»Mit ungebrochener Vitalität vermag es diese Dichterin in ihren späten Jahren, die enge Verbindung von Lust und Verzweiflung, die für sie immer auch eine Sprachlust ist, in neuen Bildern darzustellen. So wird auch dieser Schuhmannswahnsinn zu einem großen Leseabenteuer, bei dem es für geduldige Leser viel zu entdecken gibt.«
Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Friederike Mayröckers Prosatexte zeichnet eine besondere Statik aus. Da sie ohne die herkömmlichen Verankerungen in Zeit und Raum auskommen, könnte man si e fragil nennen. Doch zeigt sich bei genauer Lektüre, dass sie ihre Stabilität gerade aus jenen Lossagungen schöpfen, die gemeinhin als haltlos gelten. Man begibt sich in poetische Visionen.«
Carola Wiemers, Deutschlandradio Kultur
»Friederike Mayröckers Sprache wandelt in Lustgärten der Liebe, stürzt in Todesschluchten und weint in einsamer Kammer. Gegen die Angst komponiert sie eine Musik des Lebens. ... Alles wird souverän miteinander verbunden und an wechselnden Orten durchgespielt. Ob im Wiener Kaffeehaus Drechsler, in der Heilanstalt Endenich oder auf dem ›Soffa‹ des Komponisten - doppelsinnig tönt es aus Sprachbildern, in Dur und Moll zugleich.«
Dorothea von Törne, Die Welt
»Unverwechselbar Mayröckers halluzinative Prosa, in der sie unterschiedlichste Textfragmente in harter Montage ineinanderschachtelt. Gespenstisch beseelte Pflanzenmotive, magische Kindheitserinnerungen oder surreal eingestreute christliche Symbole wachsen unberechenbar in den Text hinein wie Gräser durch den Asphalt und drohen ihn zu überwuchen. ...Die Versöhnung mit dem Tod ist in der Realität zum Scheitern verurteilt. Sie ist so aussichtslos, wie das Umhalsen der Sperlingswand - mit dieser absurden Phantasie findet Mayröcker dafür eine unvergleichliche Illustration von herzzerreißender tragischer Komik ... dass dem Leser ein ums andere Mal der Atem stockt.«
Michaela Schmitz, Deutschlandfunk
»Erneut hat Friederike Mayröcker eine sehr reiche Augenblickswelt geschaffen. Es ist eine Lust, in sie einzutauchen und fern aller Konventionen, das phantastische Sprach- und Lebensspiel mitzuspielen, auch wenn es zuweilen ganz unbegreiflich erscheint. Dieses Schreiben ist eine große Schönheit.«
Sonja Baude, aviva-Berlin
»Virtuos wie eh und je jongliert die Dichterin mit Zitaten von Samuel Beckett und Jacques Derrida, Ezra Pound und James Joyce. Der elegische Ton mit seinen traurigen Erkenntnissen wird in vehementen Sprachgesten der Anrede, mit dem sparsam einsetzenden Stakkato jäh abreißender Sätze und mit ironischen Kürzeln durchbrochen. Dazu schlagen Nachtigallen, rauschen Baumkronen, tropft unentwegt ein Wasserhahn. Sinnesempfindungen und Nachdenken hat die Dichterin souverän miteinander verbunden.«
Dorothea von Törne, Die Märkische Wochenmagazin der Märkischen Allgemeinen, Potsdam
»Es geht um Liebe und Natur, um den Spagat der Gefühle. ... Mayröcker knüpft die Maschen ihres Sprachteppichs nach surrealistischen Mustern mit Bildern von magnetisierender Poesie.«
Maria Renhardt, Die Furche