Ulf Erdmann Ziegler
Und jetzt du, Orlando! - Roman

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CH: 27,50 sFr

Erschienen: 02.09.2014
Gebunden, 219 Seiten
ISBN: 978-3-518-42449-0
Auch als eBook erhältlich

SWR-Bestenliste

 

Die berührende Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft und eine formvollendete Liebeserklärung an das Kino

 

Von Schein und Sein im glitzernden London

Oliver führt in London ein Leben wie im Film. Nach dem Umzug aus Mannheim hat er Turnstyle Movies erfolgreich umgekrempelt; er hat eine kluge Engländerin geheiratet; und auch seine Affäre mit Anu ist wunderbar unkompliziert. Was ihm fehlt, ist ein Freund, mit dem er seinen Erfolg teilen kann. Bei einer Preview entdeckt er Orlando, jung, schwarz, charismatisch. Gemeinsam streifen sie durch die nächtliche Stadt, und es ist, als wären sie auf der anderen Seite der Leinwand. Aber wohin schaut man von dort aus? Turnstyle soll fusionieren, Olivers Ehe stürzt in eine Krise. Noch dazu ist der junge Freund weit mehr als der begabte Außenseiter, den er in ihm sieht: Orlando braucht kein Publikum, er braucht Hilfe. Und auf einmal ist es an Oliver, nicht nur den Film zu retten, der sein Leben ist, sondern auch seinen einzigen Freund.

Elegant und leichtfüßig erzählt Ulf Erdmann Ziegler von Schein und Sein im glitzernden London des Millenniums. Und vom Mut, den es braucht, um man selbst zu sein.

Aus dem Buch:

»Ich sah ihn also an, einen selbstbewussten Mann Mitte oder Ende zwanzig, die Denkerstirn in Falten, keine Bewegung zu viel, und ich fragte mich, ob ich etwas an ihm übersehen hätte. Das ist auch der Whisky, dass man glaubt, man schaue durch bis zum Kern. Aber dann dachte ich: Nein, dies ist eine schöne, dunkle Reise. Ich werde nicht anfangen zu raten, Kreuzchen machen, und zu einem Schluss kommen erst recht nicht. Das bist eben du, Orlando, du bist jüdisch, verbildet, elegant, schwul, einsam, all das. Oder all das nicht. Nein, ich werde dich sein lassen, was du sein willst. Ich werde rausgehen in die Nacht und den Himmel betrachten, der dunkel sein wird, keine Zeichen, nichts. Ich werde mir etwas herausschneiden aus diesem Himmel und es unter dem Arm nach Hause tragen, weil es mir gefällt. Ein schwarzes Bild.«

Pressestimmen

»Ulf Erdmann Zieglers Roman Und jetzt du, Orlando! ist eine großartige Hommage an das analoge Kino, in dem das Wünschen und Weinen noch geholfen haben.«

Martin Halter, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»... ein mitreißendes Erzähl-Arrangement ..., bei dem verschiedene Erinnerungssequenzen gegeneinandergeschnitten und unterschiedliche Zeitebenen aufeinander bezogen werden. ... Zieglers Erzählweise ist im besten Sinne antiquarisch, liebevoll sammelnd.«

Simon Strauss, DIE ZEIT

»... ein zauberhaft schwebendes Protokoll einer sanften Männerfreundschaft, ... eine rasante kenntnisreiche und atmosphärisch dichte Liebeserklärung an die heruntergekommen und verkommenen Ränder Londons, ... ein Hymnus auf die alte Kunst des Kinos im analogen Zeitalter.«

Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

»Es ist eine männliche Euphorie, dieser Furor des Formulierens, Reflektieren als Leibesübung, die von Wilde oder Nietzsche inspiriert ist und meistens etwa Wagnerianisches hat.«

Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung

»Die tragikomische Beziehung von Oliver Hoelzle und Orlando Goldstein läuft wie ein Film, man taucht ein in die Überblendungen der Handlung, lässt sich davon treiben, dann schäumt alles zu einem Finale auf. So raffiniert wie Kino nur sein kann.«

Jürgen Verdofsky, Stuttgarter Zeitung

»Ehe, Familie, Geschlechter, politische und ethnische Zugehörigkeit - im Großen wie im Kleinen kommen bei Ulf Erdmann Ziegler die konventionellen Fixpunkte ins Rutschen. Das verleiht seinem Roman sprachliche Rasanz.«

Christoph Schröder, Deutschlandfunk

»Ziegler erweist sich als ein Fotograf, der kein Bild erst auf alt trimmen muss. Er beherrscht einen zeitlosen Stil, der den Charme jeder Epoche einzufangen weiß.«

Björn Hayer, SPIEGEL ONLINE

»In seinem gefeierten Debütroman Hamburger Hochbahn ließ Ulf Erdmann Ziegler das Milieu von Architekten und Kunsthistorikern lebendig werden. Jetzt taucht er in die Welt der Filmverleiher und Cineasten ein, und wieder gelingt es ihm, die Figuren durch ihre Umgebung zu definieren.«

Michael Kohler, Kölner Stadt-Anzeiger

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Kommentare

»Schon im Prolog seines neuen Romans ›Und jetzt du, Orlando!‹ offenbart sich Ulf Erdmann Ziegler als Meister des überraschenden Blicks.«
Anja Kümmel, fixpoetry.com, 16.10.2014

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