Tomas Venclova
Vilnius - Eine Stadt in Europa

Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig. Mit Fotografien von Arunas Baltenas
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Erschienen: 02.10.2006
edition suhrkamp 2473, Taschenbuch, 242 Seiten
ISBN: 978-3-518-12473-4

Inhalt Inhaltsverzeichnis

»Niemand kann behaupten, daß Vilnius ihm allein gehört. Die schier phantastische Verschmelzung von Sprachen, Religionen und nationalen Traditionen in einer Stadt, die politische Grenzen ignoriert, fiel Neuankömmlingen immer ins Auge, während ihre Bewohner meinten, daß es gar nicht anders sein könne. « Geschichte, Geographie, persönliche Erinnerung und politische Reflexion souverän miteinander verbindend, zeichnet der litauische Lyriker und Essayist ein Bild seiner Stadt, die wie kaum eine zweite für das Gelingen und Scheitern des »europäischen Traums« stehen kann.

 

Weitere Informationen für die Presse

 
Es ist ein Glücksfall, daß der Suhrkamp Verlag einen der bedeutendsten osteuropäischen Lyriker und Intellektuellen, Tomas Venclova, dafür gewinnen konnte, einen Essay über Vilnius zu verfassen. Vermutlich muß man jahrzehntelang im Exil leben, um die verlorene Welt der eigenen Herkunft mit soviel Liebe, Gelehrsamkeit und Überzeugungskraft beschreiben zu können. Die Geschichte von Vilnius ist für Venclova die Geschichte Europas en miniature. Der Reichtum seiner sprachlichen, kulturellen, religiösen Traditionen, wie er sich in der Architektur und Geistesgeschichte der Stadt spiegelt, wurde ihm ein Lebensthema:  
ähnlich wie Joseph Brodsky und Czesław Miłosz, mit denen er befreundet war, hat er an amerikanischen Universitäten osteuropäische Literatur und Kulturgeschichte gelehrt, um das Gedächtnis an eine Welt wachzuhalten, die hinter dem Eisernen Vorhang verschwunden war.
Heute nimmt Venclova, der ...

Inhalt Inhaltsverzeichnis

»Niemand kann behaupten, daß Vilnius ihm allein gehört. Die schier phantastische Verschmelzung von Sprachen, Religionen und nationalen Traditionen in einer Stadt, die politische Grenzen ignoriert, fiel Neuankömmlingen immer ins Auge, während ihre Bewohner meinten, daß es gar nicht anders sein könne. « Geschichte, Geographie, persönliche Erinnerung und politische Reflexion souverän miteinander verbindend, zeichnet der litauische Lyriker und Essayist ein Bild seiner Stadt, die wie kaum eine zweite für das Gelingen und Scheitern des »europäischen Traums« stehen kann.

 

Weitere Informationen für die Presse

 
Es ist ein Glücksfall, daß der Suhrkamp Verlag einen der bedeutendsten osteuropäischen Lyriker und Intellektuellen, Tomas Venclova, dafür gewinnen konnte, einen Essay über Vilnius zu verfassen. Vermutlich muß man jahrzehntelang im Exil leben, um die verlorene Welt der eigenen Herkunft mit soviel Liebe, Gelehrsamkeit und Überzeugungskraft beschreiben zu können. Die Geschichte von Vilnius ist für Venclova die Geschichte Europas en miniature. Der Reichtum seiner sprachlichen, kulturellen, religiösen Traditionen, wie er sich in der Architektur und Geistesgeschichte der Stadt spiegelt, wurde ihm ein Lebensthema:  
ähnlich wie Joseph Brodsky und Czesław Miłosz, mit denen er befreundet war, hat er an amerikanischen Universitäten osteuropäische Literatur und Kulturgeschichte gelehrt, um das Gedächtnis an eine Welt wachzuhalten, die hinter dem Eisernen Vorhang verschwunden war.
Heute nimmt Venclova, der frühere sowjetische Dissident und Vertreter der litauischen Helsinki-Gruppe in den USA, „sein Vilnius“ kritisch in Augenschein, die Hauptstadt eines neuen europäischen Landes. Und er erzählt von Menschen, deren Wirken der Stadt einst die Seele gaben. In diesem Sinn ist er ihr Biograph geworden.
 
Der vorliegende Band − Venclova bezeichnet ihn als sein „persönliches Vilniusbuch“, das er immer schon schreiben wollte − ist bisher weder in Litauisch noch in einer anderen Sprache erschienen. Er ist nicht identisch mit seinem bei R. Paknio leidykla publizierten Stadtführer „Vilnius“, der seit 2001 in mehrere Sprachen vorliegt − ein unverzichtbarer Reisebegleiter für den kulturhistorisch interessierten Touristen.
 
Tomas Venclova, 1937 in Klaipeda geboren, studierte Lithuanistik und russische Literatur in Vilnius und lehrte dort Literaturgeschichte und Semiotik. 1977 erhielt er politisches Asyl in den USA. Nach Lehraufträgen in Berkeley und Los Angeles unterrichtete er an der Universität Yale, wo er bis heute einen Lehrstuhl für russische Literatur innehat. Auf deutsch erschien sein „Dialog über Wilna“ mit Czesław Miłosz in dessen Erinnerungsbuch Die Straßen von Wilna (München 1997) sowie Vor der Tür das Ende der Welt. Gedichte (Hamburg 2000). Eine repräsentative Auswahl aus seinem umfangreichen lyrischen Werk (Übersetzung; Claudia Sinnig und Durs Grünbein) wird zu Venclovas 70. Geburtstag im September 2007 im Suhrkamp Verlag erscheinen.
 

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