Traurige Tropen

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Mit 40 Guachen von Mimmo Paladino und zahlreichen Abbildungen.
Traurige Tropen


D: 38,00 €
A: 39,10 €
CH: 61,50 sFr

Erschienen: 13.10.2008
Gebunden, 541 Seiten
ISBN: 978-3-518-58511-5

Inhalt

Zum 100. Geburtstag von Claude Lévi-Strauss legt der Suhrkamp Verlag eine Sonderausgabe der Traurigen Tropen vor. Mimmo Paladino, der selbst mehrfach Brasilien bereiste, versieht Levi-Strauss' Text mit 40 farbigen Gouachen, die er eigens für diesen Band anfertigte. 300 Exemplare erscheinen als vom Künstler signierte Vorzugsausgabe.
»Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende.« – Mit diesem berühmten Bekenntnis beginnt eine der faszinierendsten und theoretisch folgenreichsten Reisebeschreibungen des 20. Jahrhunderts: Claude Lévi-Strauss' Traurige Tropen. Das erstmals 1955 erschienene Buch ist literarischer Erfahrungsbericht, anthropologische Studie und philosophisches Grundlagenwerk zugleich. Die konkreten Beschreibungen von Mythen und Riten, von Kleidungsstilen und Körperbemalungen, von Tänzen und Sprachen verschränken sich mit allgemeinen Analysen gesellschaftlicher Strukturen, die nicht nur das anthropologische Denken auf eine neue Basis stellen, sondern auch eine nachdrückliche Kritik der westlichen Zivilisation – und der in ihrem Namen unternommenen Forschungsreisen – formulieren. Der Grund für Lévi-Strauss’ Abscheu gegen die zeitgenössischen Reiseberichte ist so einfach wie verheerend: »Sie geben uns die Illusion von etwas, das nicht mehr existiert, das aber noch existieren müßte, damit wir der erdrückenden Gewißheit entrinnen, daß zwanzigtausend Jahre Geschichte verspielt sind.«
Als Moralist in der Nachfolge Rousseaus und Wegbereiter des Strukturalismus in den Sozialwissenschaften, als ethnologischer Feldforscher und philosophischer Denker beschreibt Lévi-Strauss nicht nur seine Reisen zu den Indianern im Innern Brasiliens, sondern auch den eigenen intellektuellen Werdegang. Kein Buch wäre besser geeignet, die Vielfalt und Wirkmacht seines Denkens an seinem 100. Geburtstag zu würdigen. Der Band bietet die preisgekrönte Übersetzung Eva ...

Inhalt

Zum 100. Geburtstag von Claude Lévi-Strauss legt der Suhrkamp Verlag eine Sonderausgabe der Traurigen Tropen vor. Mimmo Paladino, der selbst mehrfach Brasilien bereiste, versieht Levi-Strauss' Text mit 40 farbigen Gouachen, die er eigens für diesen Band anfertigte. 300 Exemplare erscheinen als vom Künstler signierte Vorzugsausgabe.
»Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende.« – Mit diesem berühmten Bekenntnis beginnt eine der faszinierendsten und theoretisch folgenreichsten Reisebeschreibungen des 20. Jahrhunderts: Claude Lévi-Strauss' Traurige Tropen. Das erstmals 1955 erschienene Buch ist literarischer Erfahrungsbericht, anthropologische Studie und philosophisches Grundlagenwerk zugleich. Die konkreten Beschreibungen von Mythen und Riten, von Kleidungsstilen und Körperbemalungen, von Tänzen und Sprachen verschränken sich mit allgemeinen Analysen gesellschaftlicher Strukturen, die nicht nur das anthropologische Denken auf eine neue Basis stellen, sondern auch eine nachdrückliche Kritik der westlichen Zivilisation – und der in ihrem Namen unternommenen Forschungsreisen – formulieren. Der Grund für Lévi-Strauss’ Abscheu gegen die zeitgenössischen Reiseberichte ist so einfach wie verheerend: »Sie geben uns die Illusion von etwas, das nicht mehr existiert, das aber noch existieren müßte, damit wir der erdrückenden Gewißheit entrinnen, daß zwanzigtausend Jahre Geschichte verspielt sind.«
Als Moralist in der Nachfolge Rousseaus und Wegbereiter des Strukturalismus in den Sozialwissenschaften, als ethnologischer Feldforscher und philosophischer Denker beschreibt Lévi-Strauss nicht nur seine Reisen zu den Indianern im Innern Brasiliens, sondern auch den eigenen intellektuellen Werdegang. Kein Buch wäre besser geeignet, die Vielfalt und Wirkmacht seines Denkens an seinem 100. Geburtstag zu würdigen. Der Band bietet die preisgekrönte Übersetzung Eva Moldenhauers mit den Abbildungen und Photographien der Originalausgabe.

 

Pressestimmen

»Es ist das schönste und traurigste Buch, das uns die Ethnologie geschenkt hat. Lévi-Strauss entlarvt unsere Wahrnehmung des edlen Wilden als reine Projektion - sie hat mehr mit unserer Sehnsucht zu tun als mit dessen sozialer Wirklichkeit. Am Ende weiß man nicht, ob die verblüffende Erkenntnis, die Lévi-Strauss in Brasilien gewann, ein Trost ist: »La pensée sauvage«, das Denken der Wilden, folge der universellen Logik des menschlichen Geistes. Sie denken wie wir, und wir denken wie sie. Lévi-Strauss bewies, was viele Völkerkundler vor ihm ahnten, aber verdrängten: dass die Betrachtung anderer Kulturen stets auf unsere eigene zurückverweist. Moderne Ethnologie ist Selbstauslegung im Fremden.«
Bartholomäus Grill, Die Zeit
»Dieses Buch des am 28. November vor 100 Jahren in Brüssel geborenen Anthropologen Claude Lévi-Strauss sprengt die Grenzen zwischen der Literatur und einer Wissenschaft vom Menschen, deren Entwicklung man hier am Leitfaden einer Lebensgeschichte verfolgen kann. ... Die Traurigen Tropen bleiben aktuell.«
Ulrich Baron, Spiegel Online

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