Hans Magnus Enzensberger
Tumult

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CH: 31,50 sFr

Erschienen: 20.10.2014
Pappband, 287 Seiten
ISBN: 978-3-518-42464-3

SWR- Bestenliste

 

Autobiographischer Rückblick auf ein Jahrzehnt des Tumults

Der russische Roman: die Beziehung zu Maria Makarowa

 

Wie konnte in tausend Tagen so viel passieren?

Wer sich nach einem halben Jahrhundert wiederbegegnet, muß auf Überraschungen gefaßt sein. Hans Magnus Enzensberger hat sich auf dieses Abenteuer eingelassen: Ein zufälliger Kellerfund gab den Anlaß für eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

1963 führt den Autor eine erste Reise nach Rußland, und unverhofft wird er zum Gast auf Chruschtschows Datscha in Gagra. Das Ergebnis ist ein genaues Porträt des Mannes und der sowjetischen »Tauwetter«-Politik dieser Zeit. Drei Jahre später durchreist Enzensberger die UdSSR vom äußersten Süden bis nach Sibirien. Auf diesem Parforce-Ritt nehmen die Verwicklungen des »russische Romans«, der konfliktreichen Beziehung zu seiner zweiten, russischen Frau, ihren Anfang. 1968/1969 gerät der Dichter dann in eine Phase des politischen und privaten Tumults. Mitten im Vietnam-Krieg folgt er einer Einladung an die Wesleyan University, aber schon nach wenigen Monaten lockt das Cuba der Revolution. Doch sind die Fraktionskämpfe der außerparlamentarischen Opposition in Berlin nicht so weit entfernt, als daß der Dichter nicht auch auf diesem Schauplatz zum Akteur würde…

Wie aber sieht mit dem zeitlichen Abstand von 50 Jahren der alte Enzensberger den jungen? Die Antwort auf diese Frage gibt ein lebhaftes Streitgespräch, in dem beide sich ihrer Haut zu wehren wissen. Ein letztes Kapitel unter dem lapidaren Titel Danach gilt dem Abschied von den »politischen und privaten Obsessionen der 60er Jahre«. Hier gedenkt Enzensberger auch der Verlierer und derer, die ihm nahestanden. Gewidmet ist das Buch »Den Verschwundenen«.

Aus dem Buch:

»Eines Tages war alles vorbei. Es überkommt mich, ich weiß nicht, warum, eine große Ruhe. Als ich diese zwei Zeilen hinschrieb, war die Zeit der Normalisierung angebrochen. War die Vernunft zurückgekehrt? Nein. Doch der Tumult war nicht umsonst gewesen.«

Pressestimmen

»Was für ein Buch!«

Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Durchaus kokett und ungemein alert und immer anregend.«

Martin Zingg, Neue Zürcher Zeitung

»Tumult heißt sein neues Buch, und für Enzensbergersche Verhältnisse ist es ausgesprochen persönlich geraten.«

Ijoma Mangold, DIE ZEIT

»[Enzensberger] bewegte sich abseits vom Zentrum, auf das alle Leute starrten. Dennoch wurde er zu einer Art Autorität. Es hat ihn nie interessiert, Und das macht ihn und seine ›Erinnerungen‹ so einzigartig.«

Klaus Bittermann, taz. die tageszeitung

» ... allerbester Essayismus.«

Martin Ebel, Deutschlandfunk

»Enzensberger führt in Tumult ein geistvoll-kontroverses Selbstgespräch und stellt sich seinem Jahrzehnte jüngeren Alter Ego.«

Tobias Schwartz, Der Tagesspiegel

»Tumult ist ... eine ausgesprochen anregende Lektüre und liest sich auch wegen Enzensbergers Vorliebe für klare Sprache so angenehm: keine Bandwurmsätze, keine Phrasen, keine Schnörkel.«

Andreas Heimann, Westfälischer Anzeiger

»Dieses Buch ist ein einziges Kabinettstück.«

Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur

»Tumult ist eine Spurensuche in eigener Sache. ... Zu den interessantesten Passagen gehört Enzensbergers Nachdenken über die RAF.«

Andreas Heimann, Badische Neueste Nachrichten

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