Reinhart Koselleck
Vom Sinn und Unsinn der Geschichte - Aufsätze und Vorträge aus vier Jahrzehnten

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Carsten Dutt
Vom Sinn und Unsinn der Geschichte
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D: 32,00 €
A: 32,90 €
CH: 42,90 sFr

Erschienen: 19.04.2010
Gebunden, 388 Seiten
ISBN: 978-3-518-58539-9

Inhalt

„Der Geschichte eine Zwangsläufigkeit zu unterstellen, bedeutet nichts anderes, als sich ihr zu unterwerfen, sich ihr zu fügen, um eine vermeintliche Notwendigkeit zu befördern. Die unterstellte Notwendigkeit injiziert der Geschichte einen Sinn, der die Menschen entmündigt.“

 

 

Einen „modernen Partisanen“ der unendlich vielen Geschichten im Plural gegen die eine Geschichte im Singular – so hat Jacob Taubes den großen Historiker Reinhart Koselleck (1923-2006) einmal charakterisiert und damit sehr genau den kritischen Impuls erfaßt, mit dem Kosellecks vielgerühmte Arbeiten zur Historik sich von den Prätentionen und tendenziell totalitären Konsequenzen substantialistischer Geschichtsphilosophie abstoßen. Dagegen setzt Koselleck die irreduzible Vielfalt und perspektivische Gebrochenheit jener Geschehenseinheiten, auf die wir mit dem Begriff der Geschichte Bezug nehmen und deren Rekonstruktion die immer wieder neue Aufgabe der Historie ist.

 

In diesem Band, der Aufsätze und Vorträge aus vier Jahrzehnten versammelt, werden die Entwicklung und  die Reichweite der Koselleckschen Historik eindrucksvoll sichtbar. Neben verstreut publizierten Arbeiten wie der längst in den Rang eines modernen Klassikers aufgestiegenen Studie zur Beantwortung der Frage Wozu noch Historie? versammelt der Band erstmals unveröffentlichte Texte aus dem Nachlaß. Sie erweitern das Bild von Kosellecks Theoriearbeit um wichtige Facetten, zeigen den denkenden Historiker aber auch als Meister empirisch gesättigter Analysen und Darstellungen.

 

Pressestimmen

»Aus Kosellecks Fundus an Aufsätzen, Vorträgen, Ansprachen und Essays, die oft weit verstreut in Zeitschriften und Sammelbänden erschienen waren, hat sein Verlag ein weiteres und wie stets höchst lesenswertes Kompendium zusammengestellt. Die Texte bieten sich an als Theorieskizzen, als sogenannte Zeitbilder sowie als eine Reihe von Porträts und Erinnerungen. … Kosellecks Beiträge zu Wesen und Intention der Geschichtsschreibung lesen sich mit Genuss, woran auch die stilistische Brillanz des Verfassers ihren Anteil hat.«

Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung

»Macht der Vergangenheit, ob Goethe, Preußen oder 8. Mai: glänzende Essays vom bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts«

Alexander Cammann, Die Zeit

»Wozu noch Historie? heißt ein Aufsatz von Reinhart Koselleck, der zu den wichtigsten Historikern des 20. Jahrhunderts zählt und sich die Frage schon im Jahr 1971 stellte ... Die Antwort fällt facettenreich aus. Festzuhalten ist die Grundeinsicht, dass Geschichte nicht auf einen einheitlichen oder gar auf ein Ziel zulaufenden Nenner zu bringen ist.«

Märkische Allgemeine

»Dutt hat mit dieser nachdrücklich zu empfehlenden Anthologie nicht nur einen großen Geschichtstheoretiker angemessen gewürdigt, sondern auch den Blick geöffnet auf die Fragen und Probleme zur Geschichte, mit denen sich Koselleck zeitlebens beschäftigt hat.«

Benjamin Steiner, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Heft 2 /2011

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