt. Er hatte zu inszenieren und Bücher zu schreiben (Gertrud 1, Gertrud 2, Droge Faust Parsifal). Als er sich in den letzten Jahren seines Lebens daranmachte, das Tagebuch auszuarbeiten und einzurichten, füllte er die Lücke mit eigenen Texten aus dieser Zeit, ungedruckten Langfassungen von Interviews zum Beispiel.

Im Gegensatz dazu scheint er in den Jahren 1999 bis 2001 fast nur noch Tagebuch zu schreiben, wenn er nicht gerade schwimmt, am liebsten in der Donau bei Wien. Schreiben dient ihm wie das Schwimmen dazu, sich zur Ruhe zu bringen. Nichts anderes hilft. Mit den Endloseintragungen schlafloser Nächte hält er sich an der Oberfläche – um weiterzugleiten, aufs Ende zu.

Pressestimmen

»Das »Tagebuch« Einar Schleefs das er seit seinem neunten Lebensjahr bis zum Tod mit 57 Jahren anno 2001 führte, (ist) endlich komplett veröffentlicht. Es ist, neben »Gertrud«, dem Roman über das Leben seiner Mutter, sowie »Droge Faust Parsifal«, dem Manifest seiner Theaterästhetik, das dritte, gleichwohl gewaltigste Hauptwerk dieses begnadeten Einzelgängers des deutschen Theaters. ...  Schleefs philosophisch, psychologisch, politisch tief und weit schweifende Chronik seines Daseins ist zugleich eine der Gesellschaft im erst geteilten (Schleef verlässt 1976 die DDR), später wiedervereinten Deutschland zwischen 1953 und 2001. Das macht sie erst recht zur aufregenden, zuweilen erschauernd- und erschreckenden Lektüre, die noch dazu amüsiert mit Klatsch und Nähkästchenwühlerei.«

Wengierek, Reinhard, Literarische Welt

»Schleef hinterlässt mit den Tagebüchern ein Material, das es in seiner Einzigartigkeit erst noch zu erschließen gilt. Diese fünf Bände verweisen auf einen Schriftsteller, der zu den bedeutenden Erscheinungen der deutschen Nachkriegsliteratur zählt.«

Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur

»Ein Glücksfall - für Literatur, Kunst, Theater und Wissenschaft -, dass Schleefs ›Tagebuch‹-Projekt nun in dieser umfassenden Form vorliegt.«

Christina Schmidt, Theater der Zeit Dezember 2009

»Die rund 2500 Seiten der fünf Bände dokumentieren das Leben, die Kämpfe, die Frustrationen, die Triumphe und Niederlagen eines radikalen, immer an die Grenze und darüber hinaus gehenden Schriftstellers und Theatermachers, der das Tagebuchschreiben als Obsession betrieb und dabei auch die intimsten Details nicht verschwieg. Diese Tagebücher sind die einzigartigen Dokumente eines schwierigen Genies.«

Bühne Nr. 10/ Oktober 2009

»Von enormer gedanklicher Tiefenschärfe sind besonders die Reflexionen, in denen Schleef den Wurzeln seiner Sprachstörung nachforscht. ... Aufrüttelnd muten Schleefs Äußerungen nicht nur wegen ihres fatalistischen Tenors an, sondern auch wegen ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit.«

Ulf Heise, Märkische Allgemeine Zeitung

»Einar Schleefs Maßlosigkeit kann man nun anhand seiner gesammelten Tagebücher anschaulich nachvollziehen: Mindestens vierhundert Seiten umfasst jeder der fünf Bände, die zugleich wütendes Vermächtnis und gezielte Selbststilisierung sind.«

Karin Cerny, profil 28

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