Eva Illouz
Warum Liebe weh tut - Eine soziologische Erklärung
D: 24,90 €
A: 25,60 €
CH: 35,50 sFr
Erschienen: 12.10.2011
Gebunden, 467 Seiten
ISBN: 978-3-518-58567-2
Frau Illouz, in Ihrem neuen Buch "Warum Liebe weh tut" schreiben Sie, man müsse aufhören, die modernen Liebenden mit Rezepten für ein gesundes und schmerzfreies Liebesleben zu traktieren. Sind Sie gegen Selbsthilfeliteratur?
Illouz: Ich wollte tatsächlich eine Alternative zur psychologischen Sprache der Selbstbezichtigung aufzeigen. Unser Denken und Sprechen über die Liebe ist völlig diesem Vokabular unterworfen. Wird man verlassen und ist erschüttert darüber, heißt es, man würde "zu sehr lieben". Will ein Mann keine traditionelle Beziehung, heißt es, er habe "Bindungsangst". Die Psychologie, und ich spreche hier von ihrer vulgären Variante, nimmt an, dass wir als Individuen verantwortlich für unser Schicksal sind - und dass Leiden vermeidbar ist, wenn wir genug an uns arbeiten. Das glaube ich so nicht. Viele Ursachen des Liebesschmerzes sind kollektiv.
Welche kollektiven Ursachen meinen Sie?
Illouz: Unsere Kultur hat angefangen, es als Zeichen von Abhängigkeit zu sehen, wenn wir uns leidenschaftlich verlieben. Leidenschaft erscheint uns suspekt, uncool, ein bisschen hysterisch. Trotzdem tut die Liebe heute weh - und zwar weil sich die gesellschaftlichen Bedingungen der Partnerwahl verändert haben. Wir sind mit einer ungeheuren Auswahl möglicher Partner konfrontiert, und wir versuchen, so viel sexuelle und emotionale Erfahrung wie möglich anzuhäufen.
© »Spiegel Online« (Eva Illouz im Interview mit Katrin Kruse) Das vollständige Interview finden Sie hier.
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